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Der Israelit · 1866-01-03 · Heft 1 (3.1.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 1 (3.1.1866)
Date
1866-01-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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nicht wie die übrigen Kinder sei, und daß wir dereinst eine Reise machen würden, nach welcher ich dann die ganze Wahrheit erfahren sollte. Eines Tages legte sie sich krank nieder und in der Furcht, der Tod möchte sie überraschen, sagte sie mir die folgenden Worte: „»Du bist kein Muselmann, du bist ein Jude; aber um es vollständig zu sein, genügt es nicht, daß man kein Schweine- und Kameelfleisch genießt, man darf auch nicht arbeiten am Sabbate und an anderen gewissen Tagen, die man dich bei deinen Brüdern lehren wird, wo du dich noch einer Operation unterziehen mußt, um vollständig Jude zu sein. Wenn ich gestorben sein werde, nimmst du diesen Diamant, der in mein Kleid genäht ist, und reisest zu deinen Brüdern, die von einem Könige regiert werden, der kein Muselmann ist, wo du dann Alles thun wirst, was man dir sagen wird, und vergiß dann auch nicht, Gott zu bitten, mir meine Vergehen zu verzeihen"". Ich gab ihr das heilige Versprechen und nachdem ich sie beerdigt hatte, reiste ich ab. Manchmal traf ich Juden, aber die wagten nicht, die Ceremönie an mir zu vollziehen. Nach einer Reise von einigen Monaten, während welcher ich mich in den Zelten der Juden oft ausgehalten hatte, kam ich nach Setif zu Herrn Aboucaya, dess.n Gärtner ich wurde. Von da beförderte man mich nach Constantine, wo die Anzahl der Muhamedaner noch so stark war, daß man mir aurieth, nach Bone zu gehen, wo mir meine Brüder diesen Dienst erweisen werden." Ich diente ihm als Gevatter, und sowohl nach der Sitte, den Proselyten den Namen des Vaters der Gläubigen zu geben, als auch meinem Namen entsprechend, nannte man diesen edlen Jüngling Abraham. Er kehrte nach Eötff zurück, wo er auf eine sehr lange Zeit seine frühere Gärtnerstelle wieder annahm. Ich begab mich nach Philippeville, von wo aus ich mich wieder nach Algier einschiffte. (Forts, folgt.) Griechenland. Kurz vor der Vereinigung der jonischen Inseln mit Griechenland, verordnte der Senat die vollständige Emancipation der Juden. Wir geben hier die bei dieser Gelegenheit ausgesprochenen Worte jener Behörde wieder: „Treu den Principien der Freiheit und Gerechtigkeit, weiß der Senat seine Thätigkeit nicht würdiger zu beschließen, als durch die vollständige Emancipation der jonischen Israeliten. Diese ehrwürdige Gemeinde hat sich stets durch einen ausgezeichneten, politischen und socialen Sinn unsere Anerkennung zu verschaffen gewußt, sie verdient also wohl, daß man selbst die letzten Spuren einer Ungleichberechtigung vor dem Gesetze, die stets empörend und ungerecht ist, verwische, da eine solche mit der nationalen Wiedergeburt dieser Inseln unvereinbar wäre. Aegypten. Unter der Leitung unseres Religionsgenossen, des Herrn Sciama, ist der Suezkanal, wider alles Erwarten, glücklich vollendet. Trotz der entgegengesetztenBehauptung der engl. Marinebeamten, ist dieses Riesenwerk so vollständig gelungen, daß derselbe von Dreimastern befahren werden kann. In Anerkennung der großartigen Leistungen des Herrn Sciama, ist derselbe jetzt zum Generaldirektor der öffentlichen Arbeiten in Egypten ernannt worden. (A. I) Amerika. Ein Correspondent des „Philadelphia Demokrat" schreibt aus San Francisko über die Israeliten Californiens unter Anderem: „Sehr oft und schon vor 45 Jahren habe ich mich über die Vorzüge sowie über die unermüdliche Betriebsamkeit dieser Religionsgenoffenschaft ausgesprochen und jetzt ergreife ich abermals die Gelegenheit dazu, denn es ist noch viel mehr gutes Material vorhanden, als dazumal. So viel sei nur gesagt, daß die Juden die reichsten Leute hier sind, daß sie in allen wohlthätigen Instituten nicht nur anderen Religionsgesellschaften voraus sind, sondern äußerst hochherzig handeln, daß sie im öffentlichen Leben sehr geachtet sind und thätigen Antheil an der Festgründung des Staates und besonders dieser Stadt nehmen, daß sie bei ihrer Religion stehen bleiben, großartige Synagogen bauen, sich aber streng und stark an dem allgemeinen Schulunterricht des Staates betheiligen, daß sie sich nie in Händel anderer Religionssecten mischen, wie es andere zu thun Pflegen. Ihr Bon-ton in Unterstützung aller Kunstanstalten gereicht ihnen zur Ehre, ebenso ihre kräftige Betheiligung bei allen deutschen Instituten. Hierzu zwei Beilage». 2» Ikr 2 vrsvkvlLi et»« vlassnsodLttUodv Verantwortliche Redaktion: vr. L ehjmann. — Verlag der Le Rou x'schen Hofbuchhandlung. — DampßSchnellpressendrrick von I. Got.tsleben in Mainz.

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