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Der Israelit · 1865-11-29 · Heft 48 (29.11.1865) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 48 (29.11.1865)
Date
1865-11-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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719 Nochmals wäscht er die Hände und spricht den gebräuchlichen Segen, Hebt dann den Becher voll Weins und spricht mit erhobener Stimme: „Als am sechsten Tage vollendet die Erd' und der Himmel Waren, ersah sich der Herr zum gesegneten Ruh'tag den siebten. Sei des gepriesen Du ewiger Vater und Herrscher der Welten, Daß Du den heiligen Ruh'tag mit Gnade und Huld uns verliehen. Preis Dir, gütiger Schöpfer, der die Frucht des Weines geschaffen, Preis Dir, himmlischer Vater, der Brod aus der Erde läßt sprießen. Reicht von dem Stritzel ein Stückchen der Frau und dem Enkel, und beide Danken dem gütigen Vater noch einmal in ähnlicher Weise. — Jetzt bringt Beile, die Magd, die größere Schüssel mit Fischen, Welche die Hausfrau gekauft hat zu Ehren des heiligen Sabbats. Schmackhaft sind sie bereites und schmecken auch heute wie immer, Angenehm dampft auch die Suppe dem hungrigen Hausherrn entgegm, Fleisch folgt und läßt ihn nicht müfsig. bis Eßlust und Mahlzeit geendet. Hat sich der Hausherr gelabt und des Leibes gepflegt mit Behagen Läßt er Gesänge erschallen zum Preise des Sabbats und Gottes, Segnend und betend wie stets in der uralten Sprache der Bibel. Mahl und Gesang und Gebet sind beendet. Die Söhne mit ihren Frauen und Kindern versammeln sich mälig im Hause der Alten. Lange schon sind sie vermählt und bilden geachtete Häuser. Freundlich Gespräch unterhält die Erwachsenen, kündend einander Sorge und Hoffnung, Freud' und Leid der vergangenen Woche. Lustiges Spiel und Gehader verkürzt den Kindern die Stunden. Freundlich blickt auf das fröhliche Treiben der Kleinen hernieder Lächelnd das alternde Paar und verjüngt sich am Treiben der Sprossen. Fast sind die Lichter heruntergebrannt, sie mahnen zum Aufbruch. Alle nun kehren sie heim, in die Arme des Schlafes sich zu werfen. — Wo noch soeben das laute Gehader der Kinder ertönte, Fröhliches Treiben und Gut'nacht, jetzt herrscht Ruh' im Gemache. Leise nur gleitet das Abendgebet von den Lippen der Alten: „Sei uns gepriesen Du ewiger Vater und Herrscher der Wetten, Siehe, Du schläfst nicht und schlummerst nicht, Israels Hüter. Auf Deine Hilfe vertraue ich, Herr; ich vertraue, o Herr, Deiner Hilfe. Herr, Deiner Hilfe vertrau' ich. Sei es im Schlaf oder Wachen, Gott übergeb' ich die Seele und mit ihr die irdische Hülle, Er ist mit mir und so fürchte ich nichts," wiederholt er sich dreimal. Sprach's und es löste der Schlaf die Ruhe begehrenden Glieder. — Also getragen vom heiligen Geist der heiligen Lehre Wandelt der Fromme die Wege des Herrn und liebt ihn mit ganzem Herzen und ganzem Vermögen. Und früh, wenn er aufsteht und Abends, Wenn er sich niederlegt, wenn er daheim oder auswärts verweilet, Ueberall denkt er an Gott, fein Sinn ist nach Oben gerichtet. Geistig durchwebt ist sein Trachten und Treiben, durchathmet von Hoffnung, Liebe und Licht, idealer, poetischer Glanz überzieht es. w L L I « L w. ei der hiesigen für sich bestehenden Religionsgesellschaft wird zu ein Lehrer gesucht (ohne Familie), welcher zugleich als pm vmv fungiren kann; besonders wird auf einen bzn, der jedoch, wenn auch nur einigermaßen, n-vn p ist, gesehen. Hierauf Reflectirende erfahren das Nähere auf portofreie Briefe bei dem Unterzeichneten. Schwerin in Mecklenburg. H R. Levy.

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