Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1866)
- Date
- 1866-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VH. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Herausgegeben von »r. Lehmann in Mainz. Mainz, den 15. August 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streisband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Der Verein Mekize Nirdamim. — Die Beschlüsse der Rabbiner-Versammlung zu Mihalowitz. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz.— Preußen: Coblenz. Paderborn. — Oesterr. Kaisers^: Wien. Wien. Wien. Prag. Aus Pretzburg. Aus Jamnitz. Italien. — Holland. — Frankreich: Paris. Paris.— England: Dover. — Amerika: Iowa. — Afrika. — Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten^ ovd Correspondenzen: Deutschland: Mainz. München. Würzburg. Würzburg. Oesterr.Kaiserst.: Aus der Schütt. Prag. Pesth. — Italien: Rom.— Frankreich: Paris. — Rußland. — Feuilleton: Kiddusch Hallebanah. Leitende Artikel. Der Verein Melcha MrSamim, an dessen Spitze Herr Rabbiner Silbermann, Redakteur des Hamagid, steht, hat die zweite Serie seiner Veröffentlichungen erscheinen lasten; auch diesmal ist die Veröffentlichung eine reichhaltige und durchaus befriedigende; für den geringen Preis von zwei Thalern erhält man vier werthvolle hebräische Werke. Wir wollen dieselben der Reihe nach besprechen: 1) Scpher Malmad Hatalmidim, von Rabbenu Jakob bar Aba Mari bar Simeon bar Antoli. Der Verfasser war ein Schwiegersohn des berühmten Uebersetzers der Maimonidischen Schriften Rabbi Samuel Iben Tibbon; er lebte demnach im 13. Jahrhundert. Das vorliegende Werk war noch nie gedruckt; der Verein hat ein in Brodi befindliches Manuskript erworben und damit ein anderes aus dem Nachlasse des verewigten vr. Sachs zu Berlin, das für diesen Herr Senior Sachs zu Paris abgeschrieben hatte, verglichen. Herr S. Sachs hatte ein Manuscript vor sich, das die Jahreszahl 5164 (1404) trägt; dasselbe war sehr fehlerhaft, fo daß sich Herr S. veranlaßt sah, viele Verbesserungen an den Rand zu schreiben; es gereicht dem Scharfsinne des Herrn S. sehr zur Ehre, daß alle seine Vermuthungen in der correcten Brody'er Handschrift ihre Bestätigung fanden. — Die Wichtigkeit des Buches geht schon daraus hervor, daß es von den Verfassern alter, gewichtiger Werke wie Kolbo, Menorath Hamaor, Abudraham benutzt und erwähnt worden. Der Verfasser knüpft seine Betrachtungen, die im Glauben kräftigen und zum Gottesdienste anspornen sollen, an die einzelnen Wochenabschnitte an und schickt stets einige Verse aus den Sprüchen c5alomo's vorher, gerade wie der große Vechaja. So setzt er dem Wochenabschnitte Schophtim folgende Verse vor: „Gehe zur Ameise, Träger, siehe ihre Wege und werde weise; sie hat keinen Herrn, Aufseher und Herrscher; sie bereitet im Sommer ihr Brod, sammelt zur Erntezeit ihre Speise. Wie lange, Träger, wirst du liegen, wann wirst du dich erheben von deinem Schlummer?" und fährt dann fort: „Wie sehr haben sich die Weisen stets bemüht, die wichtigsten Wahrheiten so darzustellen, daß sie dem Menschen leicht und mühelos begreiflich sind, wenn er nur sein Herz ihnen zuwendet; dann bringen sie ihm den größten Nutzen. Allein die meisten Menschen, ihr Leben mit eitlen Dingen ausfüllend, kümmern sich nicht um das, was nach dem Tode sein wird: denn groß ist die Trägheit, die sie in tiefem Schlafe ruhen läßt.