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Der Israelit · 1865-12-13 · Heft 50 (13.12.1865) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 50 (13.12.1865)
Date
1865-12-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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740 unfern Vätern Wunder gethan, um deretwilleu Er uns befohlen, die Chanukah-Lichter an-nzünden". Die Chanukah-Lichter brennen als Denkmal einer großen, wundervollen Zeit, einer Zeit der Erhebung aus tiefster Schmach, der Errettung von namenlosem Unglück — aus der Fmsterniß stieg das Licht empor. Das Licht ist das Symbol unserer heiligen Religion 1212 212212 2"2 1111 11X .11121 2M'2 11 '2, „denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre das Licht, Ermahnungen zur Zucht sind der Weg des Lebens". (Spr. Sal. C. 6, V. 28.) Hiezu bemerken unsere Weisen im Tractat Sotah f. 21 u: 1^2 21L2.1 2X 2122.1 .112 '21' 12 2212 ^1 V11 2PL^ 'si xix i'12 H'X 11 .12 li 12lb 11X2 .1112.1 2X1 2bipb;'12 NIX .121 2PW 'sb xbx .11'12 21'X .1182 IX /in 121X .1,112 12b.N5i.12 121X1 , llblj/b .1122 .1112?1X U ->'dp 112L72 122L72 ,.11.1 2blp2 ^21X .1212 ^2^.12.12 21Xb >L72 , X2.1 2blpb ^2'^2 X'.l 21L'P.11 , 22'2 ^2 2'L'IP.I;2 X1"221 .ib'LXI 2^'b s1L"X2 1">12 1>.12.1 P11' 11'XI 2'22'd.l j21 .1P1 2'221 O'22S2;21 2'1P12,1 12 -L'l NIX iS' .1P12X ib .112111 , 11.12 IN", 21'X2 2'2.1;2 X1"22 p'lpl 2'222,1 121 22P12.1 121 O'LIP.1 2^plL1 sl'2 ,1^12 111 22X2 P11' 11'XI 2'22'bl 121 2P1 2'X g"1p1 1'2O'bl 121 2P1 2'22 12 12L72 112p .2^122 bL2 2'211 .Il^ILl p'1.1 1>12 111 ,H'X2 P11' Rabbi Menachem, der Sohn des Rabbi Jose, lehrte : Die heilige Schrift vergleicht das Gesetz mit der Leuchte (dem einzelnen Lichte) und die Lehre mit dem Lichte als solchem, um dir zu sagen, daß das einzelne Gesetz wie das einzelne Licht nur eine Zeit lang (so lange die Ausübung des Gesetzes dauert und so lange das Licht brennt) Schutz gewährt, während die Lehre wie das Licht als solches ewig leuchtet; so heißt es auch. Wahrend du wandelst, wird sie (die Lehre) dich leiten, während du ruhest, wird sie dich bewachen, und wann du erwachst, wird sie für dich sprechen. Während du wandelst, wird sie dich leiten — in dieser Welt, während du ruhest, wird sie dich bewachen, — im Grabe, und wann du erwachst, wird sie für dich sprechen — in der zukünftigen Welt. — Einem Menschen gleich, der in finsterer, dunkler Nacht unterwegs ist und fürchten muß, an Dornen und Gestrüppe sich zu verletzen, in Gruben zu fallen, von wilden Thieren oder Räubern angegriffen zu werden, und dabei den rechten Weg verfehlt hat; gelingt es ihm, ein Licht anzuzünden, so braucht er nicht mehr die Dornen, das Gestrüppe und die Gruben zu fürchten, wohl aber noch die wilden Thiere und die Räuber, auch hat er noch nicht den rechten Weg gefunden; bricht endlich der Tag an, so braucht er auch nicht mehr die wilden Thiere und die Räuber zu fürchten, den rechten Weg aber hat er noch nicht gefunden; gelangt er an die Heerstraße, so ist er von allem Ungemach errettet." — Drei Leitsterne sind es demnach, die uns den rechten Weg führen und uns schützend zum Siege geleiten inmitten der Kämpfe des Lebens: das Gesetz, 1122 12, die Lehre, nx 21121, und die Erfahrung, die Geschichte, 1212 211212 2"2 1111. — I. Dasjenige, wogegen sich das Leben am meisten auflehnt, ist der Theil der Gotteslehre, der sich im Einzelnen bethätigen soll; es ist dies das Gesetz. Und gerade das Gesetz ist es, welches auf unferm Lebenswege im nächtlichen Dunkel dieser Welt uns schützt, daß Dornen nicht unser Gewand und nicht unsere Haut zerreißen, daß unser Fuß nicht stößt an die Steine, die aus unserm Wege liegen, daß wir nicht in die Gruben fallen, die mir sonst nicht erblicken würden. Das Gesetz, und namentlich das jüdische Religionsgesetz, wie wird es doch verschrieen! als ein Hemmschuh, wenn es sich um die Erwerbung unseres Lebensunterhaltes handelt, als ein Hinderniß bei der Gewinnung einer angemessenen Lebensstellung, als die Gesundheit unseres Körpers untergrabend bei vielen Gelegenheiten — und doch ist es gerade im Gegentheil die Leuchte, die uns vor allen Fährlichkeiten schützt! Ueberall im Leben muß das Einzelne dem Allgemeinen vorangehen. Das Allgemeine existirt nur in unserer Idee, nicht in der Wirklichkeit; wirklich ist nur das Einzelne. Daher muß auch die Erfüllung des Gesetzes em Begreifen desselben durch die Lehre vorang hen, und daher ist in unserer heiligen Religion die That das erste, daher haben unsere Voreltern am Berge S'nai das i^pi, „wir wollen thun," dem P2N2, „wir wollen verstehen," vorangeschickt, daher ist die Gewöhnung (12',1) an die Ausübung der göttlichen Gebote, lange bevor das Kind dieselben begreifen kann, ein Hauptmoment der jüdischen Erziehung. Erziehung! welch' eine Welt von Gedanken birgt dieses Wort! Wie viel Glück und Segen hsrvorzubringen ist eine gute Erziehung geeignet, wie viel Elend und Kurnmcr wird eine schlechte oder verkehrte oder auch nur versohlte Erziehung i-eroorrusen! In jedem Kinde liegen die Keime zum Guten und zum Bösen, noch sind die Anlagen derart, daß sie sich zum Gute» wie zum Bösen entwickeln können. Die Aufgabe der Erziehung ist es, den Eigensinn zu brechen, die Wildheit zu zähmen, das schwer zugängliche Herz zu erweichen, den rauhen Sinn zu verseinern und vre Rohheit nicht aufkommen zu lassen, Abscheu einzuflößen vor Lüge und Verstellung und empfänglich zu machen für alles. Gute und Schöne — andrerseits der Trägheit, der zu großen Weichheit entgegen zu arbeiten und so alle Fähigkeiten des Kindes als Mittel zur Erlangung der höchsten geistigen wie sittlichen Vervollkommnung zu verwerthen.

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