Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1866)
- Date
- 1866-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VII. Jahrgang. ^>F S2 Der Zsraelit. Ein Central - Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Di?. Lehwanrr in Mainz. Mainz, den 8. August 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Österreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Österreich, an die Expedition franco cinzusenden. Anh alt: Leitende Artikel: Die Gründung einer internationalen Gesellschaft zur Wiederbelebung der Zustände ün Orient. — Die Beschlüsse der Rabbiner-Versammlung zu Mihalowitz. — ZeitaagSuachrichren unv Torresponvenze»: Deutschland: Aus der Vorder-Pfalz. Stuttgart. — Feuilleton: Jücische Zustände in New-Uork. Anhalt der Beilage: KeituvuSuachrichten und Correipovd-uzerr: Deutschland: Carlsruhe. Weitersheim. — Preußen: AusNeisse. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. Czernowitz. — Italien.— Frankreich: Nizza. Paris. Bordeaux.— Türkei: Constantinopel. — Leitende Artikel. Die Gründung einer internationalen Gesellschaft zur Wiederüeledung -er Zustände im Orient. u. Mainz, den 3. August. Wir haben unter obiger Ueberschrift in Nr. 25 d. Bl. ein Project des Herrn Henry ^)unant, des Gründers der Genfer Convention, veröffentlicht, und haben unfern Lesern damals eine nähere Besprechung desselben in Aussicht gestellt; die kriegerischen Ereignisse verhinderten uns bisher daran. Jetzt nun, da unter göttlichem Beistände der Friede bald überall festbegründet sein wird, ist es Zeit, unserm Versprechen nachzukommen. Es kann jedoch unsere Aufgabe nicht sein, die Möglichkeit, Ausführb arkeit und Zweckmäßigkeit dieser internationalen Gesellschaft im Allgemeinen zir besprechen; wir wollen nur das in Betracht ziehen, was für uns speciell von großem Interesse ist: die beabsichtigte Colonisation von Palästina. Es ist nicht zu leugnen, daß die Verhältnisse in Palästina derart sind, daß eine radicale Aenderung derselben im höchsten Grade wünschcnswerth erscheint; von Zeit zu Zeit ertönen Nothrule dorther, die durch ihre häufige Wiederholung mehr oder weniger wirkungslos werden; nicht etwa, daß die Noch nicht wirklich furchtbar daselbst ist, nicht etwa, daß man die von dorther uns zukommenden Angaben in Zweifel zieht, oder daß man den Verdächtigungen gewisser jüdischer Neformblätter, welche die Noch als einen erwünschten Vorwand zu Betteleien darzustellen sich nicht entblöden, Glauben schenkt — es liegt einmal in der menschlichen Natur, daß man gegen das sich häufig Wiederholende abgestumpft wird. Daher kömmt es denn, daß man seit geraumer Zeit zu der Einsicht gelangt ist, daß das bloße Almosengeben die Schäden zu heilen nicht im Stande ist und daß eine radicale Abhilfe der Zustände, welche den immerwährenden Nothstand im Gefolge haben, nothwendig ist. Daher entstanden denn eine Reihe von Plänen, von denen der Häuserbau mit Erfolg ausgeführt zu werden begonnen hat; allein trotz der Errichtung vieler Wohnungen zeigen sich auch hier die bloßen Spenden zu ausreichender Abhilfe ungeeignet. Ein anderes Project, das seit Jahren wieder und wieder auftaucht, ist das der Colonisirung Palästinas durch jüdische Ackerbauer; nachdem der zu diesem Zwecke durch Herrn vr. Lorje in Frankfurt a.O. gegründete Verein gescheitert, nachdem ein ganz ähn-