Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1866)
- Date
- 1866-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^FAS. VII. Jahr. ' ' Der Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthnm. Herausgegeben von V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 24. Oktober 5627 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt garyjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichiiche Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Die Seminarfrage für Rheinland und Westphalen. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Vom Rheine. Aus Norddeutschland. — Oesterr- Kais er st.: Wien. — Italien: Padua. — Feuilleton: Haphtara Jonah. Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Zur Geschichte der israel. Gemeinde in Hamburg. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland. München. Augsburg. Von der Netze. Hamburg. Aus Mecklenlenburg. Sohrau. — Oesterr. Kai ferst.: Prag. Pola. — Italien: Padua- Padua. — Holland: Aus dem Haag. — Frankreich: Paris. — England: London. — Rußl. u. Polen: Von der polnischen Gränze.— Palästina: Jaffa. — Persien: Aus Teheran. — Amerika: Washington. — Feuilleton: 7II1NQ Ol' Leitende Artikel. Die Seminar-Frage für Westfalen und Rheinland. Im Jahre 1825 gründete der praktische Arztvr. A. Haindorf in Münster einen Verein für Westfalen und die Rheinprovinz zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden. Mit den Zinsen eines Kapitals von 25,060 Thlr, das dessen Schwiegervater Marks zu Gunsten des Vereins legirte und mit den freiwilligen Beiträgen aus den beiden Provinzen, die jährlich praeter xrvpter 400 Thlr. betrugen, wurden die laufenden Ausgaben bestritten. Da es unsere Aufgabe, heute, da wir nur vollbrachte Thatsachen registriren, nicht sein soll, über die Bedeutung und das Wirken der Anstalt Gericht zu halten — das mag nächstens, wills Gott, geschehen — io bemerken wir nur im Allgcmei- - nen, daß ihr Lob und Tadel, Anerkennung und Rüge, Vertrauensvotum und Mißbilligungs-Aeußerung, je nach dem bloß humanistischen oder religiösen, reformistischen oder conservativen Standpunkte des Bcurtheilers, genügend gespendet worden sind. Nach dem Tode I Haindorfs, der vor einigen Jahren erfolgt, erhielt das i Institut seinen Protector und Leiter in der Person des Herrn Rittergutsbesitzers Lob aus Waldenhof bei Hamm, dem Schwiegersohn des Gründers. Dieser hat nun kürzlich den Gemeinden der beiden Provinzen , ein von ihm verfaßtes Statut zur Genehmigung vor- . legen lassen, worin er sich und seinen Descendenten das! Präsidium über den Verein, der von Münster nach Hamm überzusiedeln habe, Anerkannte, zugleich auch I das Recht und die Befugniß, die ihm von den Gemeinden! vorzuschlagenden Curatoriums-Mitglieder zu bestätigen! oder zu verwerfen, und auf diese Weise das Wohl und Wehe des Seminars lediglich seinem omnipotenten > Einflüsse und Ermessen überlieferte. Da nun Herr Lob, der nur dem Namen nach Jude ist, seine Kinder dem Schooße der christlichen Kirche zugeführt hat, so lag die Befürchtung nahe, daß nach besten Tod oder selbst noch bei Lebzeit die Epoche eintreten könne, wo eine jüdische Bildungs-Anstalt von dem Bekenner einer anderen Confession dirigirt werden würde. Die Gemeinden Rheinlands und Westfalen, die Decennien hindurch ihre Beiträge lieferten, ohne sich weiter um die Anstalt zu bekümmern, erwachten nun urplötzlich aus ihrer Letargie und protestirten sv msssv gegen