Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1866)
- Date
- 1866-08-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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529 bald eine hebräische Broschüre erscheinen lassen, in der er ausführt, daß Herr Colombo recht und der Rabbiner von Nizza noch — „rechter" gethan hat. Paris, deu 3. August. In Folgendem erlaube ich mir. Ihnen die deutsche Nebertragung eines interessanten Aktenstückes mitzutheilen. Doch vorher einige Worte zürn näheren Verständniß; man baut hier neue Synagogen und will in dieselben Reformen (Aufhebung der Piutim rc.) einführen; man nennt das eine Vermischung des deutschen und sephardischen Ritus. Herr Rabb. vr. Hildesheimer zu Eisenstadt hat nun hiegegen einige vorzügliche Artikel im Umv. Jsr. veröffentlicht; gegen diese hat Herr Rabb. Löw von Szegadin im Ben Chananjah geschrieben. Hierauf hat nun das isr. Consistorium von Paris folgendes Schreiben an Herrn Löw gerichtet: „Herr Rabbiner!" „Herr Isidor, unser würdiger Oberrabbiner, hat unsere Aufmerksamkeit, auf Ihre Artikel im Ben Chananjah, die Einrichtungen, welche wir in der hiesigen Synagoge treffen wollen, besprechend, gerichtet. Wir verstehen zwar von dem, waS Sie geschrieben, sehr wenig; allein >s genügt uns, daß ein Rabbiner von so eminentem Wissen, von so hervorragendem Geiste, von so staunenewerther Berühmtheit wie unser genialer Monsieur Isidor, uns versichert, daß sie ebensosehr durch Wissen wie durch Gerst als auch durch Ihre edlen Grundsätze und Ihren Character hervorragen. Sehen Sie, geehrter Herr Rabbiner, wir möchten gerne R-formen einst hren; da kommen aber immer die rechthaberischen Orthodoxen und sagen: „das darf nicht sein!" Und w nn wir uns dann auf unfern gelehrten Oberrabbinen Isidor beziehen, so zucken Sie die Achseln; denn diese Orthodoxen sind Menschen, denen die Würde, welche das Amt verleiht, Nichts gilt, wbald sie sich auf den Talmud und den Schulchan Aruch beziehen. Jetzt aber mögen sie nur kommen: wir haben in Ihnen unfern Mann gefunden, der, wie Monsieur Isidor versichert, aus Talmud und Schulchan Aruch gerade das Gegentherl deduciren kann, was darin steht. Wir werden Sie, Herr Rabbiner, nie vergessen, und wenn wir einmal Gelüste verspüren sollten, wie unser College, Herr Colombo zu Nizza, an einer Procession Therl zu nehmen, so werden wir nicht verfehlen, Sie um eine Rechtfertigung dieses Vorhabens zu ersuchen. Sehr angenehm würde es uns sein, eine derartige Abhandlung in Ihrem geschätzten Journal für wissenschaftliche Theologie des Judenthums recht bald zu lesen. Genehmigen Sie, Herr Rabbiner, die Versicherung unsere vorzüglichen Hochachtung: Gez.: Alle Mitglieder des Consistoriums. Bordeaux Die bisherige Augustiner-Straße in hiisiger Stadt und der bisherige Capuciner-Platz werden vom 15. August an nach einem hier verstorbenen jüoischen Kaufmanne „rus vavick Ctvaäis" heißen; die bisherige rua wird den Namen des berühmten verstorbenen (jüdischen) Taubstummenlchrers Uoäri^u68-kör6ir« führen. (Univ. Jsr.) Türkei. Kouftarrlinopel. Am 9. Juli. Morgens gegen 9 Uhr, schreibt man aus Konstantinopel, flog die große Pulverfabrik, zu Makri-köj in die Luft. Bei 400 Arbeiter, die eben mit Patronenmachen beschäftigt waren, darunter 220 für Taglohn verwendete Israeliten, sowie auch kommandirte Mannschaft verschiedener hier garnifomrenden Regimenter, verunglückten dabei. Die Explosion war so heftig, daß man in Pera einen Erdstoß zu verspüren glaubte, und bis Bujukoere am schwarzen Meere, also auf eine Entfernung von fünf Stunden, die starke Detonation hörte. Einem türkischen Dampfer, der im Marmarameer ziemlich entfernt vorbeifuhr, wurden sämmtliche Kabinenfenster zertrümmert. Die Ursache der Explosion konnte bis jetzt nicht ermittelt werden, aber immerhin bleibt es beachtenswerth, daß gerade gegenwärtig, wo von Griechenland aus so viel Pulver heimlich hereingeschwärzt wird, die größte der türkischen Pulverfabriken mit zahlreicher Munition, idie für die kriegsbereiten Truppen eben verschifft werden sollte, Ln die Lust flog. 4 w L L I «. 7» Stelle - Gesuch. Ein junger oerheiratheter (Familie roch gering) Elementar- und Religionslehrer, Vorsänger, musikalisch gebildet, so daß derselbe im Stande ist, den Gottesdienst durch Chorgesang herzuziehen, auch ist, sucht alsbald Engagement. Derselbe ist im Stande, Unterricht in der französ. Sprache und in den kaufm. Wissenschaften zu ertheilen. Auch nimmt er besagre Aemter getheilt an. Näheres ertheilt auf frankirre Anfragen" der israel. Lehrer S. Asch enbr and n Roth lei Marburg (Kurhesstn).i