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Der Israelit · 1865-12-13 · Heft 50 (13.12.1865) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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7L2 ruhen sie neben einander, die drei Großen in Israel, der ehemalige Rabbiner von Kuttna, Rabbi Saunde! von Galant, und Rabbi Nachum Prosto. Ach, zu sterben ist jetzt Wohlthat, da den Lebenden nicht Änmal Kraft mehr bleibt zu weinen, und jetzt begreifen wir den Ausspruch des Weisen: 'N rrridr, wider deinen Willen mußt du leben." Auch Rabbi Nachum Prosto hinterläßt eine Wittwe mit zwei unmündigen Kindern in tiefster Avmuth; diese ist die Schwester meines Vaters. Gott, der Allgütige, ist der Vater der Waisen und der Richter der Wittwen, er ist ein gerechter Richter. Ich will hier eines Ausspruches meines seligen, obenerwähnten Schwagers gedenken, den er kurz vor seinem Tode, als er sich von mir verabschiedete, that: Es? heißt: „„Gerecht ist Gott in allen Seinen Wegen und liebevoll in allem Semen Thun."" Wenn Cr, der so überaus huldvoll und liebevoll, uns so hart straft, wie groß muffen da unsere Vergehungen sein!" — Herr der Welt, wie viele Opfer sind bereits gefallen — erbarme Dich des Ueberrestes, schicke Genesung den Kranken, namentlich dem würdigen, gelehrten, schwer erkrankten Rabbi Elieser Dan so sei es Dein heiliger Witte! O, Ihr Edlen, in Europa! Sicherlich empfindet Ihr großen Kummer ob dieser traurigen Nachrichten; haltet einen Trauergottesdienst jiOori) um die Dahingegangenen, und auch sie werden warme Fürsprecher für die um sie Trauernden sein, und Gott wird uns Befreiung und Erlösung senden und die Thränen trockenen aus jeder Wange. Jerusalem, den t3. Marcheschwon. Gelobt sei Gott, der mich wieder hat vollkommen genesen lassen! Auch im Allgemeinen ist die Krankheit im Abnehmen begriffen; seit dnn. Tode des R. Nachum sind nur wenige neue Erkrankungen vorgekommen, und die meisten Erkrankten sind auf dem Wege der Genesung; so find von Kolel (Gemeinde) Peruschim bis zum 12. eiuund neunzig Todesfälle zu berichten; seitdem sind nur 4. gestorben. Vom Kolel Hod (in- Holland und Deutschland), der im Ganzen nur 70 Personen zählt , ist einer, nämlich ein Sohn des N. Moses Löb Schnatich (Schnaittach) gestorben. Der von mir gestern erwähnte Rabi Elieser Dan '"2 ist G. s. D. wieder genesen. Gelobt sei Gott, der die Wuth der Krankheit gebrochen hat! — Joseph Akybttrr. Nachschrift: Vor Absendung dieses Briefes kömmt mir die telegraphische Anzeige von Amsterdam zu, daß wiederum 25,000 Piaster (2500 fl.) für die Nothleidevden angewiesen sind; da leuchten meine Augen vor Freude, daß ich die Kranken trösten und die Hungrigen sättigen kann. Wie innig steigt unser Gebet! für die edlen Spender zu Gott empor! Ich eilte sogleich zu ChachamBaschi (Oderrabbiner), um ihm die freudige Mittheilung zu machen; ebenso zu den Rabbiuen der AschkenasilN — wie allseitig war die Freude, wie groß ist doch der Genuß, den Hartbedrängten helfen zu können! Fünf in der größten Noth befindlichen Familien habe ich sofort Unterstützung gebracht, und wäre das Geld nur dazu gekommen, diese fünf Familien vom Hungertode zu retten, es wäre schon Lohn und Segen für die Spender genug. Möge sie Alle der Allbarmherzige segnen! Joseph Rybttu (Wie wir ber-- rs in Nummer mittheilten, hat die Cholera durch dsi- Gnade des Avgütigen seitdem gc.kzl ch auf^'hört; aber noch nicht die große Noih nnd Thcuerung, > ic Hilflosigkeit der zurückgebliebenen Witiwen und Waisen. — Anlaß genug für uns, unsere Hand nicht sinken zu lassen und öfter, öfter zu geben, damit jenes furchtbare Elend allmählich unter göttlichem Beistände gelindert werde. — Die Redactwn.) Feuilleton. (Für Sabbat-Chanuka.) Von /UdDalisin V««ÄI»NL. Braten und Backwerk zum F.stgelage! Täubchen dem Sabbat - n :d Weihetage! Heisa! Heisa! Wohlgemuth! Fort Dein Gut! Nicht geruht, Bis sich's thut, Für den Sabbat- und Weihetag! Mastgeflügel am Spieße gebraten! Allen genug, die zum Schmause geladen! Heisa! Heisa! Wohlgemuth! u. s. w.z Saftige Braten mit feinen Gebacken! Saget nur Amen! und laßt es Euch schmecke« Herfa! Heisa! Wohlgemuth! u. s. w. Fließet dos Wasser, verstummen die Lieder, Setzen wir zweimal zum Weine us nieder! Heisa! Heisa! Wohlgemuth! u. s. w.

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