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Der Israelit · 1866-08-22 · Heft 34 (22.8.1866) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 34 (22.8.1866)
Date
1866-08-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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552 AeLtrnrgSnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, den 19. August. Die hebräische Zeitschrift „Libanon", welche früher in Jerusalem erschien, wird seit einigen Jahren in Paris herausgegeben ohne jedoch ihrem ursprünglichen Plane, ein Organ der Israeliten des Orients zu sein, untreu zu werden. Diese Zeitschrift, im vorzüglichsten Hebräisch geschrieben, verdient die weiteste Verbreitung; aber ge? rade deßhalb möchten wir den Herrn Redacteur zur Vorsicht mahnen und auf die genaue Revision mancher Arbeiten, die er veröffentlicht, aufmerksam machen. So enthalten die zwei jüngsten Nummern des „Libanon" einen Aussatz aus der Feder des Herrn Senior Sachs in diesem Aufsatz wird Rabbon schel kol Bne Hagolah, Rabbi Jom Tob Lippmann Heller v"'rnsOiri vznzusarnmcngestellt mit — Herrn Jom Tob Lippmann Zunz in Berlin, von dem dann in den überschwenglichsten Ausdrücken die Rede ist! — Wir enthalten uns, mehr zu sagen, und hoffen, daß dieser Wink genügen wird, den Herrn Redacteur des Libanon an das wirksam zu erinnern, was vor nicht langer Zeit der ehrwürdige Herr Distr. - Rabbiner Bamberger zu Würzburg über einen ähnlichen Aufsatz im Libanon zu bemerken hatte. — Aus WlfH-affenbrrrg, den ^7. Aug., meldet die dortige Zeitung: „Von Herrn Hofbanquier Joseph v. Hirsch in München traf an das hiesige Bankhaus M. Wolfsthal die Weisung ein, 1000 fl. an den hiesigen Stadtmagistrat zur Unterstützung der durch die Kriegsereignisse in Nothstand gerätsenen hiesigen Einwohner auszuzahlcn." P r e u ß e u. Derli«, den iS. August. Der neue Prediger, Herr l r. Aub hat bereits dreimal gepredigt und dreimal glänzend — Fiasco gemacht. Daß die Gemeindevertretung einen unverzeihlichen Fehler begangen hat, indem sie einen Mann berief, der von dem geringsten der hiesigen Prediger, von dem unbedeutendsten der Männer, die an den hohen Festen in hiesigen Privatsynagogen zu predigen pflegen, übertroffen wird, das erkennt man jetzt selbst im Lager der Partei an, welche die Berufung veranlaßt hat. Erlaffen Sie mir die Schilderung der Art und Weise, m welcher gegenwärtig die Kanzel benützt wird, von der herab der verewigte Sachs so oft seine Zuhörer entflammt und begeistert hat! Es genügt, mitzutheilm, daß die ganze Gemeinde, gleichviel welcher religiösen Färbung sich in: höchsten Grade indignirt fühlt. — Da der neue Rabbiner doch Etwas leisten muß, so fabricirt er einen neuen (Gebetbuchs. Dieser neue Siddur, mit dem der neue Rabbiner die neue Synagoge beglückt, soll bereits zu Rosch Haschanah eingeführt werden; e§ wird deßhalb in der Bernsteinschen Buchdruckerei mit Dampfeskraft daran gearbeitet — und die konservative Partei . . . . schweigt. Ja, die konservative Partei — das ist ein wunder Fleck, den ich ungern berühre. Hätten wir in Berlin wahrhaft fromme Männer, .-iwnp.i die im häuslichen Lebe.n, in der Erziehung ihrer Kinder das Judknthum wirklich hoch hielten, es wäre hier niemals so weit gekommen. Hoffen wir zu Gott, daß gerade aus dem tiefen Verfalle die Besserung hervorkeime und sich mächtig entwickele! — Oesterreichischer Kaiserstaat. H-vag, 13. August. Die böhmische Landesjudenschaft hat dem Staatsministerinm 3000 Gulden zu patriotischen Zwecken zur Verfügung gestellt. Akaab, 13. August. Ein erschütternder Anblick bot sich gestern Morgen der andächtigen Menge dar, die fick) zur Abhaltung des Gottesdienstes in der Raab-SzigeterSynagoge versammelt hatte.— Die hl. Lade mit herabgenffenem weit offen, der zertrümmert, und das allerheiligste, die — von denen eines zerschnitten — ihrer Bekleidung beraubt, zerstreut am Boden umher. — Die p"n und eip-m- Büchsen gesprengt und geplündert, die Büchse verschwunden. Auch die von Kultusbeamten und Privaten in der Synagoge zurückgelassen und trugen Spuren vandalischer Rohheit an sich. Im Chorzimmer fand man den Kasten der tt-nn rn-rp'iIv erbrochen, den Inhalt durchwühlt und beschmutzt.— Teppiche, Chorgewänder u. a. m. wurden m dem an die Synagoge stoßenden Garten gefunden. Nur dem Umstande, daß die umsichtige Kultusvorstehung, auf alle möglichen Eventualitäten bedacht, die goldenen und silbernen Gerätschaften in Sicherheit hatte bringen lassen, ist cs zu verdanken, daß der durch diesen Frevel der Raab-Szigeter Gemeinde erwachsene Schaden kein erheblicher ist.— Ich habe Ihnen, geehrter Herr Redakteur, dies Faktum ganz objektiv, in gedrängter Kürze mitgetheilt, und enthalte mich aller Reflexionen u. Expectorationen. Um falschen Deutungen im vornhinein zu begegnen, will ich es nicht unerwähnt lassen, daß es eür einzelnes Individuum ist, das diese ruchlose TH61 beging; es wird dessen Spur mit Eifer verfolgt.

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