Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1866)
- Date
- 1866-08-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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SS VII. Jahrgang. * Der Israelit Ein tralQvgan fnr d«rs orthodoxe Judenthun» ' Herausgegeben von Dr Lehman« in Mainz. Mainz, den 29. August 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Friede. — Die Beschlüste der Rabbiner- Versammlung zu Mihalowitz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Fürth. — Preußen: Koblenz. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Aus Gaunersdorf. Triest. Prag. — Feuilleton: Jose ben Halephtha und das lebensmüde Mutterherz. — Der König und seine zänkische Königin. — Aus dem Reisewerke des Rabbi Jakob Saphir. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Zur Geschichte der israel. Gemeinde in Hamburg. KeituugSuachrichteu und Korrespondenzen: Oesterr. Kaiserst.: Neustadt an der Mettau. Milowitz. — Italien: Vercelli. — Frankreich: Paris. — England: London. — Rußland: Petersburg. — Feuilleton : Denkwürdigkeiten aus der Geschichte, Literatur und Kunst der Israeliten. Leitende Artikel. Friede. Mainz, den 21. August. Friedei welch ein Wort, voll Segnungen, voll Heiles, voll Glückes — wie kein anderes I Nachdem die Schrecken des Krieges gewitthet, ^ichdem die Kriegsfurie Noth und Elend und Krankheit überall hervorgebracht, wo sie erschienen ist, blickt uns jetzt beglückend und herzerfreuend das holde Antlitz des Friedens entgegen, bereit, die Wunden zu heilen, welche der Kriege geschlagen und aus den Trümmern neue, schönere Gebäude erstehen zu lasten. Freilich, nicht alle Wunden können geheilt, nicht können die Todten wieder in's Leben zurückgerufen werden, nicht können die Verkrüppelten ihre verlorenen Gliedmaßen wieder erhalten — die Thrünen der Wittwen und Waisen, die der Krieg zu solchen gemacht, der Eltern und Geschwister, die der Tod beraubt hat, werden noch lange fließen — Allein, das sind immerhin nur Einzelne, deren Jammer sich verliert inmitten der sich erholenden und wieder zu neuem Glücke emporringenden Menschheit. Der Krieg ist ein bitterer Lehrer des Menschengeschlechts; er lehrt, daß das Vergängliche — vergänglich ist, was zu vergessen die Menschen nur zu geneigt sind. Auch Fürsten haben während der verflossenen Monate es inne werden müssen, daß alles Irdische dahinschwinden kann und daß es nichts Dauerndes gibt auf Erden. Fürsten, deren Ahnen deutsche Kaiser waren, deren Dynastengeschlechter bis in's graue Alterthum hinauftagen, sehen sich plötzlich der Kronen beraubt, die Jahrtausende hindurch ihre Familien schmückten! Möchten wir doch Nutzen ziehen aus diesen erschütternden Ereignissen! Möchten doch auch wir bedenken, daß wandelbar ist das irdische Glück und daß nur Dasjenige bleibt, was wir erringen für die Ewigkeit, für das künftige Leben. Der Weg dazu ist uns gebahnt durch die heilige Gotteslehre und ihre Gesetze und Vorschriften. Nicht durch modernen Tand, nicht durch Ummodeln des Judenthums nach Modebegriffen wird das Judenthum uns, werden wir und unsere Kinder dem