Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1867)
- Date
- 1867-03-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VIII. Jahrgang. JVf 10. Der Israelit. Ein Kentrat-Grgan für das orthodpre Iudenthum. Herausgegebm von V». Lehmann in Ma...z. Mittwoch, den 6. März 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate li/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: Der Wochenmarkt am Sabbat. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Stuttgart. Krailsheim. Vom Neckar. Berlin. Breslau. — Oeflerr- Kaiserst.: Wien. Wien. Prag. Jamnitz. Pesth. Pesth. Schütt-Szerdahely. — Italien: Florenz. — Canada: Suspension Bridge. — Feuilleton: Rabbi Elchanan. — Inhalt der Beilage: Leiteuder Artikel: Bulletin der „Alliance Israelite Universelle“. — ZeituagSoachrichtcu und Lorrespondeuzeu: Deutschland: Berlin. — Holland: Rotterdam. Groningen. — O esterr. K als erst.: Nikolsburg. — Italien: Florenz. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Rußland: Lublin. — Türkei: Candia. — Palästina: Jerusalem. — Feuilletons: D’CDn'T "»J?J HO Gallcrie der Rabbiner. — Wiener Sittenbild. — Leitender Artikel Der Wochenmarkt am Sabbat. Schon sehr oft «nd von vielen Seiten, ober noch mehr durch mein eigenes Gewissen aufgefordert, in folgender hochwichtiger Anoelegenheit meine Pflicht zu tbun, trete ich hiemit vor die Oeffentlichkeit, die treueste Bundesgenossin oller wahren und aufrichtigen Bestrebungen, und ganz besonders des orthodoxen Judenthums; und hoffe ich zu dem Allmächtigen, daß diese meine Worte nickt spurlos verhallen, vielmehr in den Herzen von Hunderttausenden meiner Glaubensgenossen einen lauten Wiederhall finden, und was die Hauptsache ist, thätige Theiluahme Hervorrufen werden. Die hochwichtige Angelegenheit, welche heute meine Feder führt, ist nichts Geringeres, als der sabbatliche Wochenmarkt. Wer hatte Worte, das Unglück zu schildern, das dieser schon über jüdische Kreise gebracht; wer zählt die Opfer, die dieser verführerischesten aller Verlockungen schon unterlegen? wer kann die fürchterliche Tragweite übersehen, von der die Consequenzen dieser ersten Gelegenheit zum Abfalle vom Heiligsten und Größten noch ferner begleitet werden? -- Leider kann man es nicht leugnen, leider ist es ein tagtäglich sich bestätigender Erfahrungssatz, daß sich in Orten, wo der Wochenmarkt auf den eh? roter fällt, aus die Länge der Zeit der orthodoxe Standpunkt des Religionsbewnßtseins nicht verbürgen läßt, ja daß die Kreise der Orthodoxie vorzugsweise durch dieses Lockmittel zur Sünde verleitet werden. Darf hiezu geschwiegen werden? Kann derjenige, der in einem Orte wohnt , in dem diese Gefahr nicht vorliegt, von der Vepflichtung, von der solidarischen Haftung, für seine unglücklichen Brüder und deren Befreiung aus Verführung und Gefahren mit Wort und Tbat einzustehen, kann irgend Jemand von dieser Verpflichtung freigesprochen werden? Und doch waren leider die wenigen nach dieser Richtung geschehenen Bestrebungen auch hierin so zerfahren, vereinzelt, zerbröckelt und zerstückelt, wie in Allem und Jedem. In Orten, wo diese Gefahr für diese Sabbatruhewirklich vorhanden war, thaten sich hin und wieder einzelne gottdegeisterte Männer zusammen, suchten alles Mögliche bei Subaltern- oder auch nach Bedürfniß bei höheren Behörden zur Verlegung des Wochenmarktes auf einen andern Tag auszubieten. — Hier gelang's, dort nicht; hier wurde Recht und Wahrheit nicht nur gehört, sondern auch aufrecht gehalten; dort wieder die Stimme der Wahrheit vom verbiffenen Religionshaffe übertäubt, und die besten Intentionen der Behörden durch Straßenaufläufe, Fenftereinwürfe bei Juden beantwortet, und dem eingefleifch-