Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1867)
- Date
- 1867-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vin. Jahrgang. M 11 Dkr Israelit. Ein Kenlral - Hrgan für das ortkodore Iudentßum. Herausgegeben von Lehnrann in Mainz. Mittwoch, den 13. März 5627 (1867). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 1b kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1% Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusendm. Da mit dem 1. April ein neues Quartal beginnt, io erlauben wir uns. die geehrte« Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: Leitende Artikel: Esther. — Verein zur Förderung und Conservirung des relig. Lebens für die Juden in Deutschland. — KeitungSuachrichteu und Korrespondenzen. Deutschland: Erlangen. Lübeck. — Oesterr. Kaiserst.: Pesth. — Palästina: Jerusalem. Jerusalem. — Amerika: New - Aork. Feuilleton: Rabbi Elchanan. — Zuhalt der Beilage! Leitender Artikel: Bulletin her „^llianoe Israelits Univer- Sfcllö . KettungSnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Vom Neckar. Burgpreppach. Oberschlesien. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Pesth. — Schweden: Stockholm. — Amerika. — Inhalt der wissenschaftlichen Beilage: ntCHiD m rvKWi — Analecten. — Salomon Munk's Werke. Zur Geschichte der spanischen Inquisition. — Leitende Artikel. Esther.*) Beim Chanukah-Feste war es das siegreiche Schwert eines Mannes, welches das Heil Israels erkämpft hat; beim Purimfeste ist es die Anmulh eines Weibes, die unsere Voreltern rettete. Gott bedient sich vielerlei Mittel, sendet vielerlei Boten, um uns der Gefahr zu entreißen, und in Israel sind Männer wie Frauen die Abgesandten des Höchsten. *) Nach dem Foi d’Israel, von S. Bloch, dem verdienstvollen Redakteur des vnlvers Isra41ite. I Wir besitzen in Esther ein liebliches, entznckenj des Bild, einen der reinsten Diamanten in Israels Krone. In Mirjam, die da wacht, betet und weint am Ufer des Nil, wo ihr Brüderchen der Tod erwartet, bewundern wir die Klugheit und die schwesterliche Liebe; in der Prophetin Deborah feiern wir die göttliche Begeisterung; in Judith setzt uns der übernatürliche Muth in Erstaunen, der das Schwert drückt in die zarte Hand dieser unsterblichen Heldin; in Ruth rührt uns die Ergebenheit der Tochter für ihre Adoptivmutter, die Hingebung der Fremden für unfern Gott und für unfern Glauben; in Esther lieben wir die reizvolle Anmulh, die ftomme Bescheidenheit, den heiligen Opfermulh, der sich dem Tode zu weihen bereit ist. Esther, die bescheidene und demuthsvolle junge Israelitin wird Tausenden von Perserinnen vorgezogen, die nach der Krone ringen; ihr Triumph jedoch erregt Niemandes Eifersucht: „sie erwarb die Gunst Mer, die sie sahen." Der König setzte das Diadem auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Waschthi's Stelle. Um dieses frohe Ereigniß zu feiern, gibt der König seinen Fürsten und Würdenträgern ein Fest, nicht eine Orgie wie unter der ersten Königin, und anstatt Susa zu berauschen, gibt der König dem Lande Erleichterungen und Geschenke. Das ist" das Hochzeitsgeschenk, welches Esther begehrt hatte, das ist der erste Einfluß der israelitischen Königin. — Inmitten des königlichen Glanzes vergißt Esther nicht der Kindespflicht und bleibt ihres väterlichen Freundes gehorsame Tochter. „Und Esther gehorchte Mordechai's Worten, wie zur Zeit, da sie noch unter seiner Vormundschaft stand." —