Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1867)
- Date
- 1867-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VHI. Jahrgang. D^e Israelit. J\2 31 Ein Hmtrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 31. Juli 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogm. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate H/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt» Setttnbt Artikel; Die Nationalfasttage. — Aus der Weltausstellung. — LeltnuaSvachrichte« «vd Eorrespoodenzen: Deutschland: Breslau. — Oesterr. Kais erst.: Dien. Wien. Pesth. Pesth. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Paris. — England: London. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Türkei: Konstantinopel. Konstantinopel. — Feuilleton: Des Königs Eidam. Inhalt der Beilage» Leitender Artikel: Die biblischen Verheißungen in Bezug aus die letzten Ziele des menschlichen Strebens. — «eitungSnachrichteu und Eorrrspondcuzen: Deutschland: München. Berlin. Lübeck. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Karlsbad. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: Centreville. Feuilleton: Gallerte der Rabbiner. Inhalt der Extra-Beilager Zwei Antworten des Dr. I. Hildesheimer an die geehrten Einsender in Nr. 26 dieser Blätter. — Eisenstadt. — Würzburg. Leitende Artikel. Mir Nationalfasttage. Als das siebente Jahrzehnt der babylonischen Gefangenschaft zu Ende, die göttlichen trostreichen Verheißungen durch die Propheten Jeremias und Jesaias ür Erfüllung gegangen waren, als die Nacht des babylonischen Exils durch den Morgenstern, der über den Trümmern Jerusalems zum zweiten Male ausstieg, erhellt wurde, als das heimathlose Juda den fremden Boden verlassen durfte, um nach dem Lande seiner Väter zurüüzukehren, als die Leviten die Harfen, welche verstimmt an den Weiden der Ströme Babylons hingen, wieder zur Hand nahmen, nm die Saiten zum 1 Lob und Preis des Erretters und Befreiers Israels! begeistert anzuschlagen, als das in sein Vaterland zu- > rückgekehrte Volk den Bau eines zweiten Tempels in | Angriff genommen und trotz der Hindernisse und Wij derwärtigkeiien, die ihm von seinen Feinden in den! Weg gelegt wurden, glücklich vollendet hatte, als auf j dm Ruinen des zerstörten Tempels wieder ein neuer ( prangte, in welchem wie zuvor auf dem Altar heilige! Opferslammen loderten: da — erzählt der Prophet i Zacharias (C. 9) — schickte Scharezer Regen'. - Melech und seine Leute nach Beth-El um zu beten vor dem Herrn, und cmznfragen bei den Priestern, welche im Hause des Herrn der Heerschaaren sind, und bei den Propheten: „Soll ich weinen im fünften Monate, Enthaltsamkeit üben wie ich seit vielen Jahren her gethan — sind doch die Fesseln der babylonischen und medopersischen Herrschaft gebrochen; bewegen wir uns doch wieder frei und selbstständig auf vaterländischem Boden; ragt doch auf dem Zionsberg ein neuer Tempel in Pracht und Glanz empor, in welchem wieder aus dem Munde der Leviten Hymnen und Psalmen zu Ehren Gottes ertönen, während sühnende Priester am Altar den heiligen Dienst verrichten; und soll ich bei dieser glücklichen Wendung der Geschichte Juda's noch weiter weinen, fasten, trauern und klagen über die Einäscherung des ersten Tempels durch den Babyloner-König Nebukadnezar, dessen Reich jetzt im Staube liegt?" — So fragte man damals; und diese Frage, sie tritt auch in der Gegenwart an uns heran. Eine goldene Zeit scheint für Israel heranzubrechen; die Verfolgungen und Bedrückungen aus der Nacht des Mittelalters haben Überall, wo die Eultur ihre Fahne aufgepfianzt, mehr oder minder ein Ende genommen, und selbst