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Der Israelit · 1867-05-08 · Heft 19 (8.5.1867) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 19 (8.5.1867)
Date
1867-05-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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VUL Jahrgang. Extra Beilage zu Nr. IS des Zraclit. Diese Zeitschrift erscheint für's Erste in zwanglosen Blättern als GratiS-Beilage des „Israelit". Statuten-Entwurf für den deutsch-österreichisch.) Verein nuttf noittf1 2> Von Rabbiner Dr. Hildesheimer. Vorwort. na ly inTjw 'n *ina Die rege Theilnahme, welche das Project der r^a^ nian feit der ersten Stunde der Veröffentlichung gefunden, ermöglicht mir schon jetzt, obgleich, wie ich aus den vielen Correspondenzen ersehe, erst jetzt theils durch Benützung der naip} mem brun zur Anregung, theils die Vollzähligkeit der Gemeindemitglieder während des üki zur Realisirung die eigentliche Thätigkeit beginnt; dennoch schon mit 276 Beitrittserklärungen (76 mehr als die Nr. 10 dieser Blätter, sixirte Minimal - Summe beträgt) vor die Oeffentlichkeit zu treten. Daher will ich hinter meinem dort gegebenen Versprechen nicht Zurückbleiben und folgenden Statuten-Entwurf der öffentlichen Diskussion vorlegen. Derselbe soll eben nichts weiter als ein Entwurf sein, d. h. wenigstens der erste Anfang von Vorschlägen und durchus nichts weiter; und bitte ich alle unsere Leser, sich dadurch jum die endgiltige Formulirung verdient zu machen, daß sie Verbesserungs- Vorschläge dazu machen, die ich entweder mit ihnen privatim discutiren, oder, was im Interesse der Sache viel erwünschter wäre, der öffentlichen Diskussion (mit oder ohne Namensnennung der Motoren, ganz nach deren Wunsch) zuführen will. Die unsägliche Schwierigkeit des Statuten Entwurfes, gerade dieses Vereines entgeht mir durchaus nicht, und übernehme ich auch 1) Ich habe schon in einer Correspondenz im „Israelit" meine Zustimmung zu dem Wunsche ausgesprochen, daß sich der von uns projectirte Verein mit dem gleichzeitig von Deutschland aus in diesen Blättern angeregten principrell ganz gleichen vereinigen möge. Zwei so nah verwandte, ja fast identisch heilige Vereine würden sich einander nur schaden, wenn sie ganz widernatürlich nur parallel laufen d. h. sich einander nur Concurrenz machen würden. Si milia si milibus; die Vereinigung wird den Verein t>"3 immer mehr stärken und kräftigen. 2) Der Name des Vereins bietet die größte Meinungsdifferenz, was natürlich mit der dem Vereine zugebenden Tendenz zusamkeinerlei Verantwortung der Zweckmäßigkeit der einzelnen Punkte desselben; glaube vielmehr meiner Pflicht vollständig genügt zu haben, indem ich denselben nach bestem Wissen und Gewissen sormulirt, der Oeffentlichkeit vorlege; von diesem Augenblicke an beginnt eine gleiche Pflicht der geehrten Herren Leser. Uebrigens werde menhängt. Sowie durch diese Blätter zieht sich auch durch meine diesbezügliche Correspondenz der zweitheilige Gegensatz. Edle, thätige Glaubensgenossen möchten gern den, Vereine die allgemeine Tendenz geben, alle praktischen Interessen des orthodoxen Judenthums zu wahren. So der Titel, unter welchem die löbl. Redaktion, die den Verein betreffenden Angelegenheiten bis jetzt subsumirt hat, so der specielle Vorschlag in diesen Blättern ihn, nmc nmn“ zu nennen; so der Vorschlag des höchst thatkräftigen Glaubensbruders, der die bisherigen Errungenschaften ganz besonders förderte und ermöglichte, nämlich G. M. Gottschalk Lewi in Belgard und der Gesinnungsgenossen seines Kreises, die dem Verein den Namen „jüdischer Verein" zu geben wünschen. — So sehr ich nun aber auch die große Wünschenswürdigkeit eines so allgemeinen Bruderdandes der Orthodoxen anerkenne, und der Größe und Heiligkeit d eses Strebens meine ungetheilte Achtung zolle; so geht doch meine unmaßgebliche Ansicht und meine feste Ueberzeugung, der auch die meisten bei mir eingegangenen Correspondenzen beistimmen, dahin, dem Vereine vorerst ganz bestimmte Gränzen zu limitiren. Wer Großes leisten will, muß sich beschränken, wer vielerlei, wenngleich noch so sehr Verwandtes gleichzeitig anstrebt, läuft Gefahr, seine Kräfte zu zersplittern und gar nichts zu erreichen. Je größer nun aber das Pensum jeder einzeln These ist, desto größer natürlich düs Bedürfniß der Theilung, desto größer die Gefahr des centrifugalen Vielerlei. Nun wäre es wahrlich Wortverschwendung erst des Ausführlichen beweisen zu wollen, da der von uns projectirte Titel „Verlegung des Wochenmarktes" so sehr die ganze Spann- und Thatkrast von Hunderttausenden in Anspruch zu nehmm geartet ist, daß er kaum einen Nebenbuhler neben sich duldet. Ist es ja leider so weit gekommen, daß sehr viele verzweifelnde Pessimisten existiren, welche nur hoffnungslose Stoßseufzer haben, eine That aber für durch die Verhältnisse gelähmt erklären. Daß wir nicht zu ihnen gehören, dafür zeugt das Projett selbst; daß auch die Majorität unserer Glaubensgenossen nicht dieser Ansicht ist. dafür bürgt mir die große Sympathie, die das Projett allerseits findet. Die zweite Seite des allgemeinen Strebens für roc nrvt (§. 2 b) ist gleichsam nur ein Zwillingsbruder der andern n. Sonst aber heißt es: Haushalten, haushälterisch mit Kräften und Geldmitteln umgehen, sie alle einem Brennpunkte zuzuwenden. Hat dieserp'r:s gründlich gezündet; dann ist es Zeit, schrittweise auch jene heiligen Empfindungen zu realisiren, deren schon jetzige Verwirklichung die obigen alle Achtung verdienenden Glaubensbrüder wünschen (§. 2. Zusatz).

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