Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1867)
- Date
- 1867-04-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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VIII. Jahrgang. Zweite Beilage zn Nr. 16L17desZsraelit. Leitender: Artikel. Gericht aus dem Freiherr von Rothschild'schen Hospitale und den damit verbundenen humanen Anstalten in Jerusalem von December 1866, Januar und Februar 1867. Jerusalem, im März. Da eben drei Monate verflossen sind, seitdem mir die Ehre zu Theil wurde, mit der Leitung dieses — durch Munificenz der edlen Familie Rothschild gegründeten — Hospitales und der damit in Verbindung stehenden Wohlthätigkeits - Anstalten betraut zu werden, so halte ich es für meine Pflicht, durch Veröffentlichung eines Berichtes von den ärztlichen Leistungen sowohl als von den administrativen Angelegenheiten der übrigen Anstalten Rechenschaft zu geben. — Am 9. December 1866 übernahm ich sämmtliche Anstalten — das HoSpital, die Direction der Handwerks¬ und Mädchenschule, die Oberaufsicht über Vertheilung von Brod und Wöchnerinnenwäsche — von dem bis zu der Zeit wirkenden provisorischen Verwaltungscomile. In derselben Zeit waren im Hospital verblieben : 15 Kranke (8 Männer und 7 Weiber). — Von den Krankheitsformen waren vertreten: Fieber mit 5 Fällen (1 Mann und 4 Weiber). Hydrops 1 Mann. Tumor lienis (Milzgeschwulst) 1 Mann. Rheumatismus 2 Männer. Hämorrhoiden 1 Mann. Conjunctivitis catarrhalis 1 Weib. Metroerhagie 1 Weib. Catarrhus ventriculi (Magenkatarrh) 1 Mann. Dysenterie 1 Weib. — Von diesen Kranken starb am 10. 1 Weib an Dysenterie. — Der Beschäftigung nach waren: Lehrer 1, Schneider 1, Schuhmacher 2, Taglöhner 4, Handarbeiterinnen 4, ohne Beschäftigung 3. Die Anzahl der vom 9. December 1866 bis 1. März 1867 im Hospitale verpflegten Kranken betrug 84, und zwar 44 Männer und 40 Weiber. Der Beschäftigung nach waren vom Handelsstande 15, Schneider 5, Tischler 2, Lehrer 1, Schuhmacher 2, Taglöhner 4, Maurer 2, ohne Profession 13, Rabbinerswittwen 2, Handarbeiterinnen 8, Wärterinnen 2, Köchinnen 3, ohne Beschäftigung 25. Die Krankheitssormen, welche vorkamen, waren: Fieber mit 18 Fällen (9 M. und 9 W). Hydrops 3 Fälle — 1 M. und 2 W. Darmkatarrh 8 Fälle » 3 M. und 5 W. Tumor lienis 2 Fälle — IM. und 1 W. Hysterie 1 W. Hämorrhoiden 1 M. Marasmus 3 W. Vitium cordis (Herzfehler) 1 M.! Bronchialkatarrh — IM. und 1 W. Conjunctivitis j catarrhalis 1 W. Conjunctivitis scropbulosa i 2 Knaben und 1 Mädchen. Nekralgia nervi froni talis 1 M. Ulcus cruris 2 Männer und 1 W. Scorbut — 1 Mann und 1 W. Fractura costae 1 W. Hypertophia tonsill. 1 M. Rheumatismus 2 M. Metrorhagie 2 W. Magenkatarrh 1 M. Tuberculosis pulmonum — 1 M. UNd 1 W. Orchitis 1 M. Mastitis 1 W. Fleuritis dexra 1 M. Pleuropneumonie 1 M. Typhus — 2 M. und 3 W. — Pericarditis 1 M. Icterus catarrhalis 1 M. Eczema capitis 2 Knaben und 1 Mädchen. Favus 1 M. Combustio 1 W. Ulcera scrophulosa 1 Mädchen. RetroverBio uteri 1 W. Stomatitis 1 M. Inflammatio digit. 1 W. Von diesen Kranken wurden geheilt entlasten 38 Männer und 30 Weiber — 68. Gestorben 1 Mann (Tuberkulose) und 1 Weib (Dysenterie) — 2. In Behandlung verblieben 6 Männer und 8 Weiber — 14. Dem Alter nach waren: unter 20Jahren 16 Kranke Von 20 bis 30 Jahre alt 10 tr ff 30 tt 40 w tt . 10 tt // 40 tt 50 tt n . . 8 tt ff 50 n 60 tt tt . . 11 tr ff 60 tt 70 tt tt . . 20 tt ft 70 tt 80 tt tt * 9 tt Dem Geburtsorte nach waren aus: Jerusalem 13 Kranke, Hebron 1 Kr., Saphet 1 Kr., Türkei 11 Kr., Rußland 37 Kr., Polen 5 Kr., Oesterreich 2 Kr., Preußen 1 Kr., Moldau-Wallachei 6 Kr., Algier 1 Kr., Marocko 6 Kr., zusammen 84 Kranke. Es wurden aber außer den im Spirale verpflegten israel. Kranken auch Ambulanten, ohne Unterschied der Confession, gratis behandelt und mit Arzneien unentgeltlich versehen. So habe ich vom 9. December 1866 bis 1. März 1867 1930 Kranken (1008 Israeliten , 311 Christen, 611 Türken) theils in der Ambulance, theils in ihren Wohnungen unentgeltlich ärztliche Consultation ertheilt und Medicamente verabfolgt. Aus dem oben geschilderten Stande der Krankheitsformen ist ersichtlich, daß das größte Contingent der Patienten das leider hier endemisch herrschende Fieber lieferte. Ich stellte mir deshalb zur Aufgabe, die wichtigsten hier vorhandenen aetiologischen Momente des Fiebers zu erforschen, und womöglich mir einen klaren Aufschluß darüber zu verschaffen. Obwohl die öffentliche Gesundheitspflege hier — wie überhaupt in der ganzen Türkei — noch im primitivsten Zustande schlummert, wiewohl hier fast in allen Ecken, ja inmitten der Hauptstraßen, die bereits