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Der Israelit · 1867-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1867) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1867)
Date
1867-04-17
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Wissenschaftliche Beilage zu Ar. 16 und 17 -es Israelit. Arrtiner's Rafchi-Änsgabe. (Fortsetzung des Aufsatzes in Nr. 6*). 8) 3. M. 20 , 26 Pirnaox bvt dhk nn xb dki inam. Hr. B. sagt Vorrede S. X. Anm. 13, ihm nnd Hrn. Ehrlich schienen diese auch in dem 3"n befindlichen Worte ein Euphemismus zu sein; die ursprüngliche Lesart sei otnyn opn nn, wie sie noch jetzt in der xmm «npDB sich finde, und nur „«-non ’jec" habe man diese Worte in die jetzige Lesart verwandelt. Diese Conjectur scheint mir ebenso unkritisch als historisch falsch. Nach den Regeln der Kritik ist, bei den übrigen gleichen Perhältnissm, die schwierigere Lesart als die echte nnd ursprüngliche anzusehen, und dies ist doch wohl inam )“}bv gegenüber der Lesart der Peßikta. Auch ist «man ’jseo kein Grund die Worte D^yn nioifi6 dpn nn zu vermeiden, da hierin keine besondere Gehässigkeit gegen die fremden Nationen liegt, wenn nicht verfolgungssüchtige Sophisterei sie hineindeutelt. Wie oft droht überdies die h. Schrift selbst dem Volke Israel für den Fall seines Ungehorsams gegen Gott und sein Gesetz, daß es von anderen Völkern unterjocht werde; ist das nicht auch niDiN* 1? dp» nn? — Gesetzt aber, es läge wirklich in den Worten eine Beleidigung, welche man aus Furcht umzuändern genöthigt war, so müßte gerade das Gegentheil von dem sich zeigen, was die HH. B. u. E. vermuthen: Die Peßikta müßte die vermeintlich gefürchteten Worte niD>*6 dp« nn beseitigt haben, während von dem :>"n die Erhaltung derselben zu erwarten gewesen wäre. Denn der Verfasser der »np'vs »mcm, R. Tobia, Sohn des R. Elieser des Großen in Mainz, lebte und schrieb kurze Zeit nach dem ersten Kreuzzug, (vgl. o^run nie s. n. u. Zunz g. V. S. 298 u. f.) dessen Schreckensscenen er mitangesehen, und wohl nicht ohne Angst vor den nicht lange nachher folgenden Judenverfolgungen des zweiten Kreuzzugs. Dagegm lebte der wahrscheinliche Ordner des a"n Rab (s. D’^ran ns?) in Sura im Perserreiche und zu einer Zeit, wo Judenverfolgungen nicht an der Tagesordnung waren. Rab stand im freundschaftlichsten Verhältniß zu dem Perserkönig Artaban (vgl. i"y) und durch seinen Reichthum und Einfluß war er im Stande Tausende von Schülern in seinem Hause speisen zu lassm ('n i'p nairo); bei ihm hat *) Sinnentstellende Druckfehler in der gen. Nr.: S. 102, Col. 2, Z. 20, v o. st. Orten 1. Arten; Z. 9 v. u. st. ersten l. achten. wohl schwerlich eine Rücksicht »man \>sd obgewaltet. — Von allem Dem abgesehen, muß man staunen, 'wm vermuthet werden kann, man habe im aus Furcht statt der ganz harmlosen unanstößigen Worte am nn nicifcO die Aenderung lnsra -wrooj bw gemacht, tzg doch a"p im vorhergehenden V. 8 den Dviz,n nio« (selbstverständlich den damaligen heidnischen Völkern), und zwar grade unter dieser Bezeichnung, die ahschknlichste Sitlenlosigkeit zugeschrieben hat und Niemand &man ’jeo eine Aenderung zu machm sich verarüaßt fühlte. Aus dem Gesagten dürste sich als gewiß ergeben, daß die Lesart nstraaj die ursprüngliche und richtige ist. — Ist aber die Richtigkeit dieser Lesart sefigestellt, so ergibt sich uns die Frage, wie sie zu erklären sei. Ich erinnere mich, vor vielen Jahren von meinem Vater V'n: eine zwiefache Erklärung der Stelle gehört zu haben, die ich in Ermangelung einer besseren hier miizutheilen wage. In der min wird Israel öfters mit dkm Exil aus dem h. Lande und drückendem Galutleben als Strafe für die Verletzung des göttlichen Gesetzes bedroht. Diese Drohung ist leider viermal, nach der Ansicht unsrer Weisen, zur Ausführung gekommen, sn nv daa mdz Dnw. Derjenige, der von Gott als Werkzeug zum ersten Galut ausersehen war, ist Nebukadnezar, und als man können füglich die Herrscher und Feldherren bezeichnet werden, welche die nachfolgenden ni'dz bewirkten. Der Sinn der ftaglichen Stelle wäre demnach: wenn ihr meine Gesetze nicht beobachtet, so werdet ihr Knechte des Nebucadnezar und Andrer, die euch aus dem h. Lande vertreiben und unterjoche» werden, sein. — Vielleicht liegt aber auch in diese» Worten eine feine geschichtliche Anspielung. Die betreffende Schriftstelle 3 M. 20, 26 schließt sich an den vorhergehenden Vers an, welcher die Beobachtung der Speisegesetze wiederholt anbestehlt. Grade diese und ihnen ähnliche Gesetze sind es, deren Beobachtung zu manchen Zeiten und in gewissen Lebensstellungen große Opfer von dem gewissenhaften Juden verlangt. Das erste Beispiel von einer Collision zwischen den Speisegesetzen und der Lebensstellung zeigt sich unH bei Daniel, der am Hofe Nebukadnezar's erzogen wurde und von ihm und dessen Hofbeamten zum Genüsse verbotener Speisen gezwungen werden sollte, w^l man das körperliche Gedeihen des Jünglings bei der Enthaltung von denselben für gefährd^ hielt. <Day. Cap. 1). Hierauf könnten vielleicht die Worte des a"n und Raschi's Bezug nehmen und sagen wollen: . Beobachtet ihr die vorauserwähnten Speisegesetze nicht, so bekennet ihr euch zu der Ansicht Nebukadnezar's

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