Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1865)
- Date
- 1865-12-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447193-2447244--03946-2459374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
784 Israel stand um ihn her. Josua befahl, den Boten vorzuführen, hatte aber keine Acht auf ihn, bis er Israel Recht gesprochen. Jetzt nahm er das Schreiben aus der Hand des Boten und ging damit in das Zelt des Herrn. Dort entfaltete er das Schreiben und las es und warf sich dann, von bangen Sorgen ergriffen, nieder vor Gott zum innigen Gebete und stehle um seinen Beistand für Israel. Noch behielt er das Schreiben und dessen Inhalt für sich, bis das Wochenfest vorüber fei; denn das Fest war nahe, und Josua wollte, daß dem Volke der Festtag ohne Angst und Sorgen vorübergehe. Den andern Tag nach dem Feste aber versammelte er das Volk, las ihm das Schreiben vor und sprach:,, Viele Kriege schon habe ich geführt und viele Könige schon besiegt und blieb stets unverzagt; aber heute hat mich, ich gestehe es, Furcht und Schrecken ergriffen." — Als die Männer Israels DaS hörten, erbebten sie, daß ihre Glieder wankten, ihre Kniee widereinander schlugen und ihr Haupt sich zur Erde senkte; aber sie erholten sich bald wieder und sprachen ., O Herr! wie wir Moses gehorcht haben und gefolgt sind, wollen wir auch Dir gehorchen und folgen. Auf Herr! Nimm die Rolle zur Hand, ergreife den Stift und schreibe darauf mit deutlicher Schrift und erwiedere dem heidnischen Volke in Worten, hart wie Eisenstäbe." — „Wohlan," sprach nun Josua," so hört das Schreiben, das ich aufgesetzt, und findet es Euern Beifall, so Will ich es ihnen zusenden." — Und Josua las: „Im Namen des Ewigen, des Gottes Israels, der die übermüthigen Starken niederwirft und die wiederspenstigen Gottlosen zu Boden streckt, der den Bund der sündhaften Räuber trennt und die getrennten Frommen und Gerechten vereinigt, — im Namen Dessen, der da ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der Gott Abrahams, Jsaks und Jakobs, der Ewige, der rechte Kriegsmann!" — „Von mir, Josua, dem Knechte Gottes, und von der auserlesenen Versammlung und hochpreislichen Gemeinde, der Versammlung und Gemeinde Israel, den Nachkommen Abrahams, Jsaks und Jakobs, an das frevelhafte Volk und die strafbare Rotte, an Bilderdiener und Götzenanbeter keinen Gruß! spricht mein Gott." — „Laßt es Euch gesagt sein! Ihr babt schlimm ge- „than in Dem, was Ihr gethan, daß Ihr den schlummernden Löwen geweckt und die Löwin aufgeregt; daß „Ihr denselben, als der Zorn sie röthete, das Schwert „in die Hand gedrückt! Ich, ich mache mich aus in „Gerechtigkeit, um Euch Euer Thun auf Euern Kopf L) Bergt. Ies. 57, 21. — „zu vergelten. Was habt Ihr nach der Stätte des „Heiligen zu kommen, zu kommen und sein Land zu „verunreinigen! Haltet Euch bereit und verlaßt Eure „Stelle nicht! Denn nach sieben Tagen komme ich zu „Euch und erschlage Eure Starken, daß Euch jede „Zuflucht schwindet. Seht, Ihr rühmt Euch, daß Ihr „fünfundvierzig Könige seid, von denen jeder fechzig- „tausend tapfere Streiter führe, — ich hingegen kann „mich nicht rühmen, daß mit uns die Könige der Erde „sind, aber die Engel des Himmels, von denen Einer „L>odom und Amorah zerstört, ein Anderer die Sünd- „stuth herbeigeführt, ein Dritter die Erdbewohner in „siebzig Völkerschaften zerstreut hat. Das Volk aber, „das ich führe, zählt sechsmalhundert Taufend tapfere „Männer, die trockenen Fußes durch das Meer gezogen, vor denen der Ewige einhergeht bei Tag und „bei Nacht, in einer Wolken- und in einer Feuersäule, „und von denen zwölftausend Auserlesene fünf Könige von Mibian erschlagen und den Bileam, „den Sohn Beor's, nebst Allem, was männlich war, „indeß von ihnen selbst nicht Einer vermißt ward. „Unter ihnen befindet sich auch ein Priester, mit Namen Pinehas, der trägt eine silberne Lärmtrompete „in der Hand. Stößt er in dieselbe, so stürzen all' „unsere Feinde vor uns nieder! Habt Ihr nicht verkommen, wie Pharao und sein Heer untergegangen „sind im Schilfmeer, wir aber trockenen Fußes durch- „gezogen? Ist Euch nicht kund geworden, was wir „Amalek und feinem Volke gethan? Habt Ihr nicht „gehört, wie wir Sichon und Og, den Königen von „Emori, vergotten? — Und wenn mit Euch Jepheth, „der Starke, ist, so ist mit uns der Stärkste der Starken, der Höchste der Hohen, Gott, der Ewige! der „rechte Kriegsmann!" — Diese Worte Josua's richtete Israel wieder auf. Josua übergab das Schreiben dem Boten und entließ ihn nach seinem Lande. Der Bote ging, überbrachte das Schreiben und erzählte von Dem, was er gesehen, von der trefflichen Ordnung des Volkes, von der außerordentlichen Größe und dem majestätische« Aussehen Josua's daß er ein fünf Ellen hoher Mann sei, gekleidet in blauen und rothen Purpur, mit einer königlichen Krone auf dem Haupte, auf welcher der Name des Ewigen geschrieben stehe. Als die Könige Das hörten und als sie gar den Inhalt des Schreibens vernahmen, fielen sie vor Schrecken zur Erde nieder und riefen:,, Was haben wir gethan! Wir haben selbst das Verderben über uns heraufbeschworen!" — Josua machte sich indessen auf mit zwölftausend tapferen Streitern und kam innerhalb sieben Tagen bei ihnen an. Schrecken ergriff Schobach, als er die wohlgeordnete Schaar erblickte. Schvbach's Mutter aber war eine arge Zauberin. Diese sprach jetzt zu ihrem Sohne und den übrigen Königen:,, Seid ohne Furcht! Ich werde sie mit einer siebenfachen eisernen Mauer