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Der Israelit · 1867-05-29 · Heft 22 (29.5.1867) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 22 (29.5.1867)
Date
1867-05-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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362 nen zu organisiren und sie zu den vom Hauptstamme getrennten Zweigen zu schicken. Es sind schon 15 Jahre, seitdem man Kenntniß vom Vorhandensein isr. Einwohner in China erlangt hat. Einige eifrige Männer hatten vorgeschlagen, eine wissenschaftliche Mission dorthin zu senden mit dem Aufträge, dieses Land vom religiösen Standpunkte aus zu erforschen. Einer dieser Männer, der verstorbene Gerson Kursheedt, der das Meiste zu dem bedeutenden Legat des berühmten amerikanischen Touro hinzugefügt hat, hatte sich besonders lebhaft für dieses Werk interessirt und bildete zu diesem Zweck eine Gesellschaft, „hebräische Mission" genannt. In England, dem Geburtsland so vieler christl. Missionsgesellschaften, har also diese Idee zuerst Wurzel gefaßt und auch Früchte getragen. Hr. Julius Eckmann, welcher unseren Glaubensbrüdern in London dieses Werk ins Gedächtniß zurückgerufen, hat sich angeboten, diese Mission, welche er als eine Ehre und Pflicht betrachtet, zu unternehmen. Er will gar keine Belohnung; er verlangt nur so viel Geld, daß er seine Reisekosten decken, die Ausgaben für zwei oder drei Leute aus Lai - Fong - Fou bestreiten kann und was zu einem Aufenthalt von zwei oder drei Jahren in Shang-hai' nöthig ist. Die Kosten für diese Mission, incl. 1000 bis 1200 Dollar (2500 bis 3000 fl.) für Ln China einzuführende religiöse Bücher, werden ungefähr 3000 Dollar (7500 fl.) betragen. Man wollte diese Mission nach China Herrn Joseph Hallevi übertragen; wie aber unsere geehrten Leser bereits wiffen, ist derselbe von der Alliance mit der Mission nach Abesiynien beauftragt worden. (Arch. Isr.) Griechenland. Corfu. Ein Correspondent aus Corfu schreibt dem „Educatore Jsraelita": Die Neuigkeiten, welche ich Ihnen mitzutheilen habe, sind nicht angenehm. Die bürgerlichen Gesetze sind günstig für uns; aber die allgemeine Lage, die Unglücksfälle, die schnell aufeinander folgen und die enormen, obgleich unvermeidlichen Abgaben veranlassen Viele zur Auswanderung, bringen viel Noth und verhindern im Allgemeinen die Jugenderziehung, welche jetzt so nothwendig ist. Trotz dieser Schwierigkeiten hat sich der jüdische Wohlthätigkeitssinn bei unseren Glaubensgenossen in großem Glanze bewährt. Nach dem schrecklichen Erdbeben auf dem benachbarten Cephalonia veranstaltete unser Rabbiner eine Collecte, zu der Reiche und Arme nach Verhältniß ihres Vermögens beisteuerten. Besonders hat sich Signor Marco Levi di Moise durch seine schnelle und großmüthige Mildthätigkeit ausgezeichnet. Am selben Tage, als die betrübende Nachricht bekannt wurde, schickte er 1000 Pfund Brod nach dem Schauplatze der Verwüstung. Rußland. Warschau. Der hiesige Banquier, Herr L. Levi, ist von Sr. Maj. dem Kaiser von Rußland mit dem Stanislaus-Orden dritter Clasie decorirt worden. (Marsch, jüd. Ztg.) Schweden. Stockholm. Der Vorstand unserer Gemeinde, Herr Dr. Lewertin, hat von Sr. Maj. dem Könige von Schweden den Wasa-Orden, und Herr Kommerzienrath Heymann in Kopenhagen den Sandalafsorden erhalten. Herr Simon Wolf, unser Glaubensgenosse, wurde von Prinz Oskar zum Hofzahnarzt ernannt. (Hamagid.) P a l ä st i n a. Jerusalem, im April. Die von der englischen Compagnie*) begonnenen Nachgrabungen in der Nähe Jerusalems werden mit großer Thätigkeit fortgesetzt und wird besonders die Aufsuchung der Gichonsquelle energisch betrieben. Die Agrikultur-Gesellschaft in Jaffa hat sich.eines immer größern Aufschwungs zu erfreuen. Nach Amerika wurden von hier zwei Abgesandte geschickt, um Geld für Jerusalem zu sammeln. Auf Anfrage von Herrn vr. Messing in New - Port über die Vertheilung der Spenden, gab ich demselben dahin meine Ansicht zu erkennen, daß dieselben nicht bloß für Jerusalem bestimmt, sondern in ganz Palästina vertheilt werden mögen. Unser gütiger Pascha ist abberufen worden; der neue Pascha ist bereits angekommen. Die Ernte verspricht eine gesegnete zu werden. Doch ist die Noth noch immer groß und sind wir gezwungen, and) fernerhin die Güte unserer Glaubensbrüder zu beanspruchen. M. Sachs. Amerika. Cincinnati. Das hier erscheinende „tägliche Volksblatt" berichtet Folgendes: „Unsere israelitischen Mitbürger zeichnen sich bekanntlich durch ihren Wohlthätigkeitssinn aus, den sie bei jeder Gelegenheit auf humane und großmüthige Weise bethätigen. Auch die Noth, die jetzt im Süden herrscht, hat an ihr Mitgegefühl appellirt, und alle Glaubensschattirungen der hiesigen Israeliten veranlaßt, zur Abhilfe derselben beizutragen. So Hot die orthodoxe Gemeinde „S h eerith Israelit," deren Synagoge sich an der Lodge Straße befindet, letzten Samstag während ihres Gottes- *) Diese Gesellschaft bestimmt auch die geographische Lage der Orte Palästinas.

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