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Der Israelit · 1866-08-01 · Heft 31 (1.8.1866) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 31 (1.8.1866)
Date
1866-08-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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517 Wir beklagen diese Vorgänge, «die aber leider nicht mehr rückgängig gemacht werden könne«. Ansgabe Er wahren Patrioten maß es Er sein, dafür zu sorgen, daß sie sich nicht mehr wiederhole«, daß sie nicht Nachahmung finden. Hier gilt es, thätig einzugreiferr nnd sich nicht damit zu entschuldigen, daß alle Versuche an der Umbildung der betreffenden Bolksklassen scheitern müssen. Mögen alle Jene, die hierzu berufen sind, an den Patriotismus des Volkes appMren, und sie werden verstanden werden. Das ist ja das Charakteristische des Patriotismus, daß er nicht blos das Gut einzelner auserwählter Klassen, sondern das Gemeingut Aller ist; die Liebe zum Vaterlande durchdringt alle Schichten der Gesellschaft mit gleicher Kraft und die Forderungen des Patriotismus werden selbst dort begriffen, wohin das Licht der Civilisation noch nicht gedrungen wohin die Aufklärung noch nicht ihre belebenden Strahlen gesendet hat. Der Patriotismus verlangt es von uns, daß wir einig seien und die Begleichung dessen, was wir zu Hause gegeneinander haben, bis zu jener Zeit vertagen, wo wir nicht mehr den äußeren Feind gegen uns haben werden. Wir müssen einig sein. Siegen wir, so soll kein Mißton den Triumph des Vaterlandes stören; unterliegen wir, so soll es nicht heißen: Hier siel ein Reich, das sich in seinem Innern zerfleischte, als der Feind seine Fluren zertrat." Obiger Aufsah fällt um so mehr in's Gewicht, da die „Debatte" ein officiösts Organ der öfterr. Regierung ist. — HNterr , 26. Juli. Von einem Gemeindemitgliede der israelitischen Gemeinde zu Nikolsburg wird berichtet: Wie bereits durch die Journale bekannt ist, legte der Kommandant der in Nikolsburg befindlichen preußischen Truppen der dortigen Judengerneinde eine Contribution von 20,000 fl. auf. Da aber diese Gemeinde außer Stande ist, einen solchen Betrag zu bezahlen, so begab sich auf Wunsch der Gemeinde eine Deputation, bestehend aus dem Bürgermeister vr. Blau und noch zwei Gemeinderäthen, zum König von Preußen in's Hauptquartier und legten ihm das Gemeindebuch vor, welches auswieS, daß das jährliche Einkommen der Nikolsburger Gemeinde nur 1800 fl. betrage. Der König war gegen die Deputation freundlich und sah der Stadtgemeinde die Contribution nach. Wien, 26. Juli. In das israelitische Spital in der Roßau, Seegasse, sind gegenwärtig 8 verwundete Krieger, darunter 2 Israeliten ausgenommen. Wie», den 27. Juli. Die israelitische Gemeinde in Wien ist durch einen Statthallerei-Erlaß aufgefordert worden, ihre patriotische Gesinnung in den jetzigen schweren Zeiten durch Aufstellung und Ausrüstung zweier Freiwilligen Batailone zu bethätigen. Die allgemeine Auffassung ist nach der „ Presse" die, daß irgend einer der gegenwärtig so ahlreich auftarrHeuderr ProMarrten (man sagt, em JsraeliLe au- Peßh) der Negierung den Plan vorgrlegt, und daß io FÄge dessen die erwähnte Aufforderung an die hier stge, sowie ähnliche an die Pcsther und an die Lemberg er Kultusgemeinde ergingen. Die Wiener Israeliten fi»d von der an sie ergangenen Weisung keineswegs cmgttrehm überrascht. Baron Rothschild hat sich beeilt, diesen Eindruck des Statthalter« - Erlasses an maßgebender Stelle unverholen darzustellen, indem er erklärte, daß die Maßregel als eine solche betrachtet werde, „deren Anordnung den patriotischen Sinn der Wiener Israeliten vor ihre» christlichen Mitbürgern in Mißkredit bringe und sie in einer Angelegenheit, welche allen Bürgern Oesterreichs stets gleich heilig war, als befördern Stand absondere." Der Krätusvarstand der Gemeinde hat die Forderung der Statthalterei ans diesen Gründen auch abgelehnt. „(Auqsbr. Abendzeittmg)." Wie», 29. Juli. In Betreff -er statthalterlichen Zumuthung an die Wiener Israeliten, Freiwilligen- Bataillone zu errichten, sagt aufklärend und beruhigend die amtliche „Wiener Abendp.": „Ein Privatbeamter aus Pesth, selbst mosaischen Glaubens, legte der kaiserlichen Regierung einen Plan vor, zur Anwerbung und Ausrüstung eines aus 5000 Mann bestehenden Freikorps, welches durch Werbung, der Hauptsache nach von gedienten Militärs gegen Handgeld, gebildet werden sollte. Das Korps sollte aus 4 Bataillonen zu 8 Kompagnien.bestehen, die Offiziersstellen durch erfahrene Offiziere besetzt werden re. Die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel glaubte der Projektant durch eine freiwillige Subscriptiou bei den Israeliten einiger Kronländer, jedoch ohne Ausschluß von Spenden ihrer christlichen Mitbürger sichern zu können. Die Regierimg konnte einen Plan nicht von der Hand weisen, welcher die patriotische Theilnahme der Bevölkerung zur Voraussetzung hatte, und im Falle des Gelingens der k. k. österreichischen Armee eine nicht unbedeutende Vermehrung ihrer Kräfte zugeführt haben würde. Sie forderte daher die Statthalter einiger Kronländer auf, die Israeliten in größeren Städten zu bewegen, aus ihrer Mitte Deputationm zu wählen, welche die Sammlungen einzuleiten hätten." „Wie wir erfahren," schließt die „Wiener-Zeitung", „ist übrigens den Herrn Statthaltern, an welche die erste Jntimatiou ergangen, zur Vermeidung jeder weiteren irrigen Auffassung noch bedeutet worden, bei ihrer Verständigung drr Vertreter der israelitischen Gemeinden ausdrücklich und schärfstens den Charakter der Freiwilligkeit der Leistung zu betonen." England. Die Missionsgesellschast hat einen Jahresbericht veröffentlicht, aus dem wir Einiges entnehmen:

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