Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 18 (2.5.1866)
- Date
- 1866-05-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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18. VII. Jahrgang. Israelit. E i n Central-Qrgan f»ir das orthodoxe Judenthum. Herau-gegebm von V» Lehmann in Mainz. Mainz, den 2. Mai 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen'. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlung^ und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichiiche Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 sl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Die. Wahl des Oberrabbinen von Frankreich. Noch einmal über die Jeschiba-Angelegenheit. — Aeituv-Suachrichte» «ud Corres-oudeuze»: Deutschland: Aus Niederhkfscn. Mannheim. Lehrensteinfels. Eßlingen. Crcglingen. — Preußen: Coblenz. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Thuorez Szt. Marion. — Feuilleton: Eine beabsichtigte Judenverfolgung in Ragusa im Jahre 5383 (1622). Anhalt der Beilage: Fettender Artikel: Literarisches. — ZeilnnySirochrichtrn und vurrespoudenze»: Deutschland: Worms. Wus der bayriflM Psätz. — Oesterr. Kaisers!.: Wien. Wien. Prag. Aus Schüttcnhofen. Vesprim. — England: London. — Amerika: New-Aork. Feuilleton: Er that sein Wort nur Jakob kund. — Kern und Schale. — Leitende Artikel. Me Wahl des Oberrabbinen von Frankreich. Ein Jahr ist nahezu verflossen, seitdem der selige Ulmann von seiner irdische» Laufbahn abberufen, ohne daß die hohe Stelle, die er bekleidete, wieder besetzt worden. Nach den französischen Consistorialstatnten kann eigentlich ein solches Interregnum nicht existiren, ja, daS Gesetz erkennt nicht einmal den möglichen Fall eines längeren UnbesetztseinS dieses wichtigen Postens an. Es besteht keine Vorschrift darüber, wer außer dem Confistorial-Rabbinen daS Recht habe, rabbinische Diplome nnnri zu ertheilen, obschon regelmäßig beim Schluffe des Semesters einige Rabbinatskandidaten das theologische Seminar verlassen und also dieses Diploms bedürfen. Man würde sich jedoch sehr täuschen, wenn man glaubte, es fehle in Frankreich an Männern, die Interesse genug für das Judenthum haben, sich dieser Sache energisch anzunehmen, die von so großem Einfluß auf das religiöse Leben des gesammten französischen Reiches ist. In der verhällnißmäßig kurzen Zeit haben siLb schon sehr heftige Debatten für und gegen die Candidat-n für die engere Wahl erhoben. Tie Organe der jüdischen Presse Frankreichs.haben sich der Sache mit vielem Eifer bemächtigt. Selbst die Tagespreffe nimmt Antheil an diesen Bewegungen. So haben das „ Journal des Debats", die „Gazette du Midi" und die „Europe" fast zu gleicher Zeit Correspondenzen enthalten, die sämmtlich mehr oder weniger die Candidatur des Herrn Oberrabbinen S. Klein zu Colmar befürworten. Diesen Ncußerungen der Tagespreffe gegenüber haben wir leider auch Ausschreitungen, die sich die Reformer in Frankreich zu Schulden kommen ließen, zu berichten. Doch man muß selbst gegen seine Gegner gerecht sein, und ihnen das Gute, das ihnen eigen ist, zuerkennen. Wir sprechen es daher offen aus, daß die Reformjünger in Frankreich, so radical ihre Ansichten über unsere heilige Religion sonst sein mögen, dennoch fast immer den Vortheil einer gmen Erziehung und den Sinn für Anstand vor unseren deutschen Antipoden voraus haben. Trotz dieses Vorzuges vor ihren deutschen Genoffen, vergessen sie sich zuweilen doch in ähnlicher Weise wie Hiese. So wurde z. B. in Nancy in Bezug auf Herrn LevyBing, dessen Ehrgefühl und