Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1866)
- Date
- 1866-04-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„Ich bin der Geist von Salomo's Stuhl, der hinter dem Schranke, in einer Nische steht. Mit ihm kann man, so schnell wie der Wind, durch die Luft segeln; man braucht blos auf den Knopf an der rechten Seite zu drücken, so steigt er auf, und auf den an der linken Seite, so läßt er sich wieder herab. Er läßt sich ausschrauben und Zusammenlegen, damit man ihn leicht mit sich tragen kann. Obgleich er nur für eine Person bestimmt ist, so erweitert er sich und nimmt mehrere Personen auf. Nimm ihn, er ist dein, und eile auf ihm zu deinen Mitschülern die dich in Villejuif erwarten." Es war in der That der letzte Tag der drei Monate; Obadja rückte schnell den Schrank hinweg, und nahm hinter ihm, den Stuhl. Es war eine wunderbare Arbeit, die Füße und Armlehnen waren von verziertem Elfenbein und der Sitz von dem feinsten Teppiche. Er schraubte ihn auseinander, rollte den Sitz zusammen und steckte ihn zu sich. Nachdem er den Schrank wieder auf seinen Platz gestellt, und seine Sachen eingesteckt hatte, ging er zu dem Arzte um seine Rechnung zu berichtigen und Abschied von ihm zu nehmen. Der alte Doctor, dem die Musik und der Geist in seinem Hause, vielen Kummer machte, fand ganz natürlich, daß der junge Mann nicht langer in seinem Hause wohnen bleibe. Er bat ihn nur, nicht von dem, was vorgefallen sei, zu erzählen, und ihn recht oft zu besuchen. Obadja versprach, ihm nichts zu erzählen; aber besuchen könne er ihn nicht, weil er sogleich Bordeaux verlassen würde. Der Arzt drückte ihm die Hand, und Obadja eilte zum Hause und zum Stadtthor hinaus. Dort hinter einer Gartenhecke zog er seinen Stuhl aus der Tasche und stellte ihn gehörig auf. Die Wonne, die er bei dem Anblick dieser Arbeit empfand, war groß, aber noch größer war seine Freude, als er sich auf den herrlichen Stuhl setzte, auf den Knopf zur rechten Seite drückte, und pfeilgeschwind durch die Lust segelte. Die Städte, die Dörfer, die Felder, Flüsse und Wälder flogen wie bezaubert unter seinen Füßen dahin. Er war bereits in Villejuif angelangt. Ä drückte auf den Knopf zur linken Seite, und der Stuhl ließ sich sanft auf eine Wiese vor der Stadt nieder. Nun schraubte er den Stuhl wieder auseinander, rollte den Sitz zusammen und barg alles in seiner Tasche. Nachher eilte er voll Freude in die Stadt und in da- Wirthshaus. (Schluß folgt.) «i L L I « L in examinirter Lehrer, der auch das Amt eines Schächters und Vorbeters vertreten muß, findet sogleich oder zum 1. Mai in unserer Synagogen- Gemeinde, Engagement. Gehalt 400 Thlr. Gefällige Offerten werden franco entgegengenommen Mehlsack im April 1866. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Aenlions- H Unterrichts-Ali st att für Töchter distmamrter jüdischer KaMien. LerUi», 2S. Mein Institut gewährt seinen Zöglingen eine umfassende und gediegene Bildung und setzt sie in den Stand in kürzester Frist die neueren Sprachen: Französisch, Englisch und Italienisch zu erlernen. Ueber Organisation und Tüchtigkeit der Lehrkräfte ertheilen Referenzen: Herr Dick, Jnspectyx der höheren Töchterschule, die Herren OLerraLLiuer Rappoport und Professor I)r. Kämpf in Prag, Professor Eckstein, Gymnasialdirector, und I)r. Goldschmidt, Prediger in Leipzig, Herr Vr. Jellineck, Prediger m Wien. Prospecte werden auf Verlangen gern übersandt. »erlli», Lir8»E»ets«^si' LS dem von Großherzogl. Oberstudien-Direction concessionirten israelitischen Lehr- und Erziehungs-Institute zu Pfungstadt bei Darmstadt beginnt das Sommersemester am 15. April. — Prospectus und jede erwünschte Auskunft ertheilt Z)i7. Direktor. Annonce. Wie bisher übernehme ich auch dieses Jahr die Lieferung von und O'Jiridr und bin ich im Stande durch Verwandte und Geschäftsfreunde trotz neuerdings M aufgeworfenhabender Concurrenz in obigen Artikeln das Billigste zu liefern. Sonst anz. Gustav Bloch.