Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1866)
- Date
- 1866-02-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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IM tzxibt, derwFAM gemeiner Hetzereien nach hehördlichfiv) Abstrafung fernen früheren Wohnort SN0S7 verlassen mußte, ist nun jetzt gegen jede gesunde Kraft rm Gemeindeleben, wie grgen die des Subjectes in der medizinischen Thätigkeit. — Die gesunde Kraft der hiesigen Gemeinde war der Stein des Anstoßes, und die BösusilligkeiL und Lüge sollten ihm helfen, sie zu zerstören. — Da seine Schamlosigkeit sich nicht entlMretL-. biL. LLtreffeudLMMr hichLl^ zn senden. sn. ward ihm die Lehre Nerräacium earet xeäibus, mit seinen Blättern, in einer harten Schale bitterer Worte zurückgereicht.— Obzwar nun, wie es nicht anders zu erwarten war, diese gemeine Machination am Biedersinn der hiesigen Gemeindemitglieder scheiterte, so mußten wir jedoch Herrn S. die ihm gebührende öffentliche Züchtigung zukommen lasten, ihm aber zugleich ratben, feine kahle In gnoranz nicht nackt zu zeigen, seinen hochgelehrten intimen Freund in Fünfkirchen, zu Rathe zu ziehen, der ihm doch wohl auch jetzt die Unzulässigkeit des ribsipv im Orach. Chaim §. 8 Mag. Abr. 2. u. § 24. M. Ad. 3. Nachweisen könnte. — Was s. Z. Herr Fasset in Kanisza zum Ausgleich docirte, daß man erst nach der 71213 den ri'io zusammenrollen könne, ist ebenfalls, wie es aus Or. Chaim. §. 64. 2. 7U7i, Z 66. 2 und 8 deutlich hervorgeht, unrichtig. — _ Aufruf zur Mildthätigkeit. Der Unterzeichnete fühlt sich genöthigt, einer unangenehmen aber heiligen Pflicht zu genügen- — wir müssen mit einem „Aufschrei der Verzweiflung" vor die Oeffentlichkeit treten. Wir wußten uns hierzu keines anderen Organes zu bedienen, als eben des „Israelit", dieses TiiLO 121^ Ti'bn, der bisher noch keinem „Rufe um Hilfe" seine ersprießliche Verwendung versagt* *). — Wir gestehen es, uns nur schwerzu diesem Schritte entschlossen zu haben, nachdem der „Israelit" anderweitig schon so viel und mannigfach okkupirt ist; allein wir vermochten nicht, angesichts dieses wahrhaft jammervollen Elends unser Pflichtgefühl in irgend einer Weise einzulullen, und mußten daher an eine Thür anklopfen, die sich hoffentlich auch uns erschließen dürfte. L) Vor Jahren schon war Herr Sch. bemüht, die „Mlg. Z. d.J." hierher zu verpflanzen, doch man war hier eingedenk des 121 712P1N tt'27> ttb.— *) Anm. der Red. Dem müssen wir widersprechen; es kommen so viele derartige Aufrufe an uns, daß wir die Spalten dieser Blätter mit ihnen allein füllen könnten; jeder Vernünftige fleht ein, daß wir nicht allen diesen Bitten genügen können; auch vorstehenden Aufruf haben wir fast 4 Monate unberücksichtigt gelassen; die Wahrheit der darin ausgesprochenen. Thatsachen wurde uns jedoch derart documentirt und das Elend, wurde uns so ergreifend geschildert, daß wir wohl nicht länger zurückhqlten dursten. M iß eine „verschämte Armuth", für dis wiv den, WvWMigkeitssirm unserer Glaubensgenossen. in Nah und Fern diesmal in Anspruch.nehmen möchten;, es ist eine verschämte Armuth, mchhalb ehen daS Elend derselben eine solch. erschreÄiche. Dimension, angenommm. Wir sind in Folgedessen auch nicht ermächtrgl, die unglücklichen Opfer namenlpsen, Elends der großen Oeffentlichkeit gegenüber namhaft zu -machLN-, Wru-HrüHeu dieLklos. deL-U-klichen Redartüm. dieses Blattes gegenüber thun, der wir zur Erhärtung unserer Angabe,, gleichzeitig die bezüglichen glaubwürdigen Documevte zu unterbreiten uns erlauben. Es ist eine unglückliche vaterlose Lehrerfamilie irp Ungarn. Außer einem bewährten. Mmm-alA Pädagoge und. Jude, der sich heutzutage leider nicht sa lächt in Werthpapiere umwechiely läßt, hinterließ der., frühzeitig Verblichene seinen 4 unmündigen Kinder^- nichts, als eine wackere, tugendhafte, fromme, aber leider verkrüppelte, vollends erwerbsunfähige Mutter. Die Frage nun, ob hier die Mutter die Kinder ernähren soll, oder diese der Erhaltung ihrer Mlttex sich unterziehen mögen — dies ist eben, bas schwierige Problem, dessen günstige oder mindersgünstige Lösung von dem Resultate unseres Aufrufes bedingt ist. Und doch wäre rem Uebel leicht abzuhelfen. Die vier Waisen bestehen nämlich aus 3 Knaben und einem Mädchen. -— Die Knaben dürften in nächster Zukunft schon nach und nach irgend einem Lebensberufe zugeführt werden. Das Mädchen —- tugendhaft und gut erzogen — ist bereits heirathsfähig. Dieses wäre sonach am meisten dazu berufen, der. kranken Mutter ein dauerndes Asyl zu sichern. Doch da müßte vor allem gesorgt werden, daß es demselben gelinge, sich bald einen eigenen Heerd zu gründen. Hiezu wäre eine bescheidene Ausstattung und eine bescheidene Mitgift unbedingt nöthig. Mit einigen hundert Gulden wäre alles'abgethan. Ein doppeltes Verdienst ließe sich hierbei erzielen- „HachnasatKallah" und die Versorgung einer kranken verkrüppelten „Almanah". — Einige hundert Gulden blos — und ein so verdienstvolles Gotteswerk wäre vollbracht! Es ist eine Lehrerfamilie in Ungarn rvyhl,. fuv die wir unsere Stimmen in einem verbreiteten Blatts Deutsch länds erheben. — Allein die Lehrer kennest leider noch immer keine Heimath und kann ihr Unglück nicht an den Provinzialpatriotismus appelliren. Wo ist denn auch eines jüdischen Lehrers Vaterland? — —Wir hegen sohin die Hoffnung, daß der vielfach erprobte MiHthätigkeitssinn unserer GlaubenSbrüder auch außerhalb der Grenzen unseren engern Heimath auch bei dieser Gelegenheit sich , glänzend bewähre» wird. Die Spenden wolle man rm das ehr-