Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1866)
- Date
- 1866-07-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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2S I. Jahrgang. DeL Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthnnr. Herausgegeben von V» Lehmann in Mainz. Mainz, den 18. Juli 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 8. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitender Artikel: Die Heuschreckennoth in Palästina. KeitungSuachrichte« und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Fürth. — Preußen: Berlin. Posen. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. Galantha. Triest. — Rußland: Kiew. — Feuilleton: Denkwürdigkeiten aus der Geschichte, Literatur und Kunst der Israeliten. — O'rip MINH. — An Deutschlands Fürsten. — Anhalt der Beilage: Spenden zur Linderung der Hungersnoth in Palästina. — Bau jüdischer Armenu. Pilgcrwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für die Wittwen und Waisen im hl. Lande. — Für Th. CH. im hl. L. — Für die arme Lehrerfamilie in Ungarn. — Für die Abgebrannten in Freudenthal. — Für die Abgebrannten in Tiesmenitz. — Leitender Artikel. Die Heuschreckennoth in Palästina. Mainz, den 11. Juli. Mit schwerem Herzen erfüllen wir die traurige Pflicht, unfern geehrten Lesern von den entsetzenerregenden Zuständen in Palästina Kunde zu geben. Während in unserm Vaterlande der Krieg wüthet, Handel und Verkehr daniederliegen, und selbst Leute, die sich bisher anständig ernährt haben, gezwungen sind, die Hand auszustrecken, um mit Thränen im Auge die milden Gaben derer zu empfangen, die noch geben können, während Jammer und Elend uns von überallher entgegentreten, kommen noch dazu die bitteren Klagen unserer Brüder im Lande der Väter, das in diesem Jahre noch schwerer heimgesucht wird, als im verflossenen. Ach, als voriges Jahr die Klagen unserer Brüder zu uns drangen, da wurden wir wohl tief erschüttert, aber freudig eilten wir ihnen zu Hilfe, und alle theuren Glaubensgenossen in Deutschland, England, Frankreich rc. gaben gern, gaben oft, gaben viel, und so gelang es, der entsetzlichen Noth wenigstens einigermaßen abzuhelfen . . . Wie aber wird es in diesem Jahre, das auch uns ein Jahr des Schreckens und der Trauer, des Jammers und der Noth ist, werden? Wir haben lange geschwankt, ob wir den Nothruf aus Palästina veröffentlichen sollen; wir haben lange damit gezögert, unfern geehrten Lesern zu dem nahen Kummer noch den entfernten zu fügen — allein wir glaubten das Schweigen nicht verantworten zu können. — Die Erblugend Israels, das Erbarmen, vn zeigt sich in trüben Zeiten noch herrlicher, noch ergiebiger als in glücklichen. Gebt, spendet, ihr theuren Brüder und Schwestern, erbarmt euch unserer unglücklichen Stammesgenoffen im Lande der Väer! Gebe viel, wer es vermag, gebe wenig, wer nicht viel zu entbehren hat — aber laßt den Nothruf nicht unbeachtet! Vielleicht sendet euch Gott damit die Gelegenheit, durch Gutesthun euer Leben und Eigenthum, eure Frauen und Kinder in diesen gefahrdrohenden Zeiten zu schützen — Tipnni rr.vQ b'Lri und Mildthun wird vom Tode erretten. Darum auf, Ihr Vorsteher, Ihr Rabbinen und Lehrer, Ihr Männer von Thatkraft und Einfluß, spornt an zur Gabe, sammelt die Groschen zu Gulden und Thalern; nehmet entgegen selbst die geringste