Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1867)
- Date
- 1867-05-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 22. Der Israelit. Ein N Genirak - Hrgan für das orthodore IudentHum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 29. Mai 5627 (1867). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 11/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Das allgemeine österr. -isr. Taubstummen- Jnstitut in Wien. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Breslau.— Holland: Amsterdam. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. — Italien: Modena. — Frankreich: Paris. — England: London. London. — Griechenland: Corfu. — Rußland: Warschau. — Schweden: Stockholm. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: Cincinnati. — Feuilleton: De Pinto von Amsterdam. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Die Vorgänge in Ungarn. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. München. Aus dem Großh. Posen. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. — Donaufürstenth.: Jassy. — Aegypten: Alexandrien. — Persien: Astrabad. — Amerika: Rochester. — Feuilleton: David Rubeni und R. Salomo Molcho. Inhalt der Extra-Beilage: Pesth. - Inhalt der wissenschaftlichen Beilage: Die neue von Fischer (und Gelbe) besorgte Ausgabe des Buxtors'schen Lexicon Chaldaicum talin. et rabb. — rPttffrO nttniD m — — Leitender Artikel. Das allgemeine österr.-isr. Taubstummen-Institut in Wien. Zu den gewichtigsten und im Princip bedeutendsten Humanitäts-Anstalten gehören gewiß die Taubstummen - Institute. Da das größte Israel. Taubstummen-Institut dasjenige in Wien ist, so ist es wohl angemessen, demselben an der Spitze des Blattes einige Worte zu widmen. Die genannte Anstalt sagt in ihrem dreizehnten Jahresberichte Folgendes: „Hätten wir nur von dem geistigen Erfolge unseres Institutes Bericht zu erstatten, so könnten wir nicht nur mit Beruhigung, sondern auch ohne Selbstüberhebung, mit wahrhafter Befriedigung auf die Resultate des abgelaufenen Jahres zurückblicken. Sechs und siebenzig jugendliche Geschöpfe wurden dem bewußtlosen Vegetiren entrissen. Durch die sorgsamste Pstege, durch Ausdauer und Umsicht, durch unglaubliche Geduld und reinste Menschenliebe wurden sie durch Nacht zum Lichte geführt. Es ist ein erhebendes Gefühl, sich sagen zu können, diesen Unglücklichen die Seelenleuchte angezündet, ihnen ihre Menschenwürde wieder gegeben und die Möglichkeit verschafft z« ch-aben, sich ihre Existenz selbst gründen zu können. Viele der im Institute gebildeten Jünglinge, die sonst dem Blödsinne verfallen wären, sind tüchtige Handwerker und nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft geworden und schaffen rüstig mit kräftigem Arme und gewecktem Geiste. Und die Mädchen, die entlassen wurden, sie kehrten heim zum väterlichen Heerde und walten und wirken in Sittlichkeit nach reiner Frauen Art. Jeder einzelne von den vielen Fachmännern, die in diesem Jahre das Institut besuchten., .war des Lobes voll. Die musterhafte Einrichtung,. die Leistungsfähigkeit der Zöglinge überraschte sie, und dem Leiter der Anstatt wurde die vollste und wahrste'Anerkennung zu Theil. „Ist es nun nicht in hohem Grade traurig und wahrhaft peinlich, konstatiren zu müssen, daß sich die Theilnahme unserer Glaubensgenossen ohne Verschulden des Vorstandes und der Lehrer vermindert hat? und daß wir in diesem Jahre ein Deficit von fl. 2700 aufzuweisen haben? „Mit der größtmöglichsten Sparsamkeit wird bei der Verwaltung vorgegangen, und bei einem Institute, in welchem als erste Bedingung des Gedeihens der