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Der Israelit · 1867-05-01 · Heft 18 (1.5.1867) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 18 (1.5.1867)
Date
1867-05-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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289 Karlsruhe, 17. April. S. K. H. der Großherzog haben sich unter dem 6. d. M. allergnädigst bewogen gefunden, dem israelitischen Hauptlehrer Coßmann Ladenburger in Ladenburg die kleine goldene Cioilmedaille zu verleihen. (Karls. Z.) Berlin, 16. April. Wie wir hören, ist am 11. d. M. von dem Vorstande der hiesigen Gemeinde Dr. Abraham Geiger in Frankfurt a. M. zum Rabbiner erwählt worden. (Die Gegenwart.) Magdeburg, den 15. April. (Prioatmitth.) Am vorletzten Sabbat ann annn nans trat Herr Dr. Rahmer sein Amt als Rabbiner in hiesiger Gemeinde an. Nachdem sich die Wiederbesetzung der Stelle fast ein ganzes Jahr verzögert hatte, gab sich bei seinem Eintreffen allgemein die lebhafteste Freude kund, welche man besonders an dem sehr zahlreichen Besuche der Synagoge wahrnehmen konnte. In der gedankenreichen, in jeder Beziehung ansprechenden Antrittspredigt entwarf Herr Dr. Rahmer in sinniger und gewandter Anknüpfung an die doppelte Bedeutung des Tages sowie überhaupt der nrans ein Bild der Wirksamkeit eines Rabbiners in unserer Zeit und hob als die wesentlichsten Momente derselben die Verkündigung des göttl. Wortes in der Synagoge, die religiöse Erziehung der Schuljugend und die Wahrung aller religiösen Interessen innerhalb der Gemeinde sowohl, als nach außen, hervor.*) Redner wußte namentlich da die ungetheilte Aufmerksamkeir aller Zuhörer zu gewinnen, als er näher auf die Wichtigkeit der Religionsschule einging und trefflich erörterte, daß in ihrem guten Erfolge die Garantie für den Fortbestand und womöglich der Aufschwung des künftigen jüdisch-religiösen Gemeindelebens liegt. — Am folgenden Tage geschah durch den Vorstand die Einführung des Herrn Dr. Rahmer in die Religionsschule. Der Schulvorstand hatte hier in Gemeinschaft mit den Lehrern für einen würdigen Empfang L>orge getragen. Beim Eintritt in das geschmückte Schullokal begrüßten die beiden oberen Klaffen der Schule ihren künftigen Lehrer mit dem Absingen eines Empfangsliedes. Sodann hielten ein Mitglied des Schulvorstandes und der wegen seiner reichen talmudischen Kenntniffe nicht minder als wegen seiner langjährigen, treuen Wirksamkeit in hies. Gemeinde beliebte Cantor Nathanson, welchem in Abwesenheit des Rabbiners die Leitung der Schule übertragen war, eine herzliche Ansprache an den Gefeierten, worin Herr N. mit Bezug auf die Worte: "p ‘bw k: ma-iN p-n ’nx pob int Namen Aller die große Freude äußerte, nunmehr wieder den religiösen Führer an der Spitze der Gemeinde zu sehen, daß man das größte Vertrauen und die schönsten Erwartungen bezüglich seines Wirkens in der Schule *) Anrn. d. Correct.: Von der eigentlichen Wirksamkeit des Rabbinen, von der ptoi? im engern Sinne, scheinen diese Herren zu abstrahiren; ein '-»r> row wäre auch wohl in Magdeburg — Luxus. und Gemeinde hege, und daß man seinen Wünschen und Bestrebungen bereitwilligst entgegen kommen werde. Zunächst seinen Dank aussprechend, hielt dann der Gefeierte eine längere Ansprache an die versammelte Schuljugend, erging sich noch einmal über die hohe Bedeutung der Schule und endigte mit dem Wunsche, daß es ihm vergönnt sein möge, des Guten und Heilvollen recht viel in der Gemeinde zu bewirken. Das Absingen des letzten Verses des obenerwähnten Liedes bildete den Schluß der Feier. Sie machte sowohl auf die Schuljugend, als auf alle Anwesenden den erhebendsten Eindruck und hat vollständig das erreicht, was sie eigentlich sollte, die Erhöhung des Jntereffes für den jüdischen Unterricht bei den Kindern einerseits, sowie auch anderseits eine Anregung und Ermunterung selbst der Lehrer zur fortgesetzten Kraft und Thätigkeit. Am Schluffe dieses rufen wir noch Herrn Dr. Rahmer ein pow prn zu in Betreff seiner beabsichtigten Verbesserungen der Schule und anderer Gemeinde- Institutionen und wünschen, daß seine lobenswerthen Bestrebungen Seitens der Gemeinde die genügende Unterstützung finden mögen. Es findet sich hier Gelegenheit genug zu religiöser Wirksamkeit; aber es herrscht hier, was man lobenswerth anerkennen muß, Friede und Eintracht und bei einem großen Theil der Gemeinde ein wirklich religiöser Sinn, der nur der Anregung und Einwirkung bedarf, um auch zur That überzugehen. banan pbx n1? St. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, 9. April. Ein Fall, in welchem mittelst gefälschter Schriften Sammlungen für wohlthätige Zwecke veranstaltet worden waren, kam heute zur Gerichtsverhandlung. Die zwei Handlungscommis Jakob Lamm und Heinrich Hör, beide 21 Jahre alt, hatten ein Sammlungsbüchlein für Beiträge zur Erhaltung des Institutes der Chorknaben im israelitischen Bethause angefertigt und damit bei Königswarter, Todesko und andern wohlhabenden Firmen die betreffenden Beiträge einzukassiren gesucht. Nachdem sie etwa 30 fl. gesammelt und vergeudet, erschien Lamm mit folgendem Briefs bei dem Börsensensal Spiro. Euer Wohlgeboren! In Erfahrung gebracht, daß Euer Wohlgeboren alljährlich Beiträge zur Erhaltung des Institutes der Chorknaben zu spenden die Gnade haben, stelle ich die Bitte um Zustellung dieser Unterstützung, weil dies die letzte Sammlung in diesem Jahre ist. Sulzer m. p. Dieser Brief war von Hör, der als Chorknabe in dieser Angelegenheit Kenntniß hatte, gefälscht. Spira, der die Fälschung der Unterschrift sofort erkannte, veranlaßte die Verhaftung Hor's, auf dessen Geständniß hin auch Lamm eingezogen wurde. Beide wurden heute wegen Betrugs zu je 6 Monaten Kerkers ver-

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