Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1867)
- Date
- 1867-07-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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520 hier nur in eigener Person gesprochen. Im Uebrigen würde das Ministerium durch die Vorlage solch eines Gesetzes, der Reichstag und König aber durch seine Annahme und Sanctionirung nicht allein mich, sondern eine halbe Million Landesbewohner ermächtigen, Ungarn als rhr Vaterland zu erkennen. Nur bitte ich, meine Herren, eilen Sie!" vnobn rrp no nam Sch. PeW. Seitens des Krönungsfestkomitss wurden unserem Vorstände 400 fl. zur Vertheilung an 400 jüdische Arme behändigt. Dieser Betrag stammt aus den für das projectirt gewesene, aber unterbliebene Volksfest eingelaufenen Beiträgen, die nun wohlthätigen Zwecken zugewendet werden. (Gegenw.) Donaufürstenthümer. Bukarest, 17. Juli. Zehn „israelitische Vagabunden" (wie man in Rumänien die aus den Vereinigten Fürstentbümern vertriebenen Juden zu nennen beliebt), welche nach der Türkei, ihrem Heimathlande, geschafft worden waren, wurden von einer türkischen Barke an das rumänische Ufer zurückgebracht. Da man sich aber da weigerte, sie aufzunehmen, ließ sie der Commandant der Barke in die Donau werfen. Acht derselben wurden von den Einwohnern von Galatz gerettet, zwei ertranken. Das amtliche Blatt von Rumänien fügt einer Mittheilung hierüber hinzu, das Mi isterium habe eine Commission abgeschickt, welche eine genaue Untersuchung über diesen Vorgang anzustellen beauftragt sei. Nachschrift. Wien, den 19. Juli. Die „Neue fr. Presse" meldet: Anläßlich der neulich vorgekommenen barbarischen Judenverfolgungen in Galatz Seitens der rumänischen Behörden hat die österreichische Negierung das kaiserl. Consulat in Galatz angewiesen, unverweilt Schritte zu thun, um die Bestrafung der Schuldigen zu erzielen und fernere Exceffe zu verhüten, indem die kaiserl. Regierung gleichzeitig ihre höchste Entrüstung über diese Vorkommnisse aussprach und das Consulat aufforderte, diesem Gegenstände seine ernsteste Aufmerksamkeit zuzuwenden, gleichviel ob die von d-'N Verfolgungen Betroffenen österreichische Unterthanen oder Angehörige anderer Staaten seien." Feuilleton. Die Luge und der Leichtsinn. Von Abraliam Tendlau. Geöffnet stand die Arche Noa's, je Ein Paar zu seiner Rettung aufzunehmen. 1) Nach Midr. Tehil. Cap. 7. — Jalkut Ber. Nr. 26. — Jalkut Tehil. Nr. 638. — Von allen Seiten strömte es herbei, Des Himmels Vögel und der Erde Thiere, Was einen Lebenrodem in sich hatte, Bei Noa, seiner Frau und seinen Söhnen, Und bei der Söhne Frauen, Schutz und Schirm Zu finden vor der Sündfluth, die herankam. — Da trat die Lüge auch heran und wollte, Den Andern gleich, sich in die Arche flüchten; Doch Noa sprach: „Nur Paaren rst's gestaltet, Hineinzugeh'n; Du kannst dieß nicht allem." — Da ging die Lüge traurig fort, nicht wissend, Wie vor der Sündfluth sie sich schützen sollte. — Als sie dahin so ging, begegnete Der Leichtsinn ihr und redete sie an Und frug: „Wo kommst Du her? Warum so traurig?"— „Ich komm'," versetzte sie, „von Noa her," — Vielleicht zum erstenmal die Wahrheit sprechend — „Ich kam, um einzutreten in die Arche, Er aber wies mich ab, indem er sprach: „„Nur an der Seite eines Gatten fft Der Eintritt Dir gestattet."" — Sprich, mein Freund, Ich bitte, willst Du wohl mein Gatte sein?" —. „Was gibst Du mir," erwiederte der Leichtsinn, „Wenn ich für immer mich mit Dir verbinde?" — „Ich sag' Dir zu," antwortete die Lüge, „Und schließe den Vertrag mit Dir, daß Du In Zukunft Alles Dir hinnehmen darfst, Was ich, wo immer auch, erwerben mag." — Der Leichtsinn war's zufrieden, und so traten Die Beiden in die Arche ein als Paar. — Als endlich nun die Fluth vorüber war, Und Alles aus der Arche war gezogen,. Die Erd' mit neuem Leben sich bedeckte, Da trieb die Lüge ihr Geschäft auch wieder; Doch was sie Alles auch erwerben mochte, Das nahm der Gatte sich auch alles hin, So leicht, so wie sie es erworben hatte.— „Was soll Das?" srug die Lüge ihren Gatten, „Was ich gewinne, Du verthust es wieder!" — „Und hast Du mir," erwiederte der Leichtsinn, „Es so nicht zugesagt?" — Die Lüge wollte Wohl Manches jetzt dawider reden; doch Der Leichtsinn zeigte schweigend den Vertrag. Und so geschieht's noch bis auf diesen Tag; Was Lüge sich erwirbt, verthut der Leichtsinn. —