Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1867)
- Date
- 1867-02-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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118 liebste Erholung. Das Französische schrieb er längst mit gleicher Geläufigkeit wie seine Muttersprache. Unter den vielen kleinen Abhandlungen, die er veröffentlichte, erwähnten wir einen Bericht in den Comptes rendus der Akademie, worin er die astronomischen Entdeckungen der Araber mit denen Tycho de Brahe's in einem einzelnen Falle vergleicht. Leider ist diese schöne und fruchtbare Thätigkeit durch eine schwere Schickung verkümmert worden. Eine Augenschwäche, die sich früh angekündigt, nahm in Folge des Mauscriptlesens zu; im Jahr 1852 mußte Salomon Munk sein Amt aufgeben, bald war er gänzlich erblindet. Zwei Jahre später (März 1854) schrieb in Bezug hierauf Heinrich Heine: „Ich vernahm erst kürzlich dieses betrübsame Ereigniß und erinnere mich jetzt, daß der vortreffliche Mann trotz bedenklicher Symptome sein leidendes Gesicht nie schonen wollte. Als ich das letzte Mal die Ehre hatte, ihn auf der königlichen Bibliothek zu sehen, saß er vergraben in einen Wust von arabischen Manuscripten und es war schmerzlich anzusehen, wie er seine kranken blaffen Augen mit der Entzifferung des phantastisch geschnörkelten Abracondabra an strengte. Blindheit ist wohl die härteste Heimsuchung, die einen Gelehrten treffen kann. Sie trifft diesmal die bravste Seele, die gefunden werden mag; Mnnk ist uneigennützig bis zum Hochmuth und bei all seinem reichen Wißen von einer rührenden Bescheidenheit." Selten hat Heine so herzlich gesprochen; er dachte das bei hochstehenden Glaubensgenoffen bereits vorhandene Jntereffe für Munk noch möglichst zu beleben. Uebrigens kam man dem Erblindeten von allen Seiten schonend und fördernd entgegen und auch dem Dienste der Wissenschaft durste er nicht entsagen. Von Allem erhob und tröstete ihn die Stimmung seines Innern voll Selbstverleugnung, Zartsinn und beschaulicher Zufriedenheit. (F. Z.) ANZEIGEN. Eisenstadl, 15. Schewat. An die Kreise der > ungarisch-böhmisch-mährischen d^o in Oesterreich.— | Dieser Tage war ein Mann Namens Israel Löwi bei mir, welcher von dem mso und dem Warschau mit einer Mission für ein derselben auf -»«ob pp sowie auch zur Unterstützung der Glieder dieser nach aller Herren Länder in Europa betraut wurde. Derselbe bat mich um eine Empfehlung für die Reise nach Ungarn. Ich aber sagte ihm offen und frei, daß ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln die Ausführung seiner Mission in den zum ung. - böhm. - mähr, gehörigen Provinzen zu hintertreiben streben werde, was ich nicht bester als durch das öffentliche Wort thun kann. Ich fühle mich nicht veranlaßt, ein Urtheil über besten Sendung abzugeben, die den Warschau und den cptied angeht; setze auch dmchans kein Mißtrauen in den mir bis jetzt ganz unbekannten rftwo, dessen Vater mir als einer der größten p*ny D’pnai dhdi1? bekannt ist. Nichtsdestoweniger ersuche ich alle zur Adresse dieses offenen Briefes gehörigen der etwaigen Aufforderung des Genannten seUst um eine außerordentliche Spende nicht zu entsprechen, und die letztere den regelmäßigen Unterstntzungs Geldern nach wie vor zuzuführen. Wohl ist auch in dem Missionsschrerben des genannten ribrwQ die Klausel enthalten, daß derselbe nur da, wo keine '"n nisip existiren, thätig sein dürfe. Jndeß gehört nach der Ueberernkunft und den Sonderungen der o^o (deren Begründung und Rechtfertigung nicht hierhergehört) jeder Groschen der in unseren Kreisen gesammelten Spenden, sowohl ordentliche wie außerordentliche, dem mehr erwähnten und kann derselbe in dem Drange gegenwärtiger Zeiten, in denen selbst die Erschwingung der allernothwendigsten palästinensischen Unterstützungsgelder so außerordertlich viel Mühe macht, diese Spenden weniger als je entbehren, was aber jedenfalls einer allgemeinen Erfahrung gemäß, daß unter Hundert wenigstens 90 sich auch die außerorderlichen Spenden in Rechnung der regelmäßigen bringen, sicher der Fall sein würde. Der Sendbote möge in den Kreisen des bbiv Warschau und D'-hedd wirksam sein, wohin ihn meine innigsten Segenswünsche begleiten. __Dr. I. Hildesheimer. iemit die Anzeige, daß im Aufträge des Centralcomitä's für den Bau von Armenhäusern auf Zion die Erdarbeiten und Materialien, Bausteine, Kalk rc. zu den neu auszuführenden Bauten in Anoriff genommen werden. Der Leiter der königl preuß. Bauten, Herr S ch i k, ist so gütig, den Plan zu den Bauten zu entwerfen. Wir wollen hoffen, daß unsere Brüder in Europa aus den Berichten des Sir Moses Montefiore während seines Aufenthaltes im hiesigen Lande ersehen haben, daß es nichts Höheres und Besieres zur Verbesserung der schlechten Lage in Jerusalem gibt, als der Bau der Armen- und Pilgerhäuser aus Zion. Wir hoffen, daß die sämmtlichen Sammlungscomit^s in Berlin, Wien, Eisenstadt, Frankfurt a. M., Halberstadt, Crefeld, Hannover, Cöln, Düsseldorf, Thorn, Meseritz, Lyk, Hamburg, Breslau, Sorau, Beuthen, Mislowitz, Rybnik, Loslau, Gleiwitz, Paris, Brüssel, Amsterdam, Rotterdam, Niwrozlow, Grätz, Posen, Kopenhagen und sämmtliche Comitö's in Australien mit erneueren Kräften Alles aufwenden werden, um den Bau der Armen- und Pilgerhäuser auf Zion zu befördern. Für das Localcomitö: (L. S.) S. Harrsdorf.