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Der Israelit · 1865-12-27 · Heft 52 (27.12.1865) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 52 (27.12.1865)
Date
1865-12-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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^>F S2 e. Jahrg^^ r Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. »r. Lehmann m Mainz. Mainz, den 27. December 5626 (t 665). Düse Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestms 2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 3 Thlr. pr. E. oder fl. 5. 13 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Da mit dür» I. Januar ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die geehrten Abonnentca daranf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig ernenert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Anhalt: Leitende Artikel: Was ist ein Resorm-Rabbiner? — Drr israel. Lehrerstand. — ZeitrrugSnachrlchteu »ud Korrespondenzen: Deutschland. Mainz. Mainz. Mainz. München. Baden. Stuttgart. Aus Baden. Stuttgart. — Oesterr. Kaiscrst.: Csongräd. — England: London. — Anhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Preußen: Belgard. — Oesterr. Kaiscrst : Großwardein. — Frankreich: Paris. — Rußland. — Amerika: New-Uork. Cincinati. — Inhalt der Extra-Beilage: Leitende Artikel. Was ist rin Reform-Rabbiner? Diese Frage ist wohl schon deßhalb sehr schwer zu beantworten, weil der Herr Reform-Rabbiner je nach Zeit und Umständen seine Farbe zu wechseln und seine Ansichten vcch denen der einflußreichsten Gerneindeniitglicder umzumodeln pflegt; es kömmt uns heute auch gar nicht aus eine Definition dieses chamäleonartigen Wesens an, wir wollen vielmehr durch ein Factum confiatiren, als was die Reform-Gemein-! den ihre Rabbinen betrachten. Also für was halten! die Reform-Gemeinden ihre Rabbmen? Für nichts i Anderes als für einen Luxusartikel) Wie könnte es denn auch wohl anders sein? Was hat denn der Reform-Rabbiner zu thun? Der Schulchan-Arrrch ist ihm antiquirt, und wer wollte auch so thöricht sein, religiöse Anfragen an ihn zu Achten oder seine Horaah als gütig anzuerkennen? Die „aufgeklärten Juden" haben jr überdies keine Schaaloth zu machen, die brauchen ihn also nicht, und die Frommen — die trauen ihm nicht; sie trauen ihm weder genügende Kenntnrß noch hinreichende Gewissenhaftigkeit zu; mit Schaaloth wird er also nicht belästigt. Wenden wir uns zu einem anderen Fache der rabbinifchen Thätigkeit, zur Verbreitung des Thorastudiums. Du lieber Gott — ein Reform-Rabbiner und „lernen", oder gar lehren) Das ist's ja, was den Reform-Rabbiner zieret und dazu ward ihm der Verstand, daß er den „mittelalterlichen Staub des Talmuds, der Casuisten und Scholastiker" von feinen modernen Stiefeln schüttelt; „ein Harber Nambarn" stört ihn nicht im Schlaf und des „Mehorscho's Kasche" raubt ihm nicht den Appetit; Schüler suchen ihn nicht auf, und was sollte er sie auch lehren? Die eigenen Söhne lernen höchstens Hebräisch-Lesen — sie sollen sich ja nicht den schweren Pflichten des Berufs aufopfern, wie's der Herr Papa gethan, sie sollen keine Rabbinen werden. Damit find wir bei dem Unterrichte, bei der

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