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Der Israelit · 1867-07-03 · Heft 27 (3.7.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 27 (3.7.1867)
Date
1867-07-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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471 Spitze des Berges und über ihm der zweite Mann, so wie im ersten Gesichte." — Indem ich nun so sprach, erhoben sich die Berge, so daß der größere Mann zwischen Erd' und Himmel über unserem Haupte blieb, und da ich mich auf dem kleineren Berge befand, standen die Füße des Mannes auf der Spitze des linken Berges hoch über mir, so daß mein Kopf sich zwischen seinen Knieen befand. „Oeffne Deinen Mund!" sprach der Greis jetzt zu mir, „sprich zu ihm und frage ihn, wie es dem Volke, aus dessen Mitte ich Dich genommen, ergehen wird?" — „Wie kann der Knecht meines Herrn," antwortete ich ihm, „mit diesem meinem Herrn sprechen? ich bin dessen nicht würdig! Was bin ich denn und was mein Leben, und welches ist das rechtliche und redliche Werk meiner Hand, daß ich kommen soll, mich anzuschließen und von diesem meinem Herrn zu erfragen Geringes oder Großes!" — „Fürchte Dich nicht!" sprach der Mann zu mir, „Friede sei mit Dir, mein Sohn! Fordere von mir und ich werde Dir's gewähren; denn dazu bin ich gekommen." — Ich verneigte mich und bückte mich mit dem Angesichte zur Erde und sprach: „Heute weiß Dein Knecht, daß ich, o Herr! Gnade in Deinen Augen gefunden. Es spreche denn mein Herr vor den Ohren seines Knechtes und sage mir das Urtheil, welches über das Volk ergangen ist, in dessen Mitte ich mich bei der Brücke befunden?" — Da antwortete er und sprach zu mir: „Hier ist das Buch, in welchem niedergeschrieben ist, was da kommen wird ob allem Bösen, das begangen worden. Sprich zum Greise, daß er Dir's verkünde!" — Und er gab das Buch in die Hand des Greises. — O »äre es mir erlaubt zu beschreiben, wie das Buch ausgesehen! — Der Greis las darin und gab es dann dem Manne zurück. — „Gehe," sagte der Mann zu ihm, „und sage dem Jüngling, der bei Dir ist, was Du gesehen." -— Da nahm mich der Greis bei der Hand und sprach: „Laß uns nach dem Orte gehen, wo Du gestanden!" — Wir gingen bis zur Brücke, und ich setzte mich auf meine frühere Stelle nieder. — Als ich NUN da saß, erhob ich mein Auge, und ich sah ein großes Thier. Es glich einem beschwingten Vogel, der über der Erde schwebte, von vielerlei Farben. Es war vom Salzmeer aufgestiegen und ließ sich nun auf die Feste nieder, die an der Seite des Stromes sich bestndet. „Was soll das, Herr?" sagte ich zum Greise. „Es ist," antwortete er mir, „die Mutter der gewaltigen Meeresungeheuer, die sich an den Städten des Meeres aushält, mit Namen Kerum, und die den Menschenkindern Schmach bereitet.22) ^>ie empfängt ihre Kraft vom Ende alles Fleischlichen, und wenn dieser Vogel wandert, öffnen sich die Schleusen des Himmels, und der Regen strömt auf alle Plätze nieder, über welche er fliegt, und bestände nicht der Bund, den Gott, als die Sünder ans Erden geherrscht, zwischen sich und allem Fleische geschlossen, würde die Welt wieder zur Wüste werden." — Als ich noch so dastand, sah ich ferner die Gestalt eines Vogels, klein im Verhältnis; zum ersten, von außerordentlich schöner weißer Farbe. Er war vom großen Meere (dem mittelländischen Meere) aufgestiegen und ließ sich oberhalb seines Kameraden nieder. „Und was ist das, Herr?" frug ich. „Das ist," antwortete der Greis, „ein Thier des Feldes, welches auf den wunderbaren Felsen lebt, die bis in den Abgrund versenkt sind und aus denen die süßen Wasser und die Regen des Segens und des Lebens und alles Guten hervorquellen. Dort nisten die Vögel, aus daß Freiheit auf der Erde walte2a) und der Mensch sich sättige an den Früchten des göttlichen Werkes. Dieser Vogel ist stets gegen jenen Vogel, welcher dem Salzmeer entsteigt, um seine Kraft zu brechen; unter beiden aber stehen große und kleine Thiere. In der Leit nun, wo der himmlische Herr die Welt richtet, erniedrigt Er den und erhöht jenen. Richtet Er nach strenger Gerechtigkeit, so sinkt der kleine Vogel; wenn aber mit Barmherzigkeit, so sinkt der größere. — Jetzt erheben sich beide, Gerechtigkeit und Recht zu üben. Gerechtigkeit gegen Israel und Recht gegen alle übrigen Völker; denn ein Kelch besindet sich in der Hand Gottes, über die Erde hin zu fahren. Aus diesem werden die Bewohner der Welt trinken, und mit ihnen alle Frevler der Erde, auf daß ihr Horn gesenkt und das Horn des Gerechten erhoben werde." (Fortsetzung folgt.) Vergl. Berach. 6, b. über Ps. 12, 9. — 23) Wohl mit Bezug auf die Benennung zippor deror. — ANZEIGEN* n den beiden Orten Kleinerdlingen und Ederheim, verbunden mit Nördlingen, RabbinatS Wallerstein, ist die Stelle eines Schächters provisorisch zu besetzen. Die Erträgnisse belaufen sich auf 350 fl. fixe Besoldung, das Uebrige an Erträgnissen der Schechitah selbst. Bewerber streng religiöser Richtung wollen ihre Anmeldung unter Vorlage ihrer Zeugnisse binnen 14 Tagen an den Cultusvorstand dahier einsenden. Kleinerdlingen b. Nördlingen, den 24. Juni 1867. Der Cultusvorstand L. B. Köhler.

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