Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1867)
- Date
- 1867-03-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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155 send, sicherlich die behördliche Genehmigung nicht versagt werden dürfte. — Theure Glaubensbrüder l Die oben besprochene Angelegenheit ist die wichtigste des jüdischen praktischen Lebens; hänget den eh? na» aus der Kette des jüdischen Religionsgebäudes, es bleibt nichts als traurige Ruine zurück; die Sache ist so wichtig, daß sie unbedingt erledigt werden muß; schrecket nicht vor der Größe des Weges zurück, denket nur an die man n^an b&nt£n bj, wie Erstaunliches diese geleistet, wie Unglaubliches I Und doch haben wir es hier mit einer viel greifbareren Frage, mit einer dringenderen, viel näherliegenden zu thun. Daher, meine Brüder, nahe und fern, eilet herbei, gleichviel ob ihr von einem sabbatlichen Wochenmarkte bedroht seid oder nicht, lastet euch nicht den Ruhm nehmen, die Begründer eines Vereines für den Kampf religiösen Rechtes und cer Gewissensfreiheit zu sein. — Ja, ich hoffe, daß auch Viele, welche weniger Skrupulosität für diese heilige Pflicht fühlen, dennoch nm des Rechtes und der Gewistknsfreiheit willen, für welche hier eingestanden werden soll, sich diesem Vereine aiffchließen werden. Und wenn derselbe nur zunächst für Oesterreich berechnet ist, so lebe ich doch der festen Ueberzeuaung, daß wir auch vom Anslande viele edle Mitglieder erhalten werden, welche Theil zu haben wünschen an der großen Errungenschaft, die sich dieser Verein zum Zwecke setzt; so daß derselbe seine Thätigkeit weit über die Grenzen Oesterreichs hinaus erstrecken muß. Daß ich meine schwachen Kräfte diesem projectirten Vereine jederzeit gern zur Verfügung stellen werde, brauche ich wohl nicht erst hinzuzusügen, wohl aber muß ich bemerken, daß die Menge meiner regelmäßigen Beschäftigungen es mir unmöglich macht, leitendes Mitglied desselben zu sein. Ich bekenne mich hiemit zum eisten Mitgliede destelben und zeichne außer dem später zu btstimmenden jährlichen Beitrage eine Spende von zehn Gulden ö. W. Die Meldung der ersten zweihundert Mitglieder bin ich bereit entgegenzunchmen (vielleicht ist die Redaction dieser Blätter so gefällig, die Namen der Mitglieder dkstelben zu veröffentlichen) — wenn diese Zahl erreicht ist, so werde ich dieses öffentlich anzeigen mit der Aufforderung, ein Comits zu conftruiren. Theure Brüder und Schwestern; Unsere D’can lehren rn« »a: D”p und UM wie viele tausend Seelen handelt es sich hier! Daher eilet, jeder Tag ist gewonnen, jeder gesetzestreu gefeierte »ap na» ist ein Denkmal , das sich die Mitglieder des Vereines auf ewige Zeilen setzen. Eisenstadt, im Ador. Dr. Israel Hildesheimer, Rabbiner. Die verschiedenen löblichen Redactionen werden ergebenst ersucht, diesem Aufrufe auch ihrerseits Verbreitung zu verschaffen. Die ehrwürdigen Herren Collegen unserer religiösen Farbe und Gesinnung fordere ich hiermit eindringlichst auf, die Sache in ihren Kreisen schleunigst in die Hand zu nehmen. Anm. der Red.: Als Herr Rabb. Or. Hildesheimer Vorstehendes schrieb, hatte er die Aufsätze in Nr 8 u. 9 noch nickt gelesen. Es wäre sehr wünschenswerth, wenn sich in Oesterreich ebenfalls ein Sabbat-Verein constituiren möchte, der dann mit dem von uns projectirten in Deutschland gemeinsam handeln und wirken könnte. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Württemberg. Wahrend ein Artikel in Nr. 7 dieser Spalten den früheren Kundgebungen beiftimmt die darüber Klage führen, daß Neuerer emreißen -»»**, was durch Gesetz, Herkommen und Gewohnheit geheiligt war; kommt in Nr. 8. dieser Blätter eine amtliche Berichtigung vom Rabbinate und Vorsteheramte Buchau, dos für sich Entschuldigungen auffuhrt. Es kann das unö nur freuen, wenn die Kundgebungen im „Israelit" ins Schwarze treffen; denn früher hat man dieselbe vornehm-nachlästig ignorit und, was aus dem Lager des „Israelit" kam, wurde als Zelotismus verschrieen; mm tarn'man diesen Warn- und Mahnrufen das Ohr nicht mehr verschließen und man sucht sich zu entschuldigen. Wir registriren dieses als einen Erfolg, den der „Israelit" errungen. Die früher reformsüchtigften Gemeinden, sie wollen konservativ erscheinen, sie suchen in der orthodoxen Presse sich zu vertheidigen. Man will die Schuld des Niederreißens auf andere Schultern wälzen, und was früher gesündigt worden, sollen die Alten verschuldet haben. Nun io ziehet die Sieber.m eilen stiefeln der unbesonnenen Reform von den Füßen und beginnet die angekündigte Reaction; nur nicht den Mantel auf beiden Achseln tragen wollen! — Was aber die Klage über die Vergewaltigung der Gemeinde Koppel anlcngt, so wird unser Gewährsmann die Acten in der Angelegenheit veröffentlichen und die Leser dieser Blätter werden sich überzeugen, daß sie durch unseren Gewährsmann nicht dupirt worden sind. 'nax Stuttgart. Wie wir vernehmen ist das von der israelitischen Oberkirchenb. Hörde zu edirende israelitische Lesebuch in der Metzler^chen Officin unter der Preffe uud wird 45 Druckbogen stark werden. Diesem muß ein „zu spät!" zugeruftu werden. Wir werden ein iSreel. Lesebuch und keine Israel Elementarschulen mehr haben; die israelitische Bevölkerung ist in einer Völkerwanderung von dem Lande in die Städte begriffen und diese wollen keine isr. Schulen. Stuttgart, Ulm, Heilbronn, die größten Gemeinden des Landes, haben keine isr. Volksschulen; andere