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Der Israelit · 1866-12-05 · Heft 49 (5.12.1866) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 49 (5.12.1866)
Date
1866-12-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit. E i n Central - Organ für das orthodoxe Jndenthnrn. Herausgegeben von U»r. Lehmann in Mainz. Mainz, den 5. December 5627 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens S Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 8. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Tie religiösen Zustände der Gegenwart und ihre Folgen. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspondrnzen: Deutschland: München. München. Altona. Darmstadt — Belgien: Brüssel. — Kleinasien: Damaskus. — Fevilleto»: Die Sühne. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Der Bericht Sir Moses Montefiore's über feine Reife in das heilige Land. — Aeitvngsnachrichten und Corrrs-ovdevzen: Deutschland: Stuttgart. Schriesheim. Münster. — Oesterr. Kaiserst.-. Aus Wien. AusderSchütt. Pisek. — Australien: Hoktika. Feuilleton: Freie Uebcrsetzung des "gL NZ/V. Inhalt der wissenschaftlichen Beilage: Zwei höchst räthselhafte Stellen im Aben Esra. — Das — Daniel unter den Hagiographen. — Leitende Artikel. Die religiösen Zustände der Gegenwart und ihre Folgen. ui. Mainz, den 25. November. Draußen herrscht ein trauriges Novemberwetter; der Himmel ist ganz grau umzogen; der Regen strömt unaufhörlich herab, und wiewohl kaum die Mitte des Tages vorübergezogen, ist es bereits so dunkel, daß man versucht wäre, Licht onzuzünden; es ist eben einer jener ungemüthlichen Spätherbsttage, die mit ihrer naßkalten Temperatur und ihrem trüben Dämmerlichte verstimmend und erkältend auf den Menschen wirken. Einem solchen trüben Spätherbsttage möchten wir die Gegenwart in Bezug auf ihre religiösen Zustände vergleichen, eine 2^ eine Dämmerzcit, eine Zeit der Mischung von Licht und Finsterniß, eine Zeit des Durcheinanderwogens der Meinungen und Ansichten, — nirgendwo Klarheit und Licht, überall ein Vorwiegen und Vorherrschen von Unklarheit und Nacht, ein kurzer Tag ohne Sonnenstrahlen, eine lange Nacht ohne Sternenschimmer und Mondlicht. Aber mitten in diese trübe Zeit fällt erwärmend das Wort des Propheten Znz, ''.ii „und zur Abendzeit, da wird es Licht werden!" Und wenn auch die Tage einige Wochen lang noch kürzer werden, so gehen wir doch wieder dem sonnigen Frühling entgegen, wo dann die Erde erwacht aus ihrem Winterschlafe und die Lerche wiederum im Sonnenstrahl jubelt. Vor einigen Tagen gingen wir ins Freie; da bot sich uns ein kläglicher Anblick. Die jüngsten Novemberstürme hatten all das verdorrte und vertrocknete Laub von den Bäumen gefegt, und kahl streckten die ihres Blätterschmnckes Beraubten ihre Arme zum Himmel empor. Wer sollte meinen, daß diese scheinbar Erstorbenen jemals wieder Blätter, Blüthen und Früchte tragen werden? Und doch hoffen rvir's, wissen wir's! Der gelehrte Gustav Scheve erzählt in seinen „phrenelogischen Reisebildern", sein Lehrer, Professor Zacheriä in Güttingen (Verfasser der 40 Bücher vom Staate), habe im Jahre 1830 behauptet, „in hundert Jahren würde es keine Juden mehr geben, da schon heute zwischen einem aufgeklärten Juden und einem aufgeklärten Christen kein Unterschied mehr sei". Mehr

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