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Der Israelit · 1866-01-10 · Heft 2 (10.1.1866) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 2 (10.1.1866)
Date
1866-01-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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VII. Jahrgang. Beilage zu Nr. 2 des Israelit. Leitender Artikel. Literarisches. Mitgecheilt von St. Unsere Zeit trisstMk viele religiöse Bedürfnisse Vorkehrungen, vereng Nutzen vor Allem einer künftigen Generation zu" Gute kommen soll, die mit Gottes Hilfe nach einer Zeit des scheinbaren Stillstandes religiösen Lebens sich mit enthusiastischer Liebe dem Lernen und Leben in der Thork zuwenden wird. Sowie unsere Prachtsynagogen daun nicht nur zur Verwendung an Rosch Haschanah Nld Jom Kippur, sondern zur täglichen Benutzung kommen, so werden auch unsere v^SOschränke nicht nur die Bibliotheken und die Zimmer der Gelehrten und Reichen zieren, sondern man wird begierig in jedem jüdische« Hause daS nothwendige Material zum zusammenholen, das eine frühere Zeit nur als Handwerkszeug derRabbimn und im günstigsten Falle als einen gyMn enden Prunk der begüterten Frommen betrachtete. Verachten wir aber darum unsere Zeit nicht so sehr. Wir können es nur äks ein günstiges Vorzeichen ansehen, daß man für religiöse BaÜten keine Kosten scheut, noch weit mehr aber, daß es sich lohnenderweist, unseM^heiligen Schriften vw inMrhkreichen neuen Auflagen erscheinen zu lasten, noch mehr endlich, daß es anerkannt und gefördert wird, wenn aus dem Dunkel der Bibliotheken Manuscripte an das, Tageslicht gebracht werden. Wir rufen unserer Zeit zu diesem Streben ein. herzliches pm Wohl verdient dek Nirdamiw ", besten Zweck es ist, berühmten jüdischen Schriftsteller zu noG zahlreichere Unterstützung. - Wohl verdienen namentlich auch die Gelehrten Unterstützung, die . auf privatem Wege sich diesem mühseligen, materiell nicht genug lohnenden Geschäfte un- -^terziehen, was in unserer Zeit, wo die Fürsten uns in liberaler Weise die Bibliotheken zugänglich machen, dahin führen könnte, daß die Schätze des Vatikans, des Escurial und vieler anderer Schatzkammern geistiger Nahrung dem Judenthum gerettet und jedem Einzelnen zugänglich gemacht würden. Sehr wünschenswerth wäre es, daß zu diesem Geschäft Lomdim ersten Ranges sich fänden, denn Unkundige und noch schlimmer Halbwisser können uns die Manuskripte nur unvollkommen und verdorben überliefern. Ein junger fleißiger Gelehrter, dxsi Rabbinowitz, der sich erstaunliches Misten im Talmud erworbe,n hat in München eben die ungemein verdienstliche Arbeit vollendet, aus einem in der dortigen Bit liothek befindlichen Manuscripte des Talmuds alle die von unserem gewöhnlichen Texte variirenden Stellen zusammenzutragen. Seine Persönlichkeit, sein Vorhaben, sowie seine jetzt bereits vollendete Arbeit fanden den größten Beifall bei den 'bnz, namentlich haben von außerdeutschen Autoritäten der Oberrabbiner von Lemberg, Rabbi Joseph Schau! Nathanson, sowie der Oberrabbincr von Preßburg und der dortige nxi x>'2, der berühmte R. N.W. Liber, ihm und seinen Schriften den größten Beifall gezollt. In Preßburg, wo er sich kürzlich aufhielt, hat ee durch sein erstaunliches Wissen großes Aussehen erregt, und man hat ihm für die nächste Zeit zugesagt, sein Unternehmen materiell fördern zu wollen, indem man der Ansicht des Lemberger Rabbiners beitrat, Herrn Rabbinowctz zu veranlassen, sein großartiges, wahrhaft nationales Werk nicht unvollendet zu lasten, und seine Skizzen nackt zu cdiren, sondern vielmehr durch einen gediegenen Commentar, wie ihn seine Kenntnisse, verbunden mit einem ausgezeichneten Fleiß, zu liefern im Stande wären, zu vermehren. Die Mittel zur Vollendung der Arbeit, soweit sie bis jetzt gediehen ist, haben mit hochherziger Opferfährgkeit Herr Merzbacher in München mit mehreren anderen dortigen Herren und einige Frankfurter ."iiD '2.-N8 beschafft; für die Ausarbeitung des Kommentars werden wohl noch einige Jahre erforderlich sein,.und würden wir uns glücklich schätzen, wenn diese ZeilM^dazu beitrügen, unsere jüdischen Großen und FördWr der Interessen von p".ir> darauf aufmerksam zu machen, das Zustandekommen dieses großartigen »Werkes zu fördern, indem sie Herrn Merzbacher in München bei seiner aufopfernden Thätigkeit zu Hilfe kommen. Wir glauben annehmen zu dürfen, daß auch die Redaction dieses Blattes, dessen ganzes Interesse es schließlich ist, für zu streben und zu kämpfen, gern auch zur Vermittelung dieser Sendungen die Hand bieten würde. Daß auch von deutschen Autoritäten die Tätigkeit des Herrn Rabinowitz mit Freuden begrüßt wird, scheint uns daraus hervorzugehen, daß der ehrwürdige Altonaer Oberrabbiner ihm aus eigenen Mitteln einen Beitrag zu den Kosten des Unternehmens sandte. Herr R. hat einige Bogen seiner Arbeit drucken lasten und wird gern jedem Freunde seines Unternehmens ein Exemplar zustellen. Wünschen wir ihm von Herzen guten Erfolg und hoffen wir, daß unsere Glaubensgenossen der Verheißung eingedenk p-

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