Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1867)
- Date
- 1867-05-08
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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323 Vereine der Principäle zu errichten, die sich ebenfalls verpflichten: a. einen monatlichen oder vierteljährigen Geldbeitrag zu leisten b. Nur solche (SommiS oder Lehrlinge zu engagiren, die dem obengemeldeten Vereine angehören. Ich glaube, daß durch diese doppelten Vereine eine ziemliche Klarheit bei dieser wichtigen Sache erzielt wird, denn einerseits werden nur wahrhaft fromme, junge Leute sich entschließen, die Verbindlichkeiten zu übernehmen, die der Eintritt in diese Vereine bedingt und andererseits die Principäle sich verpflichten, nur aus diesen Vereinen ihre Commis zu engagiren. Wenn gleichwohl anfänglich die Zahl der Betheiligung der jungen Leute keine große sein dürfte, so reichen sie jedenfalls doch aus, um die Principäle c. und d. vollständig befriedigen zu können und hoffen wir, daß nach und nach beide Vereine sich recht erweitern. Dies sind die Vorschläge, die ich der öffentlichen Prüfung unterstelle und hoffe, daß diese Anregung recht Viele veranlaffen möge, auch ihre Vorschläge kunbzugeben, damit man das Beste zusammen und feststellen kann. E. R. Rosen bäum. Bamberg, 18. April. Die von Ihnen in Verbindung mit andern gleichgesinnten wackern Männern angeregte Idee, die Bildung eines na» now - Vereines betreffend, findet allenthalben den freudigsten Anklang, und Alle, die unserer heil. Lehre anhangen, werden fich mit mir in dem Wunsche vereinigen, daß Ihre edlen Bestrebungen von dem segensreichsten Erfolge gekrönt sein mögen. Ein solcher Verein bietet allen Treugesinnten eine Stütze, und wird es ihren Söhnen leicht machen, sich auszubilden, ohne mit unserer heiligen Lehre in Kampf treten zu müssen, oder in diesem Kampfe, wie es leider so viele Beispiele zeigen, gar zu unterliegen. Ich habe über die praktische Ausführung vielfach nachgedacht und bin zu der Ansicht gelangt, daß der geeignetste Weg darin zu finden wäre, wenn von Seiten des löblichen Comitö's ein Aufruf in der Form eines gedruckten Circulars an die Rabbiner Lehrer, Cultusvorftände aller größeren Gemeinden Deutschlands erlassen würde, in welchem die Zwecke ausgesprochen und zum Beitritte aufgefordert würde, vorläufig in der Art, daß sich alle Gemeindeglieder einzeichnen, deren Geschäfte oder Gewerbe tenip na» lyiü) ruhen, und bei welchen junge Leute von Zeit zu Zeit untergebracht werden können. Das Comitä hätte einen besoldeten Schriftführer zu bestellen, welcher die Vermittlung zwischen den ein Unterkommm Suchenden und denjenigen, die ein solchezu bieten im Stande sind, zu übernehmen und überhaupt alle erforderlichen Correspondenzen zu führen hätte. Die ÄuSsendung von Sendboten nach de» j verschiedenen Gauen Deutschlands halte ich, abgesehen j von dem Kostenpunkte als viel zu weitläufig auch j gar nicht geeignet, den Vorgesetzten Zweck, der sich! von selbst empfiehlt, zu fördern. Indem ich! nen in gedrängter Kürze meine Ansichten mederzu- I legen mir erlaube, versichere ich Sie, daß es mir zur j wahren Herzensfreude gereichen würde, auch mit mei- I nen schwachen Kräften zum Entstehen und zur gedeihlichen Fortentwicklung dieses Vereins, den unsere Zeit so nothwendig erheischt, beitragen zu können, und l mit dem Wunsche v"' nnot? verbleibe ich I in vollster Hochachtung! Samuel Wassermann. Köln, 6. April. Nachdem der in Ihrer geschätzten Zeitschrift angeregte Plan der Gründung eines Sabbat-Vereines und die verschiedensten Seiten, denen derselbe seine Wirksamkeit zuwenden könnte, in mehreren der jüngsten Nummern vielfach von kundigsten und Autorität genießenden Personen ventilirt und exaininirt worden, bitte ich Sie, es nicht als Anmaßung betrachten zu wollen, wenn auch der Laie, der sich nur darauf berufen kann, sich eine größere Reihe von Jahren in den Geschäften bewegt zu haben, seine unmaßgebliche Meinung abzugeben sich gestattet, und die würde sich hinsichtlich Ihres Projectes in folgender Weise formuliren: Nr. 14 Ihres Organs berichtet aus London, daß Herr. vr. Adler Ehrw. Ihrem Impulse folgend, einen Sabbat-Verein für England begründen wolle, der sich dcr religiösen und (wohl so weit als thunlich) der pecnniären Stützung jüdischer Handlungsbeflissenen ' widmen solle. Mit dieser Beschränkung des Vereins-! Zweckes scheint mir der praktische Engländer das Richj tige getroffen, das Erreichbare vom Wünschenswerten! getrennt zu haben. Die Vorzüglichkeit der kundgegebenen weitergehenden Wünsche erkenne ich sehr ,wohl an, fürchte aber, daß denselben zu viel deutschen Charakters anklebt; ich meine, daß solche — reale Verhältnisse unberücksichtigt lassend — einen zu idealen Standpunkt einnehmen, auch die, auf einen Punkt concentrirt segensreich wirkenden Kräfte, zu sehr zersplittern würde. Ich glaube, daß das Project in folgender Weise der Realisirung am leichtesten zuzasühren sein würde: