Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 7 (1866)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1866)
- Date
- 1866-01-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 7. Jahrgang. Israelit. E i n Central Organ fnr -as orthodoxe Judenthum DZ». Lehmann in Mainz. Mainz, den 3. Januar 5626 (1866). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum- Oösterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitende Artikel: Rückblick. — Die Juden zu Mainz im Mittelalter. — ZeitaugSaachrichtea «ad Korrespondenzen: Deutschland. Hamburg. — Preußen: Düffeldorf. — Oesterr. Kaiserst.: Inhalt der Beilage: Leitender Artikel»: Noch einmal über die Jeschiba-Angelegcnheit. Zeitungsnachrichten »ad Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. München. Regensburg. — Dänemark: Aus Kopenhagen. — Feuilleton: Athenischer und jerusalemischer Witz. — Anhalt der Extra-Beilage: Spenden zur Linderung der Hungersnoth in Palästina. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spen- Leitende Artikel. Rückblick. Wiederum liegt ein Jahrgang unserer Zeitschrift vollendet vor uns, und wenn wir auf die Fülle des Inhaltes zurückschauen, den derselbe unfern Lesern gebracht, so wird eS uns schwer, aus all den mehr oder weniger wichtigen Ereignissen das Bedeutendste in kurzen Umrissen vorzuführen; und doch ist es wichtig, ja nothwendig, von Zeit zu Zeit rückwärts zu schauen, um die Vergangenheit für die Zukunft nutzbar zu machen. Im östereichischen Kaiserstaate sind es namentlich die Zustände in Ungarn, welche unsere Blicke auf sich zogen und noch auf sich ziehen. Durch Ausdauer und Beharrlichkeit scheint das ungarische Volk das Ziel seines Strebens erreicht zu haben; der Landtag ist seit kurzer Zeit eröffnet, und die Kaiserreise nach Bndah-Pest hat außerordentlichen Jubel erregt. Der Kaiser war sehr huldvoll und gnädig, auch gegen unsere Glaubensgenossen; er hat die beiden Rabbinen von Ofen und Pest zur kaiserlichen Tafel gezogen und die Vorstände der israelitischen Gemeinden empfangen, sich stets liebevoll und gnadenreich aussprechend. Indessen ist die Emancipation noch immer nicht vom Landtag verfügt. Wie einige politische Blätter mittheilen, wird von chassidischen Rabbinen eine Agitation gegen die Emancipation vorbereitet; wir halten dieses Gerücht für eine der vielen Tendenzlügen, die von gewisser Seite nur zu gern ausgesprengt werden, um die Gegner in Mißkredit zu bringen. Aus Preußen ist in politisch-socialer Beziehung sehr wenig zu berichten; leider ist die Emancipation in diesem zweitgrößten deutschen Staate noch immer nicht zur Wahrheit geworden. Es ist hierüber ein recht gutes Schriftchen von vr-. Fritz Korn in Breslau erschienen; dasselbestellt alles das,zusammen, «as den Juden in Preußen noch mangelt und macht ihnen selbst den Vorwurf, daß sie die Durchführung der Emancipation nicht energisch genüg fordern. Kein jüdischer Lehrer findet in Preußen an irgend einer vom Staate abhängigen Schule Anstellung. „Ihr wollt Coufefsionsschulen?" fragt Herr vr. Korn, „warum