Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1866)
- Date
- 1866-07-11
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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488 nimm hier Deine und Deines Mannes Kostbarkeiten alle zurück. Du bedarfst keines Lösegeldes." — „So hat sich," sagte Salomo zu den drei Brüdern, „die Geschichte in Egypten zugetragen, und nun legte man mir von dort aus die Frage vor, wer von diesen drei am edelsten gehandelt hc.be und eine öffentliche Belobung am ersten verdiene, ob der in seiner Kindheit schon mit dem Mädchen verlobte junge Mann, oder die Hmgftau, oder der Räuber. Ihr seid verständige Leute," schloß Salomo, „so sagt mir Euere Meinung darüber." — Da begann der älteste Bruder: „Mich dünkt, der junge Mann hat am edelsten gehandelt, daß er der Jungfrau, die ihm gewiß nicht gleichgültig war, so standhaft entsagte, um sie nicht unglücklich zu machen." — „Und mich dünkt," sagte der zweite Bruder, „die Jungfrau verdiene das größte Lob, daß sie ihres Vaters letzten Willen so in Ehren hielt und nur nach vielen und vergeblichen Versuchen von demselben abging." — „Ihr irrt," begann jetzt der jüngste Bruder. ,Nach meiner Meinung ist der Räuber am meisten zu bewundern, nicht nur deßhalb, daß er seine Leidenschaft besiegte und das Mädchen frei gab, sondern und noch mehr deßhalb, daß er auch die Narrheit beging und die Edelsteine zurückgab und kein Lösegeld annahm." — „Gelobt sei Gott!" rief jetzt Salomo, „der jedes Unrecht an den Tag bringt. Du junger Bösewicht," fuhr er fort, indem er sich ernst und streng an den jüngsten Bruder wandte, „Du bist der Dieb I Du hast das Schatzkästchen geöffnet und ausgeleert und mit Steinen angefüllt! Du hattest Lust nach dem Gelde, das nicht in Deiner Hand war, um wie vielmehr nach dem, das Du in Händen hattest! —" Betroffen von der wunderbaren Weisheit Salomo's warf der junge Mann sich nieder und gestand sein Verbrechen und bat um Gnade. — „Gehe," sagte der König zu ihm, „ich will Dir verzeihen, um Deiner Brüder willen, gehe und beffre dich!" — Jedermann aber, der das Urtheil hörte, welches der König gefällt, ward von tiefer Ehrfurcht gegen ihn ergriffen, denn jedermann erkannte, daß die Weisheit Gottes in ihm ist, Gericht zu halten. w L L 1. Die Gemeinde Sheerith Israel (orthodox) zu San Francisco (Californien, Nordamerika), wünscht einen Cantor fili zu engagiren, der im Besitze musikalischer Kenntnisse, einen Chor in der Synagoge zu leiten, Religions- und hebräischen Sprach - Unterricht zu ertheilen befähigt ist. Gehalt 2500 Dollars in Vereinigter - Staaten- Geldmünze per Jahr. Qualificirte Bewerber werden aufgefordert, ihre Gesuche nebst Qualifications-Attesten und Empfehlungsschreiben an die obige Gemeinde einzusenden. Im Aufträge des Vorstandes: Jacob Cohrr, Secretair. it dem 1. November d. I. wird die Stelle eines Hausmeisters an der iSrael. LehrerbildungS- Anstalt dahier zur Wiederbesetzung erledigt. Hierauf I « L « Reflektirende, jedoch nur verheiratete, wollen sich binnen drei Wochen wegen der desfallsigen Ansprüche und Bedingniffe in frankirter Zuschrift anher wenden. Würzburg, den 20. Juni 1866. Seeligmann Bär Bamberger, Distrikts - Rabbiner. /Line gebrauchte rnm -iso, welche noch keine N'bvv hat, mit schön und gut erhaltener Schrift, ist zu verkaufen bei A Rothschild, in Frankfurt a. M., Judengaffe 152. liSts! k>anl(. Vom 11. Juni tuble ä'böts und Restaurant. — Auch möblirte Zimmer zu vermiethen. Ol» W »»r»i»lL Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux schm Hofbuchhandlung. — Dampf-Schnellpreffendruck von I. GottSleöen in Main,.