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Der Israelit · 1866-05-23 · Heft 21 (23.5.1866) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 21 (23.5.1866)
Date
1866-05-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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36S Juden geborgt, wie jene, die gegen ihre Gläubiger geschrieben und gehandelt haben, anstatt sie zu bezahlen. Ich habe also auch kernen Dortheil davon, daß ich meine Meinung zu Gunsten der Abstämmlinge Israels ausspreche, die ich für das Wohl von Galizien eher nothwendig und nützlich halte, als schädlich." V. Ein Bild von den Sitten der Juden in Polen. vr. Ewald Dietrich, gewesener Ober-Arzt in preußischen Diensten, der nach Evacuation der Warschauer Militärspitäler einen Transport Kranker und Verwundeter vonPetrickau bis Krakau begleitete, rühmt die gastfreundlichste und biederste Aufnahme, die sie auf ihrem Marsche in den israelitischen Häusern fanden. „Von dem wahrhaft würdigen Ober- Rabbiner inPzircucha an, der mit patriachalischem Sinn uns aufnahm," schreibt er an den Herausgeber, der Sulamith, „und liebreich für Kranke und Verwundete Sorge trug, bis zum ärmeren Pachtinhaber galizischer Wirthshöfe, trafen wir Männer, unter deren Talar ein menschliches, edles Herz schlug. Petrkan, Rava, Radom, Radomskoi, Cyencochov und Krakau, und so manche andere Orte, deren Namen mir entfallen, ließen mich israelitische Familien kennen lernen, deren ich mich ewig dankbar erinnern werde. Waren die Landsitze und Paläste der Kavaliere mit fremden Gästen überfüllt, oder der Herr selbst dem Banner des Vaterlands gefolgt, herrschte irr den Stuben des armen leibeignen Landmanns ein Unflath, der selbst in der Strenge des Winters jeden Bivouac diesen Quartieren vorziehen ließ, so fanden wir in den Judenhäusern, so viel es die Landessitte gestattete, Reinlichkeit und Nüchternheit, und dankbar spreche ich es noch einmal aus, gute, mitleidige Herzen. Der galizische Leibeigne, durch die Beschwerden seines Standes abgehärtet, dem Laster des Trunks ergeben, fühlt nicht das fremde Leiden; auch glaubte er in den durchziehenden Soldaten nur Feinde zu sehen, und wenn wir an ein Dorf kamen, so war das Geheul der Kinder gewöhnlich das Signal, daß alle schließbaren Höfe uns verschlossen , die unverschließbaren aber von den Bauern sofort verlassen wurden. Nicht so in den Krügen, wo Juden waren. Was beliebt dem Herrn? war die Frage des freundlichen Wirthes, und schon die Muttersprache, die wir hörten, that uns wohl; wir erhielten, was wir verlangten und nämlich in den kleinen Wirtschaften vorhanden war, gegen billige Bezahlung, die ärmern und kranken Soldaten umsonst, und oft sogar ungefordert. Traf es sich, daß wir gerade am Festtage ein jüdisches Haus betraten, so waren wir oft Zeugen jener patriarchalischen Sitten, jener ungeheuchelten Frömmigkeit, jener nur im häuslichen Glück lebenden Zufriedenheit und Gastfreundschaft, die die heiligen Bücher des alten Bundes uns so schön geschildert. Hier hatten wir Gelegenheit, die Gelehrigkeit, die Unbefangenheit und oft wirklich recht guten Sitten der Knaben, und die Unschuld und Herzeusreinheit so manches aufblühenden Mädchens zu sehen und zu bewundern. Welche Ehrfurcht gegen das Alter, welche Andacht in ihrem Tischgebet, welchen Gehorsam gegen ihren Lehrer, welche Enthaltsamkeit von unsittlichen und frechen Reden. Nein! gab es auch hier und da Ausnahmen, so waren sie doch selten, und welches Saatfeld reift wohl ohne Unkraut. In Radomsk oi, wo wir uns einige Zeit aushalten mußten, waren wir Zeugen einer jüdischen Hochzeit. Wahrhaft idyllisch war es anzusehen, wie die jungen Frauen bei Cyther und Cymbel um das junge Paar den festlichen Tanz begannen. Gesundheit, Frohsinn, und ein schuldloses Herz sprachen sich hier rein aus, und die Würde und der patriarchalische Ernst der Ceremonie der Trauung selbst, gab uns die Erklärung von der Heiligkeit und Unverletzbarkeit der jüdischen Ehen. So weit meine Bemerkung, die nicht Schmeichelei, sondern Wahrheitsliebe und die Pflicht der Dankbarkeit dictirt hat." (Fortsetzung folgt.) E. Carmoly. W L L I « L M. /Lin Literal, mit einer Hatorath Horaah von einem berühmten streng^orthodoxen Rabbinen, die er in Folge vielfacher Correspondenz und talmudischer Dissertationen erhalten, mit einem Atteste von Dajanim aus einer vormals berühmten Jeschiba - Stadt, darüber, daß er von Jugend auf im Talmudischen mit Erfolg unterrichtet, wie auch geprüfter Lehrer, wünscht eine diesen Leistungen angemessene Anstellung. Näheres, besonders über die Glaubwürdigkeit der Aprobations-Schreiben, zu erfahren bei der Wohllöbl. Redaction des „Israelit".

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