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Der Israelit · 1867-07-31 · Heft 31 (31.7.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 31 (31.7.1867)
Date
1867-07-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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531 Donaufürstenlhümer. Bukarest, 22. Juli. AuS Anlaß der barbarischen Behandlung der Juden Seitender rumLnischen Behörden in Galatz verlangte daganze Corps der fremde» Consuln eine Collectiv-Audienz beim Fürsten, um ihm nachdrücklich vorzustellen, daß er den von seiner Regierung verkannten Prineipien der Humanität Geltung verschaffe und alle Maßnahmen gegen die Israeliten sistire. Türkei. Bonftantknopel, 16. Juli. Zwischen Griechen und Juden fanden unter dem falschen Vorwände der Intoleranz von griechischer Seite blutige Streitigkeiten statt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der griechische Patriarch arbeitete vereint mit dem Großrabbiner an der Herstellung der Ruhe. Konstantinopel, 19. Juli. Die Ursache der zwischen Griechen und Juden in der Vorstadt Galata stattgefundenen Streitigkeiten soll die griechenfeindliche Haltung der hier erscheinenden jüdischen Zeitung sein, welche Omer Pascha's Siege verherrlichte und die Juden aufforderte, sich mitzufreuen. Die Regierung schritt energisch ein. Feuilleton. Des Königs Kidam. (Fortsetzung.) III. Als Rabbi Sabbathai an jenem Sabbatmorgen vor dem Trompetenschall und dem Pferdegetrappel entflohen war, hatte er sich getäuscht. Nicht Kosacken waren es, sondern der König von Polen, der im Walde jagte. Der König war nach Litthauen gekommen, um persönlich den Aufstand des Chamil zu unterdrücken; Chamil war geschlagen worden und seine fliehende Horde hatte das Städtchen Prinsk überfallen und geplündert. Während der Feldherr Offolinski die Kosacken verfolgte, jagte der König mit seinem Gefolge im Walde. Als der Jagdzug in die Nähe des todten Kindes kam, spürte ein Jagdhund daffelbe auf; da das kluge Thier, des Königs Lieblingshund, immer wieder mit lautem Gebell dahin eilte, wo der Leichnam lag , so entsandte der König einige Diener, um zu sehen, was es gebe. Die Diener erstatteten alsbald Bericht über den seltsamen Fund. „Majestät," sprachen sie, „da liegt die Leiche einewunderbaren feinen, zarten Mädchens; wahrscheinlich ist das Kind auf der Flucht vor den Kosacken gestorben und dann von den Seinigen hier zurückgelassen worden." Der König beschloß selbst nachzusehen. Als er datobte Kind erblickte, war er erstauntob der himmlischen Schönheit des kleinen Mädchens. „Parcinski," sprach er zu dem neben ihm reitenden Leibarzt, „seht doch einmal nach; vielleicht lebt das Kind noch; eS ist sicherlich die Tochter eines entflohenen litthauischen Edelmannes, der Uns zu Dank verpflichtet sein wird, wenn Wir seinem Kinde daS Leben erhalten." Der Arzt stieg vom Pferde und untersuchte den Leichnam. „ES ist noch Leben in dem Kinde," sprach er , dann; „es ist nur vom Starrkrampf befallen. Be-! fehlen Eure Majestät, daß einer der Diener das Kind | zu sich aufs Pferde nehme; vielleicht gelingt es, ein I Menschenleben zu erhalten 1" , Der König winkte einem der Diener, der sogleich j that, wie der Leibarzt gesprochen, und fort ging es! nach einem nahen Jagdschlösse, wo sich auch die Königin und deren einzige Tochter Maria befanden. Hier wurde Esther zu Bett gebracht und erwachte auch bald wieder zum Leben; aber ein hitziges Fieber hatte sich ihrer bemächtigt. Lange war sie in Todesgefahr, da trat ein Krisis ein., und das Leben siegte. Langsam schritt die Besserung vor. — Die junge Prinzessin Maria, ebenfalls ein sechsjähriges Mädchen, hatte die Zeit nicht erwarten können, bis es ihr vergönnt ward, das im Walde gefundene Kind zu sehen. Als sie die Genesende besuchte, faßte sie eine heftige Zuneigung zu ihr; sie sprach fortan von nichts Anderem als von dem Waldkinde, und so lenkte sie die Aufmerksamkeit des Königs und der Königin wieder auf die fast vergessene Esther. Als der Arzt erklärte, daß sie außer Gefahr sei und man sie nach ihrer Vergangenheit fragen dürfe, ohne eine schädliche Aufregung befürchten zu muffen, forderte man Esther auf, zu erzählen, wieso sie in den Wald gekommen. Und Esther erzählte vom Vater und der verstorbenen Mutter und der Flucht vor den Kosacken. Es stellte sich jetzt heraus, daß man ein Judenkind gerettet hatte. „Was fangen wir mit der kleinen Jüdin an?" fragte der König. „Wer weiß, wohin ihr Vater entflohen ist; der wird wohl sobald nicht aufzufinde« sein!" „Mögen Eure Majestät geruhen," antwortete der berichterstattende Leibarzt, „ zu befehlen, daß man die kleine Jüdin einer der jüdischen Gemeinden übergebe, die schon für die Zukunft derselben Sorge tragen wird." „O, nicht doch, Papa," rief da die kleine Maria, schlaffe das Waldmadchen nicht fort! Me schön werden wir zusammenspielen, wenn sie erst ganz wieder gesund ist. Bitte, bitte, laß mir mein Waldmädchen!"

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