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Der Israelit · 1867-02-06 · Heft 6 (6.2.1867) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 6 (6.2.1867)
Date
1867-02-06
Page
– (sequence 20)
Language
German
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104 zur Stelle anführt und dort mit den Worten Meyer's schließt. „Wir wissen nicht, unter welcher Getreideart sich die erste Kultur der Menschen entwickelt hat; entschieden aber ist es, daß die gesittete Bildung im Abendlande von der Kultur des Weizens begleitet worden ist; doch ist es nicht auszumachen, wo derselbe zuerst gebaut wurde. Ohne Zweifel kam der Ackerbau aus Egypten nach Griechenland und zog sich von hier aus segnend über ganz Europa." Sehr sinnig nennt daher R. Meir den Weizen njnn yy „die Pflanze der Erkenntnis und des Wissens." Berliner. ntcmB m rvü&n, Anfangs - Unterricht in der Mosaischen Religion der israel. Volksschulen :m Kaiiertbume Oesterreich. — 'ttnic r" Mos. Religionslchre für die III. u. IV. Klasse ac. Wien, k. k. Schulbücherverlag 65, resp. 63, beurtheilt von I)r. J. Hildesheimer. Kein Buch fordert gebieterischer und entschiedener die Kritik heraus, als ein. Reliaions-Buch; denn kern einziges kommt ihm an Gefährlichkeit bei Fehlern in; Inhalt und Form gleich. Keines unter diesen verlangt ein so kritisches Auge, wie das, welches eine j positive Religion zum Gegenstände hat, und nicht jene * 1 seichte und flache Allerweltsreligion, des blos allge-! meinsten Humanismus. Hier gibt's weder viel zu! sagen, noch viel zu schweigen, weder Jrrthümer noch j Mißverständnisse im Einzelnen, denn Einzelnes gibt's! hier gar nicht, sondern nur ein einziges Ganzes, einen; Jrrthum von Aplpha bis Omega. Ein Anderes, wo \ man von der positiven specisischen Religion so recht positiv und specifisch spricht, hier können Ungenauig-! keilen der religiösen Praxis sehr verderblich werden; i es können trotz des guten Willens Fehler mit darunter! laufen, und nun gar erst mit bösem Willen Täuschung j unter der Form von Wahrheit verbreitet, und in die! weitesten Schichten des Volkes verbreitet werden. Unj endlich dringender aber tritt die kritische Arbeit an , uns heran, wenn wir es mit einem Buche zu thun j Haben, welches die Regierung zum Gebrauch von Schulen anempfiehlt, so daß dadurch leicht ein Gewissenszwang sondergleichen geübt werden kann. Und diese Pflicht wird endlich noch viel unabweislicher, wenn es eben viele Hunderttausende sind, gegen welche möglicherweise die Verfälschung ihrer religiösen Grundsätze in den zarten Herzen der Kinder geübt wird. Hier wäre Schweigen höchst sündhaft, Schweigen einmal in der Oeffentlichkeit, damit die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese traurigste aller Despotien, die gegen das Gewisien, gerichtet werde, dann aber geradezu direct gegen diese hohe Negierung; abgesehen davon, daß auch der erste Weg derselben kein Geheimniß bleibt, und ganz besonders einer so gerechten Regierung wie der Oefterreichischen, welche die Gewissensfreiheit der Israeliten um kein Jota weniger als die der übrigen im Staate anerkannten Religionen wahrt, schützt und stützt, und die selbst verständlich nur bona fide, weil man ihr den Inhalt des Compendiums für ein getreues Abbild der mos. Religion ausgegeben, daffclbe als obligates Buch für alle öffentlichen jüdischen Schulen einführt. Sobald daher die wahre echte Partei des Judenthums, die Orthodoxie, zu der Ueberzeugung gelangt sein wird, daß man in solchen vermeintlich jüdischen Religionsbüchern in der That im zarten Herzen der Schuljugend sogleich Capital schlägt für die Lüge und die Reform; so ist es unveräußerliche Pflicht derselben, rücksichtslos gegen das Geschrei der Reform, die natürlich immer Zeter-Mordio schreit, wenn man ihr das Handwerk legt, der Regierung, die wahrhaften Religionsbücher in der Hand, zu beweisen, daß man sie getäuscht, daß man sie ganz gegen ihren Willen zu Schergen des Seelenmordes unschuldiger Kinder gemacht, und nicht eher zu ruhen, bis dieses tagtäglich langsam aber sicher wirkende Gift aus den Schulen verbannt ist. Wir sprachen bis jetzt nur von aufrichtigen Verfassern, und Täuschungen, die nur nach Außen, der Behörde gegenüber, die selbst keine Kenntniß von der Sache haben kann, ftattfanden. Was soll man aber von Täuschungen nach Innen sagen, was von den Schurkenstreichen derjenigen, welche ihre Pläne so fein verstecken, daß sie sogar um des übergroßen niTDn willen in lächerliche Pedanterie und Kleinigknts- Krämerei zu verfallen scheinen. Was von der Verführung, die unter dem Deckmantel der rigorosesten ©eiüifientmftißfeit selbst in den kleinsten Dingen auftritt, was von denjenigen, welche die schmählichste Lockspeise auswerfen, um das Vertrauen derer zu erstehlen, deren religiöses Leben man verderben will. Von dieser Sorte sind nun eben die Bücher, deren Kritik ich mir zum Vorwürfe genommen. Es sind sel,r schwere Anklagen, die ich gegen den mir ganz unbekannten Verfasser erhebe, allein ich werde den Beweis der Wahrheit antreten. Ich werde sie mehr, als mir lieb ist, erhärten. *) (Fortsetzung folgt.) 1) Es wundert mich wirklich, daß diese fein angelegte Schlinge der Reform nicht schon lange als solche entlarvt und in wirklich jüdischen Blättern in ihrem wahren Lichte gezeigt worden ist. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampf - Schnellprefsendruck von I. GottSleben in Mainz.

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