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Der Israelit · 1866-11-14 · Heft 46 (14.11.1866) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 46 (14.11.1866)
Date
1866-11-14
Page
– (sequence 14)
Language
German
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764 den Erzherzog gewonnen hatten. Alle Juden wurden emgekerkert, um bald daraus hingerichtet zu werden. Rabbi Elasar seufzte tief auf; RLuben schlang feine Arme um ihn und küßte den Greis. Mit inniger Rührung betrachtete Elasar den holhen Knaben; da rann eine Thräne von seinen Wangen. „Gott", rief er, „rette nur diesen da — ich will ja gerne sterben!" In diesem Augenblicke flog ein Stein durch die Eifenstäbe des Kerkers; Röuben holte schnell den Stein herbei und brachte ihn dem Großvater; um den Stein war ein Pergamentstreifen gebunden, auf dem folgende Worte standen: „Euch droht große Gefahr! Haltet euch bereit, um Mitternacht bringe ich Rettung!" „Ha," rief Rabbi Elasar, „das kömmt von Luitpold. Gott sei Dank, wir sind gerettet!" Da hörte man schwere Tritte auf dem Gange; es war der Kerkermeister, welcher Brot uud Wasser brachte. Hastig verbarg Elasar den Stein und dm Papierstreifen. „Habt ihr Geld vergrabm, Mann?" fragte der Kerkermeister. „Dann könntet ihr mir den Platz bezeichnen; ihr könnt doch den Schatz nicht mehr heben — morgen hat euer Stündlein geschlagen!" Mit rohem Gelächter verließ er die Zelle. Langsam verhallten draußen die Schritte. Da lehnte RLuben sein Haupt an des Großvaters Brust und begann zu weinen. „Sei ruhig, mein Kind," sprach Rabbi Elasar, „uns wird Rettung; Luitpold hält Wort!" — Luitpold war der Sohn einer armen Wittwe, die als Sabbatfrau in Elasar's Diensten gestanden hatte; Mutter und Sohn hatten lange lediglich von den Wohlthaten Elasar's gelebt. Elasar halte Luitpold, der ein fähiger Knabe war, unterrichten lassen, bis derselbe in ein Kloster getreten war und sich dem geistlichen Stande gewidmet halte. Seit der Gefangennahme der Juden war Luitpold unablässig auf die Rettung Elasars und RLubens bedacht gewesen. Als Geistlicher war es ihm leicht geworden, Zugang zum Kerker zu finden; er hatte Ekasar's Zelle ausgekundschaftet; heute hatte er den Stein mit der Rettungskunde hineingeworfen. — Langsam verrannen den beiden Eingekerkerten die Stunden; Rabbi Elasar konnte nicht lehnen, R Lüben nicht lernen; immer sprachen sie davon, wie Luitpold ihre Rettung ermöglichen könnte. Der Abend war hereingebrochen — es waren nur noch «mige Stunden bis Mitternacht. Da wurde es lebendig im Hofe des Gefängnisses; eine ganze Schaar Mönche war herbeigezogen, um die Juden vor ihrem Tode zu bekehren und jedem Bekehrten Gnade anzubieten. Nicht Einer machte von diesem Anerbieten Ekbrauch; sie Alle zogen es vor, in ihrem Glauben und für denselben zu sterben. — Luitpold hatte es emzurichten gewußt, daß er allein in Elasars Zelle trat; er hatte eine Mönchskutte und den Anzug eines Chorknaben mitgebracht; er winkte, als er eintrat, eine Laterne in der Hand haltend, den beiden Gefangenen, zu schweigen. Lautlos hüllte sich Elasar in die Kutte, Luitpold zog ihm die Kapuze über den Kopf; ebenso still wurde RLuben in einen Chorknaben verwandelt. Dann blies Luitpold seine Laterne aus uud winkte den Beiden, zu folgen. Unbehindert gelangten sie aus dem Gefängnisse; nicht weit davon hielt ein mit einem Pferde bespannter Karren, der einem Hauderer gehörte, einem Bruder von Luitpolds Mutter. „Steigt ein," drängte Luitpold, „Gott geleite euch! Und ihr, Ohm, schont euren Gaul nicht, bis ihr über die mährische Grenze seid!" „„Gott segne dich, mein Sohn,"" rief Elasar, während Rauben weinend an Luitpold's Halse hing. Aber Luitpold riß den Knabcn los und setzte ihn in den Karren; auch Elasar war eingestiegen, und fort ging's in die Nacht hinaus — sie waren gerettet. (Fortsetzung folgt.) «i L L ^vl8 important. l^a place cke clireeteur cke l'öevlv mraölite ä. Lagckaä 68t äeveuuv vaeaute. IIu traiterueut äs 3000 kranc8 est LLLurä au äirevteur. I^a evuuaissauee approkouäis äu fravtzais ou äe l'auAlam est iväispeusalrle. I^es lettres äe eauäiäaturs aveo pibves s> l'sppui äevrvut vtre aäressees äaus Io plus drek äölai au ssorstariat äe 1'^lliaues isras- Irte universelle ä. karis, rue ä'Lußliieu 23. uf Verlangen des Herrn Marcus Funk (21122 p.-m p 'O112 .i"O) aus Stawisk in Polen bezeuge ich demselben gern, daß derselbe ein vorzüglicher N"2 -PO ist und, während er von der hiesigen israek. Religionsgesellschaft beschäftigt wurde, I « L W selbst in solchen 2112 'iLO Fehler gefunden hat, die bereits von bedeutenden Correctoren revidirt worden waren. Bei der Wichtigkeit, welche die Correclheit der 71112 'iLO nach jüdischem Religionsgesetze hat, kann ich nur wünschen, daß Herr Funk überall, wohin er kömmt, Beschäftigung finde. Mainz, den 29. Marcheschwon 5627. »r. Lehmann. Ein junger Kaufmann, mit nöthigem Kapital, wünscht sich entweder an einem schon bestehenden Geschäft zu betheiligen oder mit einem religiösen dazu gut qualificirten jungen Manne zu associren. Gefäll. Offerten befördert die Exped. d. Bl. unter 8. l^.. Nr. 733.

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