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Der Israelit · 1867-02-06 · Heft 6 (6.2.1867) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 6 (6.2.1867)
Date
1867-02-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wissenschaftliche Leilage ju Ar. 6 desÄsraclit. Samnrltanischrs. *) Von Dr. A. Sulzbacli. Bekanntlich haben die Samaritaner die Bibel an vielen Stellen gefälscht, theils um ihre dogmatischen Ansichten durch dieselbe zu sanctioniren, wie z. B. die Heilighaltung des Berges Garisim, theils aber auch, um ganz besondere Ehrerbietung den Helden der Bibel zu erweisen. Aber auch noch ein dritter Grund scheint bei manchen Fälschungen durch. Wie jetzt die Karäer, so geriethen auch schon früher die Samaritaner in große Verlegenheit, weil sie jede Tradition läugneten und an dem Buchstaben des Gesetzes genug zu haben glaubten; jetzt finden sich aber in der Schrift doch fo viele Stellen, die ohne Tradition, wenn auch Nicht unverständlich, doch vielerlei Deutungen zulassen; wie sich aber da helfen, wenn man das Schriftwort nicht dem Schwanken der Meinungen preisgeben, die Autorität der Tradition aber nicht anerkennen wollte? Da wußten die Samaritaner sich zu helfen, sie strichen Worte des ursprünglichen Textes und schoben dafür die herkömmliche Erklärung ein. Diesem Treiben sahen natürlich die Rabbinen nicht ruhig zu, in versteckten und offenen Angriffen traten sie demselben entgegen. — Einige Falsate der Samaritaner geben uns daher Ausschluß über Erklärungen, die die Talmudisten manchen Schriststellen geben, da solche oft als Gegenerklärung gegen die Auffassung des Schriftwortes seitens der Samaritaner anzufehen sind. Ex. 18, 7. ft PL"- ippt&’i unn p«pp*? ntt'D «s»i wird von dem Sam. umschrieben: Tin»’! 'n '8 'o «--p ft pan PL'aft Während der hebr. Text uns erzählt, daß Moscheh sich vor seinem Schwiegervater niederwirft und denselben küßt, ist es bei dem Sam. umgekehrt; Moscheh geht hinaus, seinem Schwiegervater entgegen, aber dieser wirft sich vor jenem nieder und küßt ihn. In der übermenschlichen Verehrung, welche die Sam. vor den Männern der Bibel, namentlich aber vor Moscheh hatten, konnten sie es nicht begreifen, daß derselbe einen Heiden geküßt und sich vor ihm niedergeworfen habe und drehten daher den Sachverhalt um. (Vergl. S. Kohn de pent. Sam. etc. Lips. 1865 p. 20 ) Dieses Falsat der Sam. bildet aber erst die rechte Illustration zu der Erklärung der Mechiltha z. St.: »a jnr »j»« ü»« »np ’D lPjrft ar»« ft«p»i pd:x «ipao »ob rmntpn pttft «ft mnrwn rft 'di« »in PL'D »wni '«jw hto fftn vcnb n&D «in«. Das Judenthum duldet nicht die Vergötterung eines Menschen, selbst nicht des Moscheh, *) Anm. der Red.: Da in der Officin sich keine samaritanischen Typen vorfinden, so haben wir die samaritanischen Citate mit hebr. Lettern gegeben. und daher treten die Rabbiner hier versteckter Weise gegen die Verdrehung der Samaritaner auf; gerade weil Moscheh der V»«, der hervorragende Mann xar e£o%tp' ist, deshalb ehrt es ihn desto mehr, wenn er über seine Stellung den Schwiegersohn nicht vergißt. Er. 21, 20. umschreibt der Sam. cp:’ cp: in nci» piD. Hier aber tritt recht deutlich das Verkehrte und Principlose der Samaritanischen Richtung hervor, welche die Tradition perhorrescirt und sich ihr doch nicht entziehen kann. Das Resultat der talmudischen Discussion ergibt, daß unter Lp:' cp: nur die Rache durch das Schwert verstanden sein könne, und als Todesstrafe erklären die Samaritaner diese Worte auch. Doch wie kommen die Sam. zu dieser Auslegung, da dieselbe doch nur erst durch Anwendung der überlieferten Jnterpretatiousregeln möglich ist? Gerade weift Mechiltha Z. St. darauf hin, daß ich unter den besagten Worten eher Geldstrafe als Todesstrafe verstehen müßte, würde die Anwendung der Auslegeregeln mich nicht eines Bessern belehren: pp»d Dp:» cp:, daß ft 'p: Todesstrafe bedeute, weiß man wohl durch die Behandlung des Gesetzes, doch :« nP'D ft:« pp« nc»p: ft,-ft ft«:: pc»p: jxc ft«: p.cix;pj ft pna «8« mn *;« ppp ftni> pd p»p:j pp: ppp::. So geht auch aus T. Spnhedr. t'. 52 lr. deutlich hervor, daß man der Tradition nothwendiger Weise bedürfe, um in den bes. Worten die Bedeutung der Todesstrafe zu finden: ftn pp pp:' »j»« pD»p:. Daß es nach diesem Leben noch ein anderes gebe, ist vielfach in der hl. Schrift angedeutet. Auch die Samaritaner glaubten an ein Jenseits, ihnen konnte aber für dieses Dogma nicht allein eine Andeutung genügen, da sie die Tradition verwarfen, sie wollten die Unsterblichkeit in der Schrift lesen, und darum umschrieben sie iyi cftsft *ft0, ft (@£. 15,18.) in nyi. Doch wie wenig sie in den Geist des jüdischen Schriftthums eingedrungen waren, erhellt aus Mechiltha z. St.: 7'na »"» cp by p«pjy» na« ft« 'di« j"p»"p «ft« cftjft;p3 noi« '»n «f» pp: cftzft p'njft pp: D^ijft t^d» na«. Es klingen uns auch diese Worte wiederum wie Opposition gegen die Schristfälschung der Samaritaner. Die Ewigkeit ist nach R. Jose's Ansicht schon in der Futurform des Zeitworts ausgedrückt, ohne daß eine Umschreibung, wie die Samariter sie geben, nothwendig wäre. Eine Unbeholfenheit der Sam. gibt sich kund Gen. 48, 15. Jakob erzählt seinem Sohne, wie Gott ihn geweidet, ihn ernährt und versorgt habe, und fährt fort, daß der Engel, der ihn erlöst habe, auch die Knaben segnen möge. Die Sam., oberflächliche Buchstabenmenschen, sehen hier Gottes Rechte beeinträchtigt, und aus Furcht, gottlos zu erscheinen, sind sie so gottlos, das Wort der hl. Schrift zu fälschen und schrei-

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