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Der Israelit · 1867-03-27 · Heft 13 (27.3.1867) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 13 (27.3.1867)
Date
1867-03-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 04 Nun aber vermissen wir in Ihrem, an wundervollen Momenten so Äer«S reichen Jahresberichte Nachrichten darüber^ iKrvAernPvasll religiöse Element in den von Ihnen gegründeten Schulen gewahrt ist worden. Jüdische Schulen müssen vor allen Dingen dem Geiste des JudenthumS Rechnung tragen; es mußt vor All«» die Wische WHettschaft, der Un* ^terrkchl kn Bibel und Talmud darin vertreten sein. ^Hie Lehrer müssen nicht allein profan-gebildete, sie ^sen auch jüdisch-gebildete Männer, und, was noch ist als das, sie müssen mit Herz und Seele für Glauben unserer Väter begeistert sein und diese ifterung durch ein den Vorschriften des traditio- JudenthumS gemäßes Leben bethättgen. U e- ^•oerdies werden auch nur derartige Schulen im Oriente gedeihen und sich das Vertrauen der dortigen jüd. Bevölkerung erwerben. Unsere ergebene Bitte geht nun dahin, daß Sie eine bindende Erklärung abgeben, in welcher ausgesprochen wird: 1) daß in den im Orient von der Alliance gegründeten oder noch zu gründenden Schulen dem Unterrichte in Bibel und Talmud eine hervorragende Stelle angewiesen wird; 2) daß nur solche Lehrer mit dem Unterricht an jenen Schulen betraut werden, welche dem jüdischen Religionsgesetze conform leben. Wir zweifeln nicht daran, daß Sie im Interesse der heiligen Sache diese Erklärung geben, und daß dieselbe Ihrem Vereine eine große Anzahl von Mitgliedern zuführen wird. Genehmigen Sie dis Versicherung unserer vorzüglichen Hochachtung. Die Redaction des Israelit vr. Lehmann. Zur orientalischen (Schüch.) VI. Dieses Regime, ebenso im Widerspruche mit der Gerechtigkeit als unglücklich für das Land, zog sich zuletzt eine allgemeine Unzufriedenheit zu. Man verglich die neue Situation mit derjenigen, welche die Obrenowiez zu schaffen gewußt hatten und kam zu dem Schluffe, daß nur die Restauration dieser Dynastie dem ungeheuren Ruin des Landes Einhalt thun könne. Unter der Zahl derjenigen, welche eine Aenderung wünschten , befanden sich natürlich auch die serbischen Juden. Sie hatten, und zwar besonders sie, unter der Regierung des Kara-Georg gelitten. Sie bedauerten den Rücktritt des Fürsten Milosch. Die Rückkehr dieses Fürsten, welche so innig gewünscht wurde, änderte den Zustand des Landes und die Lage der Israeliten.! Sogleich nach der Ankunft des Fürsten wurden i die Gesinnungen der Beamten wohlwollender.! Aber die Feinde der Juden verdoppelten ihre Jn-! triguen und bemühten sich mit allen ihnen zu Gebote j stehenden Mitteln, die liberalen Projecte des Fürsten! zu paralisiren. Es gelang ihnen, eine systematische Opposttion gegen die Juden in die gesetzgebenden Versammlungen zu schaffen und ihr Einfluß War stark genug, den Gesetzentwurf, welcher die Juden wieder in ihre verlorenen Rechte einsetzen sollte, zu unterdrücken. In der Skupschtina des Frohnleichnamsfestes von 1859 brachten sie eine Motion ein, welche von der Regierung verlangte, man solle den Israeliten jede Art' von Recht entziehen. Dieser intoleranten Adresse erwiederte die Regierung nach einigen Tagen, am 29. September 1*59, durch ein Decret, das in der „Gazette officielle“ (Nr. 108) veröffentlicht wurde und folgendermaßen lautet: Seine Hoheit, beseelt von dem Wunsche, allen Unterthanen Serbiens die Wohlthaten der Freiheit angedeihen zu lassen, ohne Unterschied der Nationalität oder der Religion, bestehlt, daß alle früheren Gesetze, die sich mit dem gegenwärtigen Decret nicht vereinbaren lassen, als nichtig betrachtet werden sollen. Die Beamten haben darüber zu wachen, daß kein Bewohner des serbischen Territoriums, welches auch seine Religion oder Nationalität sein möge, verhindert sei, sich da zu etabliren, wo es ihm gut scheint, oder sich irgend einem Handelszweig oder irgend einer Profession hinzußkben. Dieses Decret wurde nicht wörtlich veröffentlicht noch in das Protokoll der Arbeiten dieser BlMammlung ausgenommen. Was läßt sich hieraus schließen? Genau das , daß der Fürst diese Concession den Umständen machen mußte, in welchen er sich befand. Das Volk war weit davon entfernt, feindlich gegen die Juden zu sein, aber es war fast ganz abhängig von den früheren Inhabern des Handels-Monopols und die Regierung glaubte sich verpflichtet, diese Rücksichten für sie zu beobachten. Die Israeliten genossen wenigstens die Rechte, welche die fürstliche Gunst ihnen zu Theil werden ließ. Eine ziemliche Anzahl von ihnen etablirte sich von Neuem im Innern des Landes, und sie begannen wieder ihre commercielle Thätigkeit. Sie fanden überall eine gute Aufnahme und erneuerten ihre alten und ausgezeichneten Verbindungen inmitten des Volkes, das stets Sympathie für sie gehabt hatte. Dank dem Walten des Fürsten Milosch schien das Land seiner Wiedergeburt entgegen zu gehen. Die ersten Acte seiner Regierung waren von glücklichem Erfolge und versprachen dem Lande eine glückliche Zukunft. Aber der Fürst war alt, und man hätte für die Dauer des neuen Regimes das nahe Ende zu befürchte gehabt, wenn um» nicht die Hoffnung gehaßt hätte, daß der Nachfolger Milosch's, sein Sohn, die-

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