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Der Israelit · 1865-12-06 · Heft 49 (6.12.1865) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 49 (6.12.1865)
Date
1865-12-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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734 H. M L L I « L M. IV ^In'olob. Tauberbischofsheim, im November. Am 96. October wurden die irdischen Reste des, auch in weiteren Kreisen bekannten, Lehrers Strauß aus Kleinheubach bei Aschaffenburg zu Grabe bestattet. Gestalten Sie mir, geehrtefter Herr Nedactenr, als ehemaliger Schüler des nun Verstorbenen, in Ihrem geschätzten Blatte einige Mittheilungen über dessen Lebensverhältnisse zu geben. Lehrer Strauß war im Jahre 1800 in Wonnfurth bei Bamberg geboren. In der frühesten Jugend schon wurde er von seinem Vater zum Studium der .-nirr angehalten. Noch als junger Knabe übergab ihn zu diesem Ende sein Vater der zu Burgpreppach, wo er seine Zeit nur dem Studium des Talmuds widmete. Hier verweilte er einige Jahre. Um jedoch auch in den pädagogischen Fächern einige Kenntnisse zu erlangen, verließ er die dortige Anstalt und siedelte nach Würzburg über. Bei dem weitberühmten Rabbi Abraham Bing s. A. setzte er sein Thorastudium fort, besuchte jedoch zugleich das dortige christliche Schullehrer-Seminar. Seine gediegenen Kenntnisse im Talmud erleichterten ihm das Studium der Profanwissenschäften, so daß er sich bald im Seminar vor allen Andern auszeichnete. Seine erste Stelle nach dem Austritte aus dem Seminar, an der er auch bis an sein Ende verblieb, war Kleinheubach. Seine Kenntnisse , aber vorzüglich sein religiöses Leben, erwarben ihm bald in der ganzen Umgegend einen guten Ruf, so daß man ihm die Erziehung vieler Zöglinge aus Bayern, Baden und Hessen anvertraute. Wenn auch seine Stelle zu den bester dotirten zählte, so blieb er dennoch von Nahrungssorgen nicht verschont. Eine schwere Krankheit, zu deren Heilung er ein Bad in Hessen gebrauchen mußte, verschlimmerte seine materielle Lage, ein Umstand, der ihm seiner Familie wegen unsägliche Kümmernisse bereitete. Wurde er aber auch von des Lebens Schicksalen noch so sehr heimgesucht, so nahm er dennoch Alles ohne Murren an. Stets tröstete er sich mit den Worten Hiobs : " OW '7V. Kaum wieder genesen, traf ihn ein anderer Schlag; seine ihm theure Gattin starb und hinterließ ihm 7 unmündige Kinder. Schwer lasteten auf ihm die Nahrungssorgen, noch viel schwerer die Sorge, seine 6 Söhne einem ordentlichen Berufe zu widmen; es gelang ihm jedoch mit Gottes Hilfe, 5 Söhne in angemessenen Aemtern fungireu zu sehen. Später vermählte er sich zum zweiten Male; es wurden ihm aus dieser Ehe noch 2 Kinder geboren. Wenn er auch während dieser Ehe seine pecuniären Verhältnisse sehr verbesserte, so war doch seine Freude mit Leid gemischt. Mehreremal erkrankte seine Frau, wodurch seine Kräfte nicht wenig in Anspruch genommen wurden. Kaum war aber durch ärztliche Mittel auch diesem Uebel abgeholfen, als der oft geprüfte Mann schwer erkrankte. Groß waren seine Leide» und lange lag er aus dem Schmerzenslager, bis er am 26. October seinen Geist aushauchte. Allgemein bedauert und betrauert von feiner Gemeinde, wie von Allen, die ihn kannten, insbesondere von seinen Zöglingen, die einen so theuren Lehrer an ihm verloren haben. Er hinterläßt eine Frau und 4 noch unversorgte Kinder. Rothschild. ei der hiesigen für sich bestehenden Religionsgesellschaft wird zu ein Lehrer gesucht (ohne Familie), welcher zugleich als jliii fungiren kann; besonders wird auf einen ^2, der jedoch, wenn auch nur einigermaßen, p ist. gesehen. Hierauf Reflectirende erfahren das Nähere auf portofreie Briefe bei dem Unterzeichneten. Schwerin in Mecklenburg. Ak 8evy. H andels-Lehr-Institut HL F^4L^tL»Z^LL. Die Anstalt, seit dem 23. October ac. mit einer ansehnlichen Anzahl von Schülern eröffnet, erfreut sich der hohen Protection Sr. Durchlaucht des hier residirenden Herrn Fürsten zu Asenburg - Büdingen und des löblichen Stadtvorftandes dahier. Außer allen kaufmännischen Handelswiffenschaften, den modernen Sprachen und den jüdischen Religionslehr - Gegenständen wird Musik und Stenographie betrieben. Durch Anstellung von fünf Lehrern, worunter ein Franzose, bietet sie Alles, waS irgend eine Handelsschule bieten kann. Rur 195 fl. ist das jährliche Honorar mit Kost, LogiL und Wäsche. Bis zum 2. Januar 1866 und 9. April 186b kann der Eintritt Neuzugehender erfolgen. Büdingen, 28. November 1865. Otteusoser, Director.

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