Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 27 (4.7.1866)
- Date
- 1866-07-04
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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471 daraus schloß ich, daß das Pferd auf einem Auge blind sein müsse." — „Und Du," frug der König noch den jüngsten Bruder, „woher wußtest Du, daß das Pferd zwei Maschen trug, die eine mit Oel gefüllt, die andere mit Wein?" — „Ich habe," antwortete dieser, „auf dem Wege, den wir kamen, eine lange Strecke bemerkt, die auf zwei Seiten naß war. Die Feuchtigkeit der einen Seite war in die Erde eingedrungen, indeß die andere noch oben auf der Fläche stand. Daraus konnte ich leicht schließen, daß jene Wein, diese Oel sein müsse." — Der König war höchst erstaunt über die Klugheit der drei Leute, wies den Mann mit seiner Klage ab, und frug dann die drei Brüder, was ihr Begehren sei. — Sie erzählten ihren Streit, sowohl die beiden älteren Brüder als auch der jüngste, indem jeder sich zu rechtfertigen und den anderen zu beschuldigen suchte, und baten den König um sein Urtheil. Salomo, der sah, daß er's mit sehr klugen Leuten zu thun habe, dachte bei sich: „Was soll ich thun? Spreche ich den Leuten in diesem schwierigen Rechtsstreite kein Urtheil, so verliere ich die hohe Meinung, welche mein Volk von mir hat, indem man sagen wird: Seine Weisheit hat ihn verlassen! — Lasse ich die Leute schwören, so werden zwei umsonst und einer lügenhaft schwören; denn der Dieb wird sich gewiß nicht vor einem falschen Eide scheuen. — Es sind kluge Leute, ich muß den Dieb in seiner eigenen Klugheit fangen." Salomo sann noch eine Weile nach, dann sprach er : „Ich muß gestehen, Ihr Leute, daß Euere Sache eine schwierige ist, die sich nicht so leicht entscheiden läßt; ich kann Euch vor Morgen mein Urtheil nicht abgeben. — Da ich aber sehe, daß Ihr so weise und verständige Leute seid, so ersuche ich Euch, mir selbst mit Eurer Weisheit beizustehen in der Beantwortung einer Frage, die mir heute von Egypten aus vorgelegt worden. — In Egypten wohnten zwei reiche Leute, die von Jugend auf in der innigsten Freundschaft lebten. Jeder von ihnen hatte ein Kind, der Eine einen Knaben, der Andere ein Mädchen. Da beschlossen die beide« Väter, ihre Freundschaft auch auf ihre Kinder z« übertragen unv sie jetzt schon mit einander zu verloben, indem jeder verspreche , seinem Kinde einst als Heirathsgut dreimalhunderttausend Gulden zu geben. Sie thaten so. Aber noch war der Knabe nicht zum Jüngling und das Mädchen nicht zur Jungfrau völlig herangereift, da starben die beiden Vater, indem sie, wie sie versprochen, jeder seinem Kinde eine Summe von dreimalhunderttausend Gulden hinterließen. Der Jüngling war, wenn auch gutmüthig, doch sehr leichtsinnig, der nur der Lust und der Freude leben wollte, und es währte nicht lange, so hatte er in Gemeinschaft mit andern leichtsinnigen Genossen alles Geld, das sein Vater ihm hinterlaffen, durch Spiel und Wohlleben durchgebracht. Das Mädchen hingegen war nicht nur schön von Gestalt und lieblich von Ansehen, sondern auch sehr sittsam und mit allen Tugenden einer edeln Jungfrau ausgestattet. (Schluß folgt.) Nachschrift. Am Schlüsse des Blattes empfangen wir ein Circular des Herrn Akiba Joseph, Redacteur des Chassidimorgans „Amud Hajirah", worin die Pränumeranten für diese Zeitschrift um Geduld gebeten werden, weil durch ein Verbot der k. k. Polizeidirection vorderhand das Erscheinen dieses Blattes untersagt ist. Allem Anscheine nach berührt den Chassidimredacteur ebenfalls die jetzige politische Situation, denn er sagt: „Ich habe bis jetzt viel rvviibQ gehat, die ich nicht alle beschreiben kann." Nun wir werden dem Wunsche des Herrn Akiba Joseph entsprechen und mit aller möglichen Geduld warten bis an's Ende der 5112^2. in junger Mann, routinirter Verkäufer, gegenwärtig noch in Stellung, dem die besten Empfehlungen zur Seite stehen, sucht per 1. September resp. 1. October in einem am Samstag und an Festtagen geschlossenem Geschäft Stellung. Derselbe ist sowohl im Manufaclur- und Tuchals auch Herrengarderobe-Geschäft vorzüglich bewandert. Hierauf bezügliche gütige Offerten werden unter der Chiffre 8. H.. 382 durch die Expedition d. Bl. erbeten. Berichtigungen Nr. 25. Hauptblatt, S. 426. Z. 30. O2V bH'II f.h. Ol-N „ „ Beilage, S. 434». Z. 26. MN .IN s. h. MN Ol- „ 39, nur s. h. nun. „ „ ,. » 434b. „ 16. Berathung s. h. Satzung. „ „ „ . , 23, Jntergretät s. h. Interpretation.