Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 6 (1865)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1865)
- Date
- 1865-11-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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O iK L8. k. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dv Lehmann in Mainz. Mainz, den 29. November 5626 (1865). Die Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 11/2 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. pr. E. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen «m. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österrsich. an die Expedition franko einznsenden. Inh alt: Leitende Artikel: Talmud Thora. — Die Juden zu Mainz im Mittelalter. — KettungSnachrichten und Correspondeuzen: Preußen: Leobschütz. Berlin. — Italien: Rom. — Dänemark: Kopenhagen. — Palästina. — Anhalt der Beilage: tzettnugSnachrichten und Corrcspondenzen: Italien: Florenz. Frankreich: Paris. — England: London Southampton. — Rußl. u. Polen: Warschau. — Amerika. — Westindien. — Feuilleton: Der kurze Freitag. — Inhalt der Extra-Beilage: Spenden zur Linderung der Hungcrsnoth in Palästina. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für den verarmten T. CH. in Goltsch-Jennikau. — Für Moses Sünder in Klcinumstadt. — Leitende Artikel. Talmud Thora. (Fortsetzung und Schluß.) Die große Wichtigkeit des religiösen Unterrichts! bedingt, daß das Studium der Thora nicht der Will- ' kür eines Jeden überlassen bleibe; Alle sind dazu ver- Pflichtet. „Man zwingt den Widerspenstigen, einen i Lehrer für seinen Sohn znbesolden." (Hagahoth Mai-! muni, Hilchoth Tolm. Thor. Cap. 2.) „Wenn ein Vater den Unterricht seines Sohnes vernachlässigt, so ist dieser selbst verpflichtet, sich belehren zu lasten, und jeder Gelehrter Israel hat die Pflicht. Schüler um sich zu samnrE" (TurJoreDea Cap. 245.) „Jeder, der seinen Sohn in der Thora unterrichtet, hat ein Verdienst, wie wenn er die Thora allen kommenden Geschlechtern überliefert hätte." „Jeder, der seinen Enkel in der Thora unterrichiet, hat ein Verdienst, wie wenn er selbst die Thora vom Sinai empfangen hätte." (Kidduschin 30 a.) „Die Pflicht, in der Thora zu ftudiren, liegt allen Israeliten ohne Unterschied ob, den armen wie den reichen, den gesunden wie den schwächlichen, den jungen wie den alten; selbst der mit Weib und Kindern belastete Bettler, der an den Thüren sein^tückBrod betteln muß, ist verpflichtet einige Stunden dem Thorastudium zu widmen, denn es heißt: „Du sollst darin forschen Tag und Nacht." (Tur Jore Dea Cap. 246.) „lieber eine Stadt, welche ihre Kinder nicht in der Thora unterrichten läßt, muß der Bann ausgesprochen werden." (Sabbat 119 d.) „Jerusalem wurde nur deßhalb zerstört, weil es die Kinder nicht gehörig in der Thora unterrichten ließ." (Daselbst.) „Die Existenz der ganzen Welt beruht auf dem Hauche der Kinder im Lehrhause. — Man stört die Schulkinder nicht im Unterrichte, selbst wenn es gilt, den heiligen Tempel zu bauen." (Daselbst.) „Wer eine religiöse Vorschrift seinem Schüler vorenthält, beraubt ihn des Erbes seiner Väter." (Sanhedrin 91 6.) „Ein gelehrter Bastard hat den Vorrang vor einem unwissenden Hohenpriester. — Ehe der Mensch nach seinem Tode wegen seiner Handlungen gerichtet wird, wird er befragt, ob er in der Thora geforscht hat." (Kidduschin 40 6.) „Die Heiligkeit des Lehrhauses ist größer als die des Bethauses." (Megilla 26.)