Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1866)
- Date
- 1866-11-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VH. Jahrs Z4 -^ Mr Israelit. Ein I Central»Organ für das orthodoxe Judenth»»n§^ Herausgegeben von ir». Lehmann in Mainz. ''' Mainz, den 14. November 5627 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 8. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate I Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Was haben diejenigen gesetzestreuen Gemeinden zu tbun, deren Rabbiner sich öffentlich zur Uebertretung jüdischer Religionsgesetze bekennt? — Das Seminar in Rheinland-Westphalen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu: Deutschland: Darmstadt. Frankfurt a. M. München. München. Augsburg. Altona. Lübeck. — England: London. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Der Bericht Sir Moses Montefiore's über seine Reise in das heilige Land. — Zeitungsnachrichten und Corresporideuzen: Oesterr. Kaiser st.: Pisck. Wien. - Griechenland: Corfu. — Rußl. u. Polen: Warschau. — Palästina: Aus Jerusalem. — Amerika: New-Aork. Cincinnati. — Feuilleton: Die Sühne. Leitende Artikel. Was haben diejenigen gesrtzestrenen Gemeinden zu thun, deren Rabbiner iich öffentlich zurUebertretung jüdischer Religionsgesetze bekennt? Mainz, den 6. November. Wir haben in voriger Nummer über eine Verhandlung beim Großh. Hofgericht in Darmstadt berichtet, bei welcher Herr Rabbiner vr. Lands- Lerg daselbst sich osien zur Uebertretung jüdischer Rkligionsvorschriften bekannt hat. Wir wollen davon abstrahiren, daß Herr Löb aus Pfungstadt in seiner Verteidigungsschrift behauptete, Herr vr. Landsberg habe am Sabbat Cigarren geraucht, wir wollen ferner auf die beschworenen Zeugenaussagen des Herrn Selig aus Frankfurt a. M., Herr Or. Landsberg habe in der Restauration „Eisen" in Frankfurt fleischartige Speisen mit Sauce gegessen, nicht näher eingehen — wir wollen nur das berücksichtigen, was Herr vr. Landsderg selbst zugestanden hat. Vorher wollen wir jedoch die Verhältnisse deS Rabbinats Darmstadt näher in'S Auge fasten. Das Rabbinat Darmstadt umfaßt die ganze Provinz Etarkenburg mit Ausnahme des Nabbinatsbezirkes Offenbach; es existiren im Rabbinat Darmstadt mehr als hundert jüdische Gemeinden, die sämmtlich mit Ausnahme der einzigen Gemeinde Darmstadt der großen Mehrzahl ihrer Mitj glieder nach der strengorthodoxen Richtung angehören. Die Mitglieder der Gemeinden Pfungstadt, Eberstadt, Griesheim, Seeheim, Alsbach, Zwingenberg, Auerbach, Bensheim, Michelstadt, Nerchelsheim, Trebur, Riisselsheim, Nauheim, Königstättn, Groß- Gerau, Rohrheim. Lorsch, Biblis, Gernsheim, Groß- Biberau, Rimbach, Groß-Zimmern rc. rc sind sämmt-! lich gesetzestreue Israeliten. Nur in Tarmstedt hat! eine Trennung staltgesunden, ohne daß jedoch die Ge-! setzet treuen deßhalb des Rabbiners Landsberg ganz I nberhoben sind, von dem sie z. B. die Trauungen! vollziehen lassen muffen. Herr Rabbiner vr. Landsberg hat vor dem Großh. Hofgerichte in Darmstadt erklärt, er muffe, wenn die Beschuldigung des Terephot-Effens sich als wahr herausstelle, sein Amt niederlegen, da er die Schochtim zu prüfen und zu autorisiren habe. Kann Herr Or. Landsberg, nachdem er sich zu noch größeren Uebertretungen des jüdischen Religionsgesetzes bekannt hat, sein Amt noch ferner verwalten?