Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1866)
- Date
- 1866-10-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447245-2447278--04528-2459988- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zsraelit Ein Central »Organ für das orthodoxe Jndenthnnr. Herausgegebm von V». Lehmann in Mainz Mainz, den 3. October 5627 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder sl. 5. 1b kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. öfterreich, an die Expedition franco einzusenden. Auhall: Seilender Artikel: Das Missionswesen, aus der Vogelperspektive betrachtet. — zeiinngSuachrichle» und borrespondru-en: Deutschland: Bamberg. — Oesterr. Kaiserst.: Lemberg. — Rußl. u. Polen: Warschau. — Feuilleton: Aus dem Reisewerke des Rabb'r Jakob Saphir. — Anhalt der Beilage: Leitender Artikel: Zur Geschichte der israel. Gemeinde in Hamburg. — Zeiruug-uachrichte« uvd Sorrespondevzeu: Deutschland. München. — Preußen: Posen. Weißweiler. — Oesterr. Kaiserst.: Loschitz. Unterpian. Batorketz. — Frankreich: Paris. — England: London. — Fruivktoa: Simchat-Thora. — Inhalt der Extra-Beilage: Spenden zur Linderung der Hungersnoth in Palästina. — Für die Armen des hl. L. — Für die Wittwen u. Waisen des hl. L. — Bau jüd. Armen-u. Pilgerwohnungen in Jerusalem. Leitende Artikel. Das Missisnswrsen, a*us der Vogelperspektive betrachtet. Von Liiseli 6rimedanm. „Das ist ein renommirtes Geschäft," pflegt man oft zu sagen, und das macht Effect; das erweckt Vertrauen und erhöht den Credit. Was nun das Renonmis einem Geschäfte ist, das wissen in unserer Zeit nicht allem die Leute vom „Soll und Haben", nein, auch die Herren Geistlichen, vor Allen aber haben sich die Retter „armer Seelen" diese Erfahrung zu Notiz gmommen. Wie sie das Renommiren und Ausschneiden verstehen, wie groß und erfolgreich sie ihre Tätigkeit im Gebiete des Seelenschachers ihren Chefs», denGroßisten des Seele^handels in der Themse- und >spreestadt anpreisen, das haben wir. öfters lesen und unseren Lesern vorfüh/en müssen. Wenn wir seither diesem Aufschneiden unsere gerechten Zweifel entgegensetzten, so fehlten uns dennoch fast immer schlagende Jndicien zur Bekräftigung unserer Behauptungen. Wir konnten den Missionären höchst selten in die entlegenen Schlupfwinkel ihres finsteren Treibens folgen. Wenn uns nicht gerade zufällig eine Correspondenz oder der Bericht eines jüdischen Reisenden Aufklärung verschaffte, so konnten wir in den meisten Fällen nur ein Fragezeichen hinter die Berichte so großer Judenbekehrungen setzen. Heute nun sind wir im Stande, aus der Feder eines gewiß Unparteiischen einige Streiflichter auf die Erfolge der Mission im Orient fallen zu lassen. Herr Ferdinand H. Apel, ein Engländer und gläubiger Christ, der sich einen „Laien" den Missionären gegenüber nennt, hat ein Merkchen „Drei Monate in Abysfinien" *) veröffentlicht, das uns hierin praktische Dienste leisten könnte. Ob Herr Apel wirklich ein „Laie" ist, das müssen wir dahingestellt sein lassen. Auffallend erscheint es uns, daß wir einst eine englische Grammatik von Ferdinand H. Apel, die in Zürich erschienen ist, zum Erlernen der englischen Sprache benutzten, in der gar viele Bibelsprüche, höchst zweideutig übersetzt, wie Pilze aufschießen. Auch das vorliegende Merkchen verräth eine ungemeine Bibelkunde und gibt der Reisende den Missionären nicht selten Rathschläge zur besseren Betreibung ihres Geschäfts. Doch hören wir, was der Mann sagt: *) Zürich 1866, Verlag von Carl Meyer.