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Der Israelit · 1866-01-10 · Heft 2 (10.1.1866) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wissenschaftliche Beilage zu Ar. 2 des Äsraelit. War -er Talmud Irruschalmi den vor Saadia Gaon lrdrnirn Geonim bekannt aber nicht? Die Beantwortung dieser Frage bietet, da das Verhältniß der Schulen von Sura und Pumbedita zur Zeit der Geonim zu Palästinensischen Gemeinden noch nicht klar genug von den Geschichtsforschern dargestevt, manche Schwierigkeit. Denn mit dem Talmud Jerusch, erlosch die Flamme des geistigen Strebens für die strenge Holacha in Palästina und es bemächtigte sich jener Gewüther ein StMben, statt der Halacha die Agada, veranlaßt durch die unglücklichen Verhältnisse, in welche die Juden Palästinas durch dos byzantische Reich geratben waren, zu sammeln, und dem nach Erlösung hoffenden Bolle nutzbar zu mochtn, ilm einen idealen Kreis zu erschließen und seine Aufmerksamkeit von der beunruhigenden Gegenwart abzulenken. In Babylonien hingegen, begünstigt durch die politischen Bewegungen der Perser, zeigt sich bis zum Abschluß des balyl. Talmud ein krästiger Sinn fürdieHolocha sowohl, als auch für die Agada. Auch mit dem Erlöschen der Amoraim-Periode machte sich noch ein energischer Geist für die Halacha-Forschung unter den '«-N2v 1222 kund, wovon zahlreiche Zusätze des babyl. Talmud und das Seder Tonarm Zeugniß oblegen. Es ist aber noch nicht scstoestellt, wie lange die Periode der Saburaim dauerte. Jedenfalls steht die Thalsache fest, daß das Halacho-Studium nur mit geringer Unterbrechung durch störende und hemmende Ereignisse fortgesetzt wurde, bis es endlich seine, mehrere Jahrhunderte dauernde Pflege in den Akademien zu Sura und Pumbedita von den derzeitigen Gaonim gefunden hatte. Die Zeitereigniffe des fünften und sechsten Jahrhunderts drückten den Verkehr zwischen den babyl. und pal. Gemeinden auf ein Minimum herab und machen es zweifelhaft, ob die letzten Amoraim und die Nedactoren des Talmud Babli den Talmud Jerusch, kannten. Einige Vermuthungen lassen darauf schließen wie schon Chajes in seinen behauptete und dessen Hypothese wir durch manche Beweise unterstützen können, daß der Talm. Jerusch, den Redactoren des Talmud Babli bekannt war. Ob er auch den 1222 '«->120 bei ihrer schwierigen Ausgabe, von welcher Echerira in seinem Sendschreiben sagt: '8-m i'2ii ^5127 .18->7Nv '-QO1 'WND 82'« 5V5I 8v 518->y—."I 2"p8 '8-»2O;22-> .-,51812-, '^p'81 und bei der Abfassung des Seder Tanaim Dienste leistete, ist noch nicht untersucht worden. Das Seder Tanaim bietet nach meinem Dafürhalten eine unsichere Grundlage, an welcher man die Untersuchung anstelle« sollte, ob die O'-> den Talmud Jerusch, kannten. 1) Es fft noch nicht geschichtlich nachgewiesen, wer der Verfasser des Seder Tanaim war; wenn auch Grätz, Geschichte der Juden, 5. Band 426 sagt, die Regeln, welche das Seder Tanaim für die praktische Entscheidung aufstellt, stammen sicherlich von Saburaim, d. h. von den unmittelbaren Nachfolgern der Amoraim, so dürfen wir diese Behauptung nur als eine subjektive Ansicht des Historikers nehmen, bis ein geschichtlicher Beweis darüber entscheidet. 2) Hat das Seder Tanaim ohne Zweifel Zusätze von den Geonim erfahren und müßte; zuerst untersucht werden, welche Stücke des Seder Tanaim den Sabur, und welche den Geonim zuzuschreiben sind. Für heute wollen wir diesen Punkt unerörtert lassen und uns lediglich an die Beantwortung der an der Spitze unseres Aufsatzes aufgeworfenen Frage halten. Rapoport hatte vor mehreren Jahren mit vielem Scharfsinn nachgewiesen, daß den Geonim bis auf Saadia der Talmud Jerusch, unbekannt war. Im laufenden Jahre suchte vr. Z. Frankel durch mannigfache neue Beweise Rapoports Ansicht zu erhärten. In dem „Entwurf einer Geschichte der Literatur der nachtalmudischen Responsen" Seminar-Programm 1665 sagt F.: „Die Geonim machen nie in ihren Responsen den jerusch. Talmud namhaft. Berechtigt schon dieses Schweigen zu der Annahme, der jerusch. Talmud sei zur Zeit der Geonim in Babylonien nicht bekannt gewesen, so legen einige Responsen, die manchen Zweifel, für die der jerusch. Talmud Aufschluß gibt, ungelöst lasten, lautes Zeugniß für diese Unbekanntschaft ab. So wird 3, 3, 7, berichtet: 85>2'v8i.-i TML'L 8» ,2>2 W82 2", 2V '2P sO '^2 5,22 'P2 8^> '8N 5,-,5>2 '25,81 2'5I 512'->2V ^>181 85>51'8 8222 '82 '518 8^1 8227 8221 'WN'P '^22'^> '2,dO 127°? '518 1'8 j'2'22 2218 P8-! 12'.-! '2! 1'2'2^ I'WII'P 12'2N2 '2 8l2lvL'8 8^1 ^121 1'WN'?2 2218; der jerus. Talmud Kidduschin 3, 2 hat i'wii'pz 221« L". Selbst R. Chanina, der Zeitgenosse Saadia's, kennt nicht den jerusch. Talmud. So befindet er sich in seinem großem Responsum an die Gemeinde zu Kairvan(4.2. 12 8.38 s) in manchem Zweifel Üder.-i82i8 pi ri!pp-ip2; der jerus. Talmud Ketubot 11.4 hat ausdrücklich : ^"25I1'-. w' 2^L12 I1PO.-1128125,1' -,28 Nur Saadia führt an: (3, 2, 9) ^>8->L" s>-,8 -,,2'?5i2i. Saadia wurde wahrscheinlich durch seine vielfachen Contraversen mit den Karäern zum Studium des jerus. Talmud gedrängt. Der Karäer Salomon b. Jerucham hob in seiner Polemik gegen die Tradition die häufigen Widersprüche zwischen dem jerus. und babyl. Talmud hervor. Saadia's Aufgabe war es nun, auch auf den jerus. Talmud einzugehen und diesen Einwurf zu entkräften.

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