Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1867)
- Date
- 1867-01-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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81 Moses Katzenellenbogen von Anspach, verloren hatte, nahm dieses Anerbieten mit Dank an, und so wurde er Schüler und Schwiegersohn des hochberühmten ynno. Im Jahre 1740 veröffentlichte er in Homburg vor der Höhe, bei Aaron Zebi Hirsch, die ’tyn’n oder Discussive Expositionen, zum Talmud Traktat Jebamot von R. Moses ben Rachman, nach einer alten Handschrift und nannte seine Ausgabe: ni"6in Di«. Bald darauf wurde er zum Rabbiner in Mergentheim und anderen Gemeinden an den Tauber und dem Neckar gewählt. Hier schrieb er 1747 eine rabbinische Approbation zum anip »as; eine andere 1761 zum noan nwan. Aus der Ueberschrift dieser letzten Approbation, geht hervor, daß unser Rabbiner Katzenellenbogen zur Zeit der Herausgabe des nenn rvtp*n, d. i. 1763, zum Rabbiner in Heidelberg und der Pfalz ernannt wurde, nachdem er dem Rabbinate von Mergentheim, oder Mergenthal, mehr als 22 Jahre vorgestanden. In Heidelberg gab er 1767 eine Druck-Approbation zu Maimonidis großem Werke: min ru»D. In demselben Jahre nahm er Antheil an dem Streit der Frankfurter Rabbiner gegen den Rabbiner von Crefeld. Er stand mit den meisten Rabbinern Deutschlands auf der Seite des Verfolgten (Vergl. nenn -nst, S. 13. a. und 13 b.). Bei dieser Gelegenheit schrieb er zwei Rechtsgutachten, wovon Eines an R. TebleHeß, Rabbiner in Mannheim, gerichtet war. Da R. Teble bald darauf starb, so erhielt er dessen Platz in Mannheim, nachdem er sechs Jahre hindurch in Heidelberg rühmlich gewirkt hatte. In Mannheim war es ihm vergönnt, noch 32 Jahre lang den Rabbinerstuhl zu zieren. Er starb im hohen Greisenalter, in der Nacht des 2 Tischri 561, d. i. den 21. September 1800, nach dem er 60 Jahre als öffentlicher Rabbiner segensreich gewirkt hatte. Während dieser langen Zeit seines Amtsthätigkeit gab er über viele in - und auswärtige casuistische Fragen rabbinische Bescheide ab, die er gesammelt hinterließ. Die Collect. Michael Nr. 785 enthält einen Theil dieser Rechtsgutachten von seiner eigenen Hand geschrieben. Die Nr. 788—9 derselben Collection bewahrt eines auf. 12. 'D^rp ip"n -pjn Herr Dr. Zunz, in seinem Werke zur Geschichte und Literatur S. 264, erwähnt mehrere Abkürzungen Prager Familiennamen, als: n"v wu2 p”# ip"a w"b. Diese Abbreviaturen hat er aus dem handschriftlichen Katalog der Oppenheimerischen Bibliothek, den auch ich besitze, abgeschrieben, aber er hütete sich weislich, sie zu erklären. Denn schon bei einer, die er zu entziffern versuchte, hat er fehlgeschoffen. Jeder, der nur einigermaßen in der jüdidischen Literatur bewandert ist, weiß, daß p"a Back, der Familienname so vieler Schriftsteller, die Abkürzung von Backofen, einem Ort in Böhmen, ist, woher alle Backoiener stammten, aber nicht die Abkürzung von o'temp mu, Kinder der Heiligen, die nirgends zu finden ist, als im Kopfe des Erfinders! ist die Abkürzung von Alt schul, ebenfalls eine berühmte Familie aus Prag, die auch den Namen nwten-p, aus Jerusalem, führt. Die Genealogisten, die gern ihre Geschlechtsregister und Stammtafeln mit Geschichtchen ausschmücken, erzählen über den doppelten Namen Altschul und Jerusalem, daß zur Zeit einer heftigen Verfolgung der Juden in Jerusalem mehrere Einwohner der heiligen Stadt nach Prag flüchteten mit Steinen ihrer zerstörten Synagoge. Diese ehrwürdigen Steine wurden von den Flüchtlingen zum Umbau der Altichule in Prag verwendet und von dieser Sage erhielten die Nachkommen der Jerusalamitaner den zweifachen Namen: Altschul und Jerusalem.*) Einer der ersten uns bekannten Altschul-Jerusalem ist der Rabbiner Henoch aus Prag. Er blühte im Jahre 1540, und wurde in seiner Zeit, als ein Mann von Verdienst betrachtet. Seine Kenntniffe in der rabbinischen Wissenschaft waren in der That so bedeutend, daß sie ihm einen Lehrstuhl an der Rabbinerschule seiner Vaterstadt verschafften. Hier unterrichtete er junge, wißbegierige Schüler worunter auch seine 2 begabten Söhne, die seinen Namen in ganz Deutschland bis nach Polen bekannt machten. Auch solle er mehrere Schriften hinterlaffen haben, doch sein größter Ruhm waren seine zwei Kinder: R. Moses Henoch Jerusalem, und R. Jehuda Lob Heuochs Altschul, über welche die folgenden Nummern handeln werden. (Fortsetzung folgt.) *) Anm. der Red.: Die ehemalige „Altschul", der jetzige Tempel, war vor Jahrhunderten in der That eine sephardische Synagoge. .... ii - >- — - « OZEIGEM. Erklärung. Einem hie und da auftauchenden und absichtlich verbreiteten Gerüchte gegenüber finde ich mich veranlaßt, der Wahrheit gemäß zu bezeugen, daß ich zu der Broschüre, „Sechs Briefe zur Beleuchtung rc.," und zu deren Herausgeber als Verfasser in gar keiner Be-