Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1866)
- Date
- 1866-08-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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545 da fanden sie die drei Räuber; der Schlag, welcher Samuel betäubt, hatte einen von ihnen getödtet und die zwei andern gelähmt; in ihrer Nähe lag Samuels Geldbeutel auf der Erde; nicht wett davon stand sein Waarenkorb, völlig durchnäßt. — Man brachte den tobten Räuber und seine gelähmten Gefährten in die Waldschenke. Samuel der sich völlig erholt hatte wiederholte vor ihnen und dem unterdeß vom nächsten Dorfe herbeigeholten Richter seine Erzählung; die beiden gelähmten Räuber konnten nur durch Kopfnicken die Wahrheit bezeugen — sie waren verstummt wie ein Stein; auch sie starben einige Tag nachher. Nach dem gewaltigen Gewitterregen war die ganze Natur erquickt; bald hatten sich die Wolken verzogen, und heiß schien die Sonne wieder. Samuel breitete im Garten des Wirthes seine Maaren zum Trockenen ans, und überließ dann dieselben der Sorge der freundlichen Wirthin; er selbst eilte unbelastet der heimatlichen Hütte zu, wo er noch kurz vor dem Beginne des Sabbats so glücklich war, die Seinigen zu umarmen, die niemals wiederzufehen er gefürchtet hatte. -Bald hatte die Kunde von seiner wunderbare» Rettung das Dorf durchzogen; kaum konnte er die Synagoge erreichen, denn Alle, Juden und Christen, überschütteten ihn mit Fragen und Glückwünsche«. Am Sabbatmorgen wurde Samuel zur Thora gerufen; als er de« Segensspruch nach dem Schluffe der Vorlesung gesprochen, da erhob er abermals seine Stimme und sprach: „Gelobt ferst Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du sündigen Menschen Gutes erweisest, daß Du mir hast alles Gute erwiesen." Und die ganze Gemeinde rief einstimmig : „Der dir alles Gute hat erwiesen, Er möge dir ferner alles Gute erweisen, Selah!" Als nun nach dem Schluffe des Gottesdienstes die ganze Gemeinde noch im Synagogenhofe stand und der Erzählung Samuels zuhörte, da trat der alte Rabbi herzu und sprach: „Habe ich es euch nicht immer gesagt: Wer die Heiligung des Mondes gesprochen, der stirbt nicht in dem selbigen Monat!" — « L L I « «r M. n der hiesigen Gemeinde wird die Stelle eines Religionslehrers, Schächters und Vorbeters mit dem 1. Januar 1867 vacant. Das Gehalt ist auf ein Fixum vo» 400 Thlr. normirt und können die Nebeneinkünfte auf mindestens 300 Thlr. angegeben werden. Geeignete Bewerber wollen sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse baldigst bei dem mitunterzeichneten Rendanten Wolffheim melden. Lyck, den 10. August 1866. Der Vorstand der Kreis-SynaLvaeru Geweirrde. Wolffheim. M. Guttberg. Stelle-Grsuch. Ein junger verheirateter (Familie noch gering) Elementar- und Religionslehrer, Vorsänger, musikalisch gebildet, so daß derselbe im Stande ist, den Gottesdienst durch Chorgesang herzuziehen, auch vmo ist, sucht alsbald Engagement. Derselbe ist im Stande, Unterricht in der sranzös. Sprache und in den kausm. Wissenschaften zu ertheilen. Auch nimmt er besagte Aemter getheilt an. Näheres ertheilt auf frankirte Anfragen der israel. Lehrer S. Aschenbrand in Roth bei Marburg (Kurheffen). Die Gemeinde Sheerith Israel (orthodox) zu San Francisco (Californien, Nordamerika), wünscht einen Cantor;'li zu engagiren, der im Besitze musikalischer Kenntnisse, einen Chor in der Synagoge zu leiten, Religious- und hebräischen Sprach-Unterricht zu ertheilen befähigt ist. Gehalt 2500 Dollars in Vereinigter-Staaten- Geldmünze per Jahr. Qualificirte Bewerber werden aufgefordert, ihre Gesuche nebst Qualifications-Attesten und Empfehlungsschreiben an die obige Gemeinde einzusenden. Im Aufträge des Vorstandes: Jacob Coh», Secretair. /Lin geübter vmw, zugleich tüchtiger Talmudist und geübter Vorsänger, sucht eine seinen Leistungen und Fähigkeiten angemessene Stelle; derselbe kann, wenn es verlangt wird, sofort eintreten. Gefällige frankirte Offerten wolle man senden an K. Kewia, psr^ckr. Herrn Ak. N Ikabinowktz in München. R2. Der rühmlichst bekanntjüdische Gelehrte Herr Rabinowitz in München ist bereit, über den Bewerber jede gewünschte Auskunft zu ertheilen.