Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1867)
- Date
- 1867-04-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JW 14t. Israelit Ein Genlrat-Hrgan für das orthodore Iudentkum. Herausgegeben von I>r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 3. April 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C- oder fl. b. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1% Sgr. die Petitzelle oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pw Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Die „Neue Preußische Zeitung" und die Juden. — ZeitungSuachrichtcu und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Fürth. Eichstetten. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Olmütz. Pesth.— Italien: Venedig.— Frankreich: Lauterbourg. — Amerika: Boston. — Fruilleto«: Rabbi Elchanan. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Verein zur Förderung und Conservirung des relig. Lebens für die Juden in Deutschland. — ZettongSnachrichte« und Korrespondenzen. Deutschland: Mainz. Breslau. — O esterr. Kais erst.: Aus Mähren. Triest. — Amerika: Galveston. — Nachschrift: Cöln. — Inhalt der Extra-Beilage: fcOp b)? paö. - Ausruf aus Zion. — Leitender Artikel. Die „Neue Preußische Zeitung" und -ie Jude«. Mainz, den 26. März. Wir haben bereits in voriger Nummer eines Schmachartikels erwähnt, welchen die unter dem Namen „Kreuzzeitung" bekannte „R. Pr. Ztg." ger gen uns Juden „losgelassen" hat. Der Artikel ist als Ausdruck einer in Preußen mächtigen Partei bemerkenSwerth, und da er zugleich direct an die Adresse der „gläubigen Juden" gerichtet ist, so halten wir wlS verpflichtet, die uns imputirten Gesinnungen zurückzuweisen : Der Artikel der „ Kreuzzeitung" lautet: „Eine Petition: Die Vorstände von 412 jüdisch en Gemeinden beanspruchen die Aufhebung aller Specialgesetze in den Staaten des Norddeutschen Bundes, die noch der Verwirklichung des völligen bürgerlichen und staatsbürgerlichen Gleichstellung der Juden mit den Christen entgegenstehen. Wir machen denPententen aus diesem Anspruch keinen Vorwurf. Warum sollte der Jude, der bereits Rittergutsbesitzer, Magistrats- und Stadtverordneten - Collegiums - Mitglied, Abgeordneter des Landtages und des Reichstages sein darf, — warum sollte er nicht darnach trachten, die letzte Schranke niederzuwerfen, die ihn noch von dem Vollbesitz der Güter trennt, die vor Zeiten, auch wohl mit geschichtlichem Recht, als Privilegium der Christen angesehen wurden? Soll der Jude christlicher sein als der Christ? Achten die Christen nicht mehr die Wahrheit, die fast zwei Jahrtausende in der gesammten Christenheit zu Recht bestan-- den hat; verwerfen sie durch die Proclamation der Unabhängigkeit der staatsbürgerlichen Rechte vom christlichen Bekenntnis thatsächlich den christlichen Staat mit all seinen aus dem Christenthum hervorgegangenen und aus ihm ruhenden Ordnungen, — sollten die Juden sich diese Geringschätzung nicht zu Nutze machen? Ein Narr, wer nicht zugreift, wenn ein thörichter Sohn die Kleinodien, die seine Bäter gesammelt haben, zum Fenster hinauswirst. Wir sind den Juden nicht feind, gehören auch nicht zu denjenigen. die verächtlich über die Juden sprechen, während sie vor ihrem Gelbe sich bücken. Im Gegentheil, wir lieben sie, well das Heil von den Juden gekommen ist. Aber weil wir sie lieben, darum halten wir ihre staatsbürgerliche Gleichstellung mit den Christen für ein Unrecht, das gerade ihnen zugefügt würde. Wir sind überzeugt, daß der Jude, welchem es mit seinem Glauben ernst ist, nur mit tiefer Ironie auf Christen blicken kann, die ihm seine sogenannte Emancrpation in den Schooß werfen. Ja, jeder gläubige Jude muß sie als ein Geschenk der Anhänger des „verhaßten Nazareners" zurückweisen. Für ihn ist die staatsbürgerliche Gleichstellung mit den Christen ein Zeugniß der Mißachtung seiner Religion von Sette« der Christen. Und doch nehmen auch diese sie an? Sollte nicht das Raisonnement, mit dem sie ihr Gewissen beschwichtigen, in dem Satze